Bauvoranfrage für Standort Hauptpost läuft
Aachen (an-o). Das Spielcasino Aachen will sich eine Zweigstelle zulegen. Als
Standort ist die ehemalige Hauptpost ausgesucht worden, die Bauvoranfrage läuft.
Auf dem riesigen Grundstück im Herzen der Stadt, mittlerweile von allen Dienststellen
der Post verlassen, haben die Abrissarbeiten und Ausschachtungen begonnen. Unter
anderem sollen ein neues Kinocenter und eine gewaltige Fitness-Anlage entstehen,
und auch das Spielcasino will dabei sein:
Automatensaal einrichten
Geplant ist die Einrichtung eines Automatensaals, wobei noch offen ist, ob die im
Neuen Kurhaus an der Monheimsallee vorhandenen Spielgeräte vollständig oder nur
teilweise abgezogen werden sollen. Die Bauvoranfrage ist jedenfalls gestellt, und bei
der Stadt heißt es, es gebe keine Gründe, sich quer zu legen.
Dass sich die Westdeutsche Spielbankengesellschaft etwas überlegen muss, um mehr
Publikum in ihre Aachener Dependance zu locken, steht außer Frage. Vor allem die
niederländische Konkurrenz zieht viele Spieler aus dem Grenzland an, und spätestens
die in zwei Jahren erwartete Öffnung eines neuen Spielcasinos in Duisburg wird weitere
Probleme mit sich bringen. Interne Prognosen gehen davon aus, dass Duisburg dem
Standort Aachen bis zu 30 Prozent der Besucher abspenstig machen könnte.
Ein Kenner der Szene: "Dann gibt es zwei Möglichkeiten - entweder entwickelt man für
Aachen ein ganz neues Konzept, setzt sich eventuell kleiner - oder das Spielcasino
Aachen zieht mit Mann und Maus nach Köln." In der Millionenstadt am Rhein, so die
Rechnung, sei mit doppelt so viel Kundschaft zu rechnen wie im Dreiländereck, also
auch mit dem doppelten Ertrag.
Dürftiger Umsatz
Der vergleichsweise dürftige "Umsatz" ist denn auch das Problem in Aachen: Während
die Spielbank Dortmund ein Bruttospielergebnis von 160 Millionen Mark im Jahr
vorweisen kann, sind es in Aachen 45 Millionen. Die Besteuerung liegt aber in beiden
Fällen bei 80 Prozent - was in Dortmund nach Abzug aller Kosten immer noch ein
sattes Plus bedeutet, in Aachen aber nicht. Ob eine Spielcasino-Filiale in der
Innenstadt einschlägt, dürfte nicht zuletzt von der Attraktivität des Umfeldes abhängen.
Alfred Stoffels