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Verdächtigungen sind haltlos
Medium: Aargauer Zeitung / CH
Datum: 25. 07. 2002
Grand Casino Baden Die Namensliste, die Untersuchung und die Kommission

Spielbanken mit aggressiver Werbung oder lockerer Handhabung des Sozialkonzepts müssen mit Entzug der Konzession rechnen. Das sagt die Eidgenössische Spielbankenkommission.

Schon kurz nach der Eröffnung geriet das Grand Casino Baden in die Schlagzeilen, weil es hundert so genannte High Rollers eingeladen hatte. Auf der Liste mit den besonders ausgabefreudigen Spielern stand auch der Name Roland S., der nicht nur sein Millionenerbe in Casinos verspielte, sondern als Filialleiter einer Bank auch sieben Millionen Mark veruntreut hat. Dem Badener Casino-Direktor Detlef Brose wurde aggressive Werbung vorgeworfen, sein früherer Arbeitgeber reklamierte, Brose habe die delikate Liste mitlaufen lassen. In seiner jüngsten Ausgabe befasst sich das Nachrichtenmagazin «Facts» unter dem Titel «Vertrauen verspielt» mit der Casino-Flut in der Schweiz. Benno Schneider von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) äussert sich auch zum Grand Casino Baden und zu einer möglichen Entlassung von CEO Detlef Brose: «Dazu möchte ich nichts sagen. Aber grundsätzlich können wir durchsetzen, dass unzuverlässige oder sonstwie nicht vertrauenswürdige Personen aus dem Management entfernt werden.»

Zur Durchsetzung der Rechtsordnung in den Casinos könne die ESBK «nötigenfalls die Spielbankkonzession einschränken, suspendieren oder gar aufheben». Wer systematisch Spielsüchtige spielen lasse oder um sie werbe, der werde die Konzession verlieren. Denn die Spielbanken dürften ihre Existenz nicht auf das Ausnützen der Spielsüchtigen gründen. Deshalb überprüfe die Aufsicht der Casinos auch die ominöse Liste mit den 100 eingeladenen Spezialgästen und die Verbreitung dieser Liste. Zu konkreten Aussagen sei es aber noch zu früh. Benno Schneider droht jenen Spielbanken mit Entzug der Konzession, welche «ihre Existenzgrundlage durch aggressive Werbung und lockere Handhabung des Sozialkonzepts» aufbessern wollten. Und was meint das Grand Casino Baden nun dazu? «Die Verdächtigungen gegenüber Detlef Brose sind völlig haltlos», versichert Peter Probst, Verwaltungsrats-Präsident der Spielbank Baden AG. Folglich bestehe auch kein Anlass zu personellen Veränderungen. Die Liste mit den 100 High Rollers sei entstanden, indem alle Croupiers ihnen bekannte Namen aufgeführt hätten. Roland S. habe man rechtzeitig wieder ausgeladen. «Wir wollten diese Leute, weil es für die Players Night auch Spieler brauchte.» Das Badener Casino kenne die gesetzlichen Sanktionsmöglichkeiten. (Lü.)


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