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Spielcasino soll müden Medienhafen flott machen
Medium: Express
Datum: 29. 02. 2000
OB Erwin: Wir brauchen mehr Entertainement Von BODO FUHRMANN u. WOLFGANG BERNEY

exp Düsseldorf - Der Düsseldorfer Hafen mit seiner noblen Medienmeile - wird er jetzt zum Unterhaltungs-Magneten für die ganze Region? Eine Attraktion mit Spielbank und Vergnügungspark?

Die bisher eher müde Medienmeile soll auf jeden Fall flott gemacht werden. Ein Casino wäre gerade recht - auch um Geld für die Stadt einzuspielen. Bürgermeister Heinz Winterwerber (FDP) sieht jedenfalls gute Chancen: „Wenn wir nach der Wahl im Mai mit in der Landesregierung sind, setzen wir diese alte Düsseldorfer Forderung endlich in die Tat um.“

Die letzte noch freie Spielbanklizenz war leider an Duisburg gefallen. Aber Roulette-Tische allein reichen nicht, um Leben in den Hafen zu bringen. Auch Familien mit Kindern sollen hier ihren Spaß haben. Gedacht ist an einen Vergnügungspark, eine Mischung aus Wiener Prater und Kopenhagener Tivoli.

Das fordern neben Winterwerber auch SPD-Fraktionschef Hans-Otto Christiansen und Grünen-Sprecherin Marion Enke. Christiansen: „Für ein zweites Tivoli reicht das Gelände an der Speditionsstraße wohl nicht.

Aber wir müssen ja auch nichts nachmachen. Wir sollten eigene Ideen entwickeln.“ Und auch an der Idee einer Spielbank hält Christiansen fest: „Selbst wenn die Wahlen anders ausgehen, als es sich die FDP erhofft - wir werden erneut versuchen, im Hafen ein Casino-Schiff zu verankern.“

Marion Enke: „Da müssen Attraktionen für die Leute hin. Mit weiteren Büroklötzen machen wir uns jedes urbane Leben kaputt.“ Genau das meinte auch Star-Designer Luigi Colani in einer Sendung des WDR: „So wie sich der Hafen darstellt, ist er ein Elends-Viertel mit hohen Häusern. Ab 18 Uhr alles zu.“

OB Joachim Erwin: „Der Hafen darf nicht zum Architektur-Museum verkommen. Da muss Leben rein. Da muss Grün hin. Und breite Unterhaltung für alle.“


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