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WestSpiel GmbH lässt sich Zeit
Medium: Rheinische Post
Datum: 01. 11. 2001
Bis auf die Gala nichts zu sehen

(RP). Wann rollt sie denn nun, die Kugel? Wieder einmal herrscht Funkstille. Wenn die WestSpiel GmbH nach ihren Plänen für Duisburg gefragt wird, hält sich das Unternehmen bedeckt. Im Juni 1999 erhielt die Westspiel die Lizenz für den Standort Duisburg. Bis jetzt gibt es noch kein Provisorium, keinen Investor, noch nicht einmal ein Modell.

Zum Investor: Ende März 2001 hatte WestSpiel-Geschäftsführer Lutz Wieding erklärt, die Suche nach einem Investor könne innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Frank Mühr, Pressesprecher der Gesellschaft, hatte noch vor kurzem berichtet, die Verhandlungen liefen noch. Wann ein Investor gefunden werde, könne nicht gesagt werden. Dass auch die Westdeutsche ImmobilienBank zum Interessentenkreis gehöre, wollte Mühr nicht bestätigen. Die geplante Eröffnung sollte im Jahr 2004 oder 2005 sein.

Zum Modell: Was die WestSpiel für Duisburg erwartet, hat sie stets zum Ausdruck gebracht: Ein Komplex, der 4,5 Millionen Besucher pro Jahr anlockt, von denen 1,1 Millionen ihr Glück bei Roulette, Baccara, Black Jack, Poker oder den Automaten versuchen. 250 Millionen Mark Umsatz pro Jahr sind angepeilt. Mehr als 20 Millionen Mark könnten in die Stadtkasse fließen. Eine Kongressund Veranstaltungshalle als Ersatz für die "gute Stube" Mercatorhalle, Gastronomie, eine Tiefgarage, ein Vier-Sterne-Hotel, Einzelhandel, ein Jazz-Club.

Zum Provisorium: Anfang Juli erklärte die WestSpiel, bis Ende des Jahres rolle die Roulettekugel in einem "Schnupper-Kasino" in der Alten Post. Grundsätzlich sollen sich dem Vernehmen nach Spielbank-Betreiber und die DeTe Immobilien als Eigentümerin des Gebäudes geeinigt haben. Eine Vertragsunterzeichnung könne erst erfolgen, wenn ein Brandschutzgutachten vorliege, hatte WestSpiel-Sprecher Frank Mühr zuletzt erklärt. "Wenn der Vertrag unterzeichnet ist, können auch die Immobilienfirmen ihre Werbung vom Gebäude nehmen", so Mühr. Die Werbebanner von Brockhoff&Partner sowie von Müller International hängen noch immer. Nach dem derzeitigen Stand scheint es ausgeschlossen zu sein, dass noch in diesem die Kasino-Kasse klingelt.

Zu sehen gibt es nichts: Erst wenn ein Investor gefunden wird, soll ein Architektenwettbewerb beginnen. Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling versprach jetzt auf der Immobilien-Messe "Expo Real" in München, im Frühjahr 2002 würde den Duisburgern Modelle des "Casino-Liners" präsentiert. Eine Bestätigung dieser Aussage durch die Spielbank steht allerdings noch aus. Eine Gala im Landschaftspark und die Unterstützung des Presseballs sind bisher die einzigen konkreten Vorteile, die Duisburg von den Kasino-Betreibern erhielt.

Von MIKE MICHEL


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