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Ab Freitag rollt die Roulette-Kugel
Medium: Nürnberger Nachrichten
Datum: 29. 03. 2000
Im Feuchtwanger Casino, dem ersten Mittelfrankens, beginnt jetzt der Spielbetrieb Zunächst Eröffnung mit geladenen Gästen – Samstag geht es dann richtig los mit dem Glücksspiel VON ULRICH RACH

FEUCHTWANGEN – In Feuchtwangen rollt die Roulette-Kugel: Am nächsten Wochenende nimmt das neue staatliche Spiel-Casino, das erste in Mittelfranken, seinen Betrieb auf.

Die offizielle Eröffnung mit rund 900 geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft steigt am Freitagabend. Kultus-Staatssekretär Karl Freller wird die erste Kugel ins Spiel werfen. Am Samstag, 1. April, kann bei einem „Tag der offenen Tür“ von 10 bis 17 Uhr jedermann die mondäne Anlage besichtigen, zur Probe auch schon mal ein Spielchen wagen und die neue Gastronomie des Hauses mit zwei Restaurants und drei Bars testen.

Samstagabend ab 19 Uhr beginnt der richtige Spielbetrieb. Ab Sonntag gelten dann die regulären Öffnungszeiten: ab 12 Uhr für das „kleine Spiel“, ab 15 Uhr für das große. Das „große Spiel“ im feudal ausgestatteten Obergeschoß der Spielbank beinhaltet französisches und amerikanisches Roulette, Black Jack und Poker. Der Mindesteinsatz beträgt fünf Mark. Beim „kleinen Spiel“, Mindesteinsatz eine Mark, können sich die Interessierten an etwa 160 Automaten verlustieren.

Allerdings darf in Feuchtwangen nicht jeder so ohne Weiteres der Spiellust frönen. Die Besucherin/ der Besucher muss mindestens 21 Jahre alt sein und – zumindest beim großen Spiel – gediegene Kleidung tragen. Für Herren bedeutet dies Jackett und Krawatte, Frauen sollten auf allzu freizügige Kleidungsstücke verzichten. Das Personal wird im Übrigen darauf achten, dass möglichst keine zahlungsunfähigen Gäste an den Spieltischen Platz nehmen. Wer den Verdacht erweckt, sich beim Roulette, bei Black Jack oder Poker finanziell zu übernehmen, der muss auf Anordnung der Casino-Mitarbeiter einen Einkommens- oder Vermögensnachweis vorzeigen. Wenn er dies nicht kann, muss er wieder gehen.

Das mittelfränkische Spielparadies liegt unmittelbar an der Schnittstelle der Autobahn Würzburg–Ulm (Ausfahrt Feuchtwangen) und der Bundesstraße 14 Nürnberg–Stuttgart. Die Betreiber von der staatlichen Lotterieverwaltung setzen viel Hoffnung auf diese verkehrsgünstige und zentrale Lage zwischen mehreren Ballungszentren. Sie erwarten vor allem Gäste aus dem Großraum Nürnberg, aber auch aus den Bereichen Würzburg, Augsburg, Ulm und Heilbronn. Mehr als 200 000 Besucher im Jahr sollen einen Bruttospiel-Ertrag von 35 Millionen Mark bringen.

Da die voraussichtlich gut 200 000 Leute gar nicht anders können, als mit dem Auto anzureisen, musste für viel Parkraum gesorgt werden. Er steht in einem großen Parkhaus und auf einem Parkplatz auf dem Casino-Areal zur Verfügung.

Für die Stadt Feuchtwangen ist die Eröffnung der Spielbank ein überaus wichtiger Termin. Sie erhofft sich spürbaren wirtschaftlichen Erfolg. 54 Millionen Mark musste die Kommune für den stattlichen Neubau auf der grünen Wiese aufbringen. Ab sofort vermietet sie das Haus an die Lotterieverwaltung und erhält überdies zehn Prozent vom Spielbank-Gewinn, nach fünf Jahren sogar 15 Prozent. Und immerhin bringt das Casino der Kreuzgangstadt 170 neue Arbeitsplätze.


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