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Novomatic setzt auf Südamerika
Medium: DER STANDARD
Datum: 03. 04. 2000
Glücksspielkonzern erwartet einen Boom beim Verkauf von Casino-Maschinen

STANDARD-Redakteur Leo Szemeliker aus Lima

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic erwartet in den kommenden Jahren einen Boom im Verkauf von Casino-Maschinen in Südamerika. "Eine Liberalisierung der Glücksspielgesetze zeichnet sich ab, Vorbild sind die USA", sagte Novomatic-Holding-Chef Johannes Hahn dem STANDARD. Dies bedeutet: "In Südamerika entstehen so genannte lizenzierte Märkte, für die man sich qualifizieren muss." Die einarmigen Banditen müssten dabei den Qualitätskriterien internationaler Automatenlaboratorien entsprechen.

Hoffnungsmarkt Peru

"Alleine Peru hat für uns ein größeres Marktpotenzial als Österreich", sagt Rudolf Binder, der Chef der peruanischen Novomatic-Tochter Admiral. Im nächsten Jahr will er bis zu 800 Stück einer neuen Automatengeneration verkaufen, das wäre ein Viertel des Gesamtmarktes. So soll ein Umsatz von mindestens fünf Mio. US-Dollar (67,5 Mio. S) lukriert werden. Zum Vergleich: In Österreich machte der Konzern 1999 inklusive dem Sportwettengeschäft 1,4 Mrd. S Umsatz. Darin enthalten sind aber nur 170 in der Preisklasse vergleichbare Geräte, die den Casinos Austria verkauft wurden.

Südamerika sei für Novomatic der wichtigste Markt nach Westeuropa, weil es quasi ein reiner Casinomarkt ist. Das heißt, nachgefragt werden nur die teureren Casinogeräte mit prinzipiell nach oben offenen Einsätzen. Ein kleines Glücksspiel wie in vielen österreichischen Kaffeehäusern, mit staatlich reglementierten Einsatz- und Auszahlungslimits gibt es in Südamerika praktisch nicht. Insgesamt kommt der Novomatic-Konzern auf 3,32 Mrd. S Umsatz, zehn Prozent der Auslandsumsätze stammen aus lateinamerikanischen Märkten. In Peru ist Novomatic bei den "einarmigen Banditen" derzeit Marktführer. Die Kapitale Lima ist Hauptquartier für die Aktivitäten in Südamerika.

Große Erwartungen setzt Binder auch auf Chile, wo man mit den staatlichen Casinos in Verhandlungen steht. Weiters hofft Novomatic/Admiral auf eine Marktöffnung durch die neue Regierung in Argentinien. Auch in Uruguay, einem traditionellen Spielermarkt, werden jährlich insgesamt über 800 neue Maschinen gebraucht. "Die große Unbekannte" sei Brasilien, "dort wird seit fünfzig Jahren davon gesprochen, dass in den nächsten sechs Monaten Casinos erlaubt werden." Binder hofft, dass das Argument Steuereinnahmen die Gouverneure der Provinzen Druck auf Brasilia ausüben lassen wird. Aus Kolumbien hat sich Admiral hingegen wieder zurückgezogen und die dort betriebenen Casinos und Spielhallen an eine lokale Gruppe verkauft - obwohl Kolumbien das Land mit den meisten Automaten ist. "Aus politischen Gründen", sagt Binder.

"Wir müssen noch unsere Hausaufgaben bewältigen", heißt es indes zum geplanten Börsegang der Novomatic-Tochter Admiral Sportwetten. Einen Zeitpunkt des Going Public will Hahn noch keinen festlegen, auch der Börseplatz - London, Wien oder Frankfurt - sei noch offen.


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