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Spielsucht mildert Strafe
Medium: Hannoversche Allgemeine
Datum: 10. 01. 2002
Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren hat das Landgericht Verden am Mittwoch einen 43-jährigen Polizeihauptmeister aus Marklohe (Kreis Nienburg) verurteilt, der in der Volksbank in Martfeld (Kreis Diepholz) bei zwei Überfällen insgesamt 200000 Mark erbeutet hatte.

Polizist wegen Bankraubs zu sechs Jahren Haft verurteilt Verden. Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren hat das Landgericht Verden am Mittwoch einen 43-jährigen Polizeihauptmeister aus Marklohe (Kreis Nienburg) verurteilt, der in der Volksbank in Martfeld (Kreis Diepholz) bei zwei Überfällen insgesamt 200000 Mark erbeutet hatte. Der im Staatsschutz im Bremer Polizeipräsidium tätige Beamte hatte bei seinen Verbrechen Ende Dezember 2000 und im Mai 2001 jeweils seine Dienstpistole eingesetzt, um das Geld zu erpressen, das er nach seinen Angaben überwiegend in Spielbanken verlor. Ermittler waren durch ein in der Nähe des Tatortes gesichtetes Auto ihrem Kollegen auf die Spur gekommen. Der Staatsanwalt hatte sechs Jahre und sechs Monate Haft beantragt. Schuldig gesprochen wurde der geständige Täter der schweren räuberischen Erpressung in zwei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Vorsitzender Richter Rüdiger Hustedt sagte, dass beide Taten keine minderschweren Fälle seien. Hinzu komme, dass es sich nicht um die "üblichen" Überfälle gehandelt habe, bei denen ein Räuber vor einer Glasscheibe des Schalters Geld fordere. Vielmehr sei der Angeklagte "bedrohlich nahe gekommen" und habe im zweiten Falle den Filialleiter geschlagen. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei zu erkennen gewesen, weil der Angeklagte in einer pathologischen Spielsucht gehandelt habe. Seit 1999 spätestens sei er total vom Hang zum Roulette beherrscht gewesen. Das habe zum Beispiel dazu geführt, dass er während eines Urlaubs, den er mit seiner Ehefrau in Südafrika verbracht habe, einen "Stellvertreter" eingesetzt habe, der für ihn daheim die Einsätze beim Roulette tätigte. Der Angeklagte hatte geschildert, wie er per SMS den Kontakt zu dem "Vertreter" gehalten hatte.

ebb


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