Nachgefragt Ruth Metzler zur Gefahr der Spielbanken
Der Bund hat 21 Casinos bewilligt. Wie können Sie garantieren, dass diese Spielbanken
nicht zu Orten sozialer Gefährdung werden?
Ruth Metzler: Bei den Gesuchen um eine Spielbanken-Konzession musste jeder
einzelne Gesuchsteller ein Sozialkonzept präsentieren. Diese Konzepte waren bei
der Beurteilung der Gesuche ein wichtiger Bestandteil. Die
Spielbankenkommission hat jetzt bei der Kontrolle der Spielbanken eine wichtige
Aufgabe. Sie muss Gewähr dafür bieten, dass diese sozialen Aspekte
mitberücksichtigt werden und die Sozialkonzepte auch erfüllt werden.
Befürchten Sie nicht eine Verluderung der Gesellschaft?
Metzler: Das Schweizervolk hat sich 1993 klar für die Aufhebung des
Spielbankenverbotes ausgesprochen. Dies im Wissen um solche Risiken. Deshalb
ist die Aufsicht so wichtig, um solchen Gefahren und Risiken mit eben diesen
Sozialkonzepten zu begegnen.
Die gesetzlichen Grundlagen gegen die Geldwäscherei sind sehr streng. Befürchten Sie
nicht, dass das organisierte Verbrechen auch diese Paragrafen umgehen und einen Weg
finden wird, um schmutziges Geld gleichwohl waschen zu können?
Metzler: Geldwäscherei ist in der Tat ein Risiko. Deshalb hat die
Spielbankenkommission in diesem Bereich auch eine entscheidende Rolle zu
spielen. Anderseits haben wir der Rentabilität der einzelnen Casinos eine so
grosse Bedeutung beigemessen. So muss ein Casino mit guter Rentabilität nicht
auf Machenschaften mit einer gewissen Gefährdung und einem entsprechenden
Risiko ausweichen. (pfb.)