OB Erwin: Wir brauchen mehr Entertainement
Von BODO FUHRMANN u. WOLFGANG BERNEY
exp Düsseldorf - Der Düsseldorfer Hafen mit seiner noblen
Medienmeile - wird er jetzt zum Unterhaltungs-Magneten
für die ganze Region? Eine Attraktion mit Spielbank und
Vergnügungspark?
Die bisher eher müde Medienmeile soll auf jeden Fall flott
gemacht werden. Ein Casino wäre gerade recht - auch um
Geld für die Stadt einzuspielen. Bürgermeister Heinz
Winterwerber (FDP) sieht jedenfalls gute Chancen: Wenn
wir nach der Wahl im Mai mit in der Landesregierung sind,
setzen wir diese alte Düsseldorfer Forderung endlich in die
Tat um.
Die letzte noch freie Spielbanklizenz war leider an
Duisburg gefallen. Aber Roulette-Tische allein reichen
nicht, um Leben in den Hafen zu bringen. Auch Familien
mit Kindern sollen hier ihren Spaß haben. Gedacht ist an
einen Vergnügungspark, eine Mischung aus Wiener Prater
und Kopenhagener Tivoli.
Das fordern neben Winterwerber auch SPD-Fraktionschef
Hans-Otto Christiansen und Grünen-Sprecherin Marion
Enke. Christiansen: Für ein zweites Tivoli reicht das
Gelände an der Speditionsstraße wohl nicht.
Aber wir müssen ja auch nichts nachmachen. Wir sollten
eigene Ideen entwickeln. Und auch an der Idee einer
Spielbank hält Christiansen fest: Selbst wenn die Wahlen
anders ausgehen, als es sich die FDP erhofft - wir werden
erneut versuchen, im Hafen ein Casino-Schiff zu
verankern.
Marion Enke: Da müssen Attraktionen für die Leute hin.
Mit weiteren Büroklötzen machen wir uns jedes urbane
Leben kaputt. Genau das meinte auch Star-Designer Luigi
Colani in einer Sendung des WDR: So wie sich der Hafen
darstellt, ist er ein Elends-Viertel mit hohen Häusern. Ab
18 Uhr alles zu.
OB Joachim Erwin: Der Hafen darf nicht zum
Architektur-Museum verkommen. Da muss Leben rein. Da
muss Grün hin. Und breite Unterhaltung für alle.