Im Feuchtwanger Casino, dem ersten Mittelfrankens,
beginnt jetzt der Spielbetrieb
Zunächst Eröffnung mit geladenen Gästen Samstag
geht es dann richtig los mit dem Glücksspiel
VON ULRICH RACH
FEUCHTWANGEN In Feuchtwangen rollt die
Roulette-Kugel: Am nächsten Wochenende nimmt das neue
staatliche Spiel-Casino, das erste in Mittelfranken, seinen
Betrieb auf.
Die offizielle Eröffnung mit rund 900 geladenen Gäste aus
Politik und Wirtschaft steigt am Freitagabend.
Kultus-Staatssekretär Karl Freller wird die erste Kugel ins
Spiel werfen. Am Samstag, 1. April, kann bei einem Tag der
offenen Tür von 10 bis 17 Uhr jedermann die mondäne
Anlage besichtigen, zur Probe auch schon mal ein Spielchen
wagen und die neue Gastronomie des Hauses mit zwei
Restaurants und drei Bars testen.
Samstagabend ab 19 Uhr beginnt der richtige Spielbetrieb.
Ab Sonntag gelten dann die regulären Öffnungszeiten: ab 12
Uhr für das kleine Spiel, ab 15 Uhr für das große. Das
große Spiel im feudal ausgestatteten Obergeschoß der
Spielbank beinhaltet französisches und amerikanisches
Roulette, Black Jack und Poker. Der Mindesteinsatz beträgt
fünf Mark. Beim kleinen Spiel, Mindesteinsatz eine Mark,
können sich die Interessierten an etwa 160 Automaten
verlustieren.
Allerdings darf in Feuchtwangen nicht jeder so ohne Weiteres
der Spiellust frönen. Die Besucherin/ der Besucher muss
mindestens 21 Jahre alt sein und zumindest beim großen
Spiel gediegene Kleidung tragen. Für Herren bedeutet dies
Jackett und Krawatte, Frauen sollten auf allzu freizügige
Kleidungsstücke verzichten. Das Personal wird im Übrigen
darauf achten, dass möglichst keine zahlungsunfähigen Gäste
an den Spieltischen Platz nehmen. Wer den Verdacht
erweckt, sich beim Roulette, bei Black Jack oder Poker
finanziell zu übernehmen, der muss auf Anordnung der
Casino-Mitarbeiter einen Einkommens- oder
Vermögensnachweis vorzeigen. Wenn er dies nicht kann,
muss er wieder gehen.
Das mittelfränkische Spielparadies liegt unmittelbar an der
Schnittstelle der Autobahn WürzburgUlm (Ausfahrt
Feuchtwangen) und der Bundesstraße 14
NürnbergStuttgart. Die Betreiber von der staatlichen
Lotterieverwaltung setzen viel Hoffnung auf diese
verkehrsgünstige und zentrale Lage zwischen mehreren
Ballungszentren. Sie erwarten vor allem Gäste aus dem
Großraum Nürnberg, aber auch aus den Bereichen
Würzburg, Augsburg, Ulm und Heilbronn. Mehr als 200 000
Besucher im Jahr sollen einen Bruttospiel-Ertrag von 35
Millionen Mark bringen.
Da die voraussichtlich gut 200 000 Leute gar nicht anders
können, als mit dem Auto anzureisen, musste für viel
Parkraum gesorgt werden. Er steht in einem großen Parkhaus
und auf einem Parkplatz auf dem Casino-Areal zur
Verfügung.
Für die Stadt Feuchtwangen ist die Eröffnung der Spielbank
ein überaus wichtiger Termin. Sie erhofft sich spürbaren
wirtschaftlichen Erfolg. 54 Millionen Mark musste die
Kommune für den stattlichen Neubau auf der grünen Wiese
aufbringen. Ab sofort vermietet sie das Haus an die
Lotterieverwaltung und erhält überdies zehn Prozent vom
Spielbank-Gewinn, nach fünf Jahren sogar 15 Prozent. Und
immerhin bringt das Casino der Kreuzgangstadt 170 neue
Arbeitsplätze.