Das Schnupperkasino in der alten Post, das am 1. Juli eröffnen soll, wird die gebürtige Meidericherin Claudia Bieling leiten. Jährlich 250 000 Gäste können an 143 Automaten zocken.
Am 1. Juli soll das Schnupperkasino in der alten Post eröffnen. Direktorin der Spielbank, die jährlich 250 000 Gäste erwartet, wird eine Duisburgerin: Claudia Anna Bieling, 42 Jahre alt, geboren in Meiderich und bis vor kurzem Leiterin des Berliner Westspiel-Kasinos.
"Jetzt komme ich nach Hause zurück", sagt Claudia Bieling und blickt sich auf der Baustelle im Postgebäude um. In dem 500 Quadratmeter großen Raum, in dem früher Briefmarken verkauft und Päckchen abgestempelt wurden, erinnert noch nichts an ein Kasino. Kabel hängen von den Wänden herab, an der denkmalgeschützten Holzdecke wird gerade die Dämmung eingezogen, auf dem Boden liegt Bauschutt, überall ist Staub. "Trotzdem", versichert Claudia Bieling, "wir sind im Zeitplan."
3 Millionen E erwartet
Das gesamte Erdgeschoss wird dem Glücksspiel vorbehalten sein. 143 Spielautomaten sollen dort stehen, so genannte Walzengeräte und Videoslots, an denen täglich von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachts gezockt werden kann. Mindesteinsatz sind 50 Cent.
Im linken Flügel des Raumes kann Roulette gespielt werden, allerdings ebenfalls ausschließlich elektronisch. Glücksspiel in klassischer Form an Tischen und mit Croupiers wird es bekanntlich im Schnupperkasino nicht geben. Da die "Post-Spielbank" 2005 zur Eröffnung des Casino-Liners am König-Heinrich-Platz wieder aufgegeben werden soll, wären die Kosten für Personal und Sicherheit zu hoch, erklärt Frank Mühr, Pressesprecher der Westdeutschen Spielbankengesellschaft. Doch auch so sind immerhin 26 Vollzeitarbeitsplätze geplant. Für die Sozialräume der Mitarbeiter und die Räume der Verwaltung mietet die Westspiel die gesamte, ebenfalls 500 Quadratmeter große erste Etage.
Und die Spielbank erwartet satte Gewinne. Sie rechnet mit einem jährlichen Bruttospielertrag von 20 Millionen E. Zwei Drittel fließen an die Landeskasse, 15 Prozent, also rund 3 Millionen E, darf die Stadt Duisburg einstreichen.
THOMAS WITTENSCHLÄGER