Unna. (ti/ta) Der Arbeitskreis gegen
Spielsucht stand kurz vor dem Aus. Die Förderung
durch die Stiftung für Wohlfahrtspflege endet zum 30.
Juni. Jetzt ist klar, dass der Kampf gegen die Spielsucht
weitergeht. Als erste stoffungebundene Abhängigkeit
wird sie in das Landessuchtprogramm aufgenommen.
Geschäftsführer Jürgen Trümper zeigte sich am
vergangenen Freitag erleichtert. Ungetrübt ist seine
Freude allerdings nicht. "Die Landesförderung liegt rund
15 000 Mark unter der der Stiftung. Nun heißt es,
Sponsoren überzeugen, Anbieter von Glücksspielen in
ihre soziale Verantwortung bitten."
Wie aktuell das Problem ist, zeigen die neuesten
Umfrageergebnisse des Arbeitskreises: 75 Betroffene
meldeten sich alleine aus dem Kreis Unna zu
Gesprächstherapien, Schuldnerberatungen und
familienpsychologischer Betreuung."Die meisten
Spielsüchtigen sind im Alter zwischen 25 und 35
Jahren", erklärt Trümper."Sie verbringen bis zu acht
Stunden an Glückspielautomaten und verspielen täglich
Hunderte von Mark." Solche Menschen kommen in
höchster Not in die Einrichtung am Südring. Finanziell
steht ihnen das Wasser bis zum Hals, sie haben Sorgen
in ihrer Familie und sind nicht selten straffällig. Beim
Arbeitskreis können sie offen über ihre Krankheit
sprechen und lernen, ihren Alltag neu zu gestallten und
so die Sucht in den Griff zu bekommen.
Zur Weiterbildung bietet der Arbeitskreis gegen
Spielsucht mehrere bundesweite Seminare zu den
Themen "Glücksspielsucht" (29. Juni),
"Beschaffungskriminalität" (7. September) und
"Selbsthilfe" (19. Oktober) an.
Informationen unter Tel: 0 23 03/89 669.