Bis auf die Gala nichts zu sehen
(RP). Wann rollt sie denn nun,
die Kugel? Wieder einmal
herrscht Funkstille. Wenn die
WestSpiel GmbH nach ihren
Plänen für Duisburg gefragt
wird, hält sich das
Unternehmen bedeckt. Im
Juni 1999 erhielt die
Westspiel die Lizenz für den
Standort Duisburg. Bis jetzt
gibt es noch kein Provisorium,
keinen Investor, noch nicht
einmal ein Modell.
Zum Investor: Ende März 2001 hatte
WestSpiel-Geschäftsführer Lutz Wieding erklärt, die Suche
nach einem Investor könne innerhalb von sechs Wochen
abgeschlossen sein. Frank Mühr, Pressesprecher der
Gesellschaft, hatte noch vor kurzem berichtet, die
Verhandlungen liefen noch. Wann ein Investor gefunden
werde, könne nicht gesagt werden. Dass auch die
Westdeutsche ImmobilienBank zum Interessentenkreis
gehöre, wollte Mühr nicht bestätigen. Die geplante Eröffnung
sollte im Jahr 2004 oder 2005 sein.
Zum Modell: Was die WestSpiel für
Duisburg erwartet, hat sie stets zum
Ausdruck gebracht: Ein Komplex, der
4,5 Millionen Besucher pro Jahr
anlockt, von denen 1,1 Millionen ihr
Glück bei Roulette, Baccara, Black
Jack, Poker oder den Automaten versuchen. 250 Millionen
Mark Umsatz pro Jahr sind angepeilt. Mehr als 20 Millionen
Mark könnten in die Stadtkasse fließen. Eine Kongressund
Veranstaltungshalle als Ersatz für die "gute Stube"
Mercatorhalle, Gastronomie, eine Tiefgarage, ein
Vier-Sterne-Hotel, Einzelhandel, ein Jazz-Club.
Zum Provisorium: Anfang Juli
erklärte die WestSpiel, bis Ende des
Jahres rolle die Roulettekugel in
einem "Schnupper-Kasino" in der
Alten Post. Grundsätzlich sollen sich
dem Vernehmen nach
Spielbank-Betreiber und die DeTe
Immobilien als Eigentümerin des
Gebäudes geeinigt haben. Eine
Vertragsunterzeichnung könne erst
erfolgen, wenn ein
Brandschutzgutachten vorliege, hatte
WestSpiel-Sprecher Frank Mühr zuletzt erklärt. "Wenn der
Vertrag unterzeichnet ist, können auch die Immobilienfirmen
ihre Werbung vom Gebäude nehmen", so Mühr. Die
Werbebanner von Brockhoff&Partner sowie von Müller
International hängen noch immer. Nach dem derzeitigen
Stand scheint es ausgeschlossen zu sein, dass noch in
diesem die Kasino-Kasse klingelt.
Zu sehen gibt es nichts: Erst wenn ein Investor gefunden
wird, soll ein Architektenwettbewerb beginnen.
Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling versprach jetzt auf der
Immobilien-Messe "Expo Real" in München, im Frühjahr 2002
würde den Duisburgern Modelle des "Casino-Liners"
präsentiert. Eine Bestätigung dieser Aussage durch die
Spielbank steht allerdings noch aus. Eine Gala im
Landschaftspark und die Unterstützung des Presseballs sind
bisher die einzigen konkreten Vorteile, die Duisburg von den
Kasino-Betreibern erhielt.
Von MIKE MICHEL