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Wenn Spielen zur quälenden Sucht wird
Medium: Westfälische Rundschau
Datum: 02. 05. 2000
Unna. (ti/ta) Der Arbeitskreis gegen Spielsucht stand kurz vor dem Aus. Die Förderung durch die Stiftung für Wohlfahrtspflege endet zum 30. Juni. Jetzt ist klar, dass der Kampf gegen die Spielsucht weitergeht. Als erste stoffungebundene Abhängigkeit wird sie in das Landessuchtprogramm aufgenommen.

Geschäftsführer Jürgen Trümper zeigte sich am vergangenen Freitag erleichtert. Ungetrübt ist seine Freude allerdings nicht. "Die Landesförderung liegt rund 15 000 Mark unter der der Stiftung. Nun heißt es, Sponsoren überzeugen, Anbieter von Glücksspielen in ihre soziale Verantwortung bitten."

Wie aktuell das Problem ist, zeigen die neuesten Umfrageergebnisse des Arbeitskreises: 75 Betroffene meldeten sich alleine aus dem Kreis Unna zu Gesprächstherapien, Schuldnerberatungen und familienpsychologischer Betreuung."Die meisten Spielsüchtigen sind im Alter zwischen 25 und 35 Jahren", erklärt Trümper."Sie verbringen bis zu acht Stunden an Glückspielautomaten und verspielen täglich Hunderte von Mark." Solche Menschen kommen in höchster Not in die Einrichtung am Südring. Finanziell steht ihnen das Wasser bis zum Hals, sie haben Sorgen in ihrer Familie und sind nicht selten straffällig. Beim Arbeitskreis können sie offen über ihre Krankheit sprechen und lernen, ihren Alltag neu zu gestallten und so die Sucht in den Griff zu bekommen.

Zur Weiterbildung bietet der Arbeitskreis gegen Spielsucht mehrere bundesweite Seminare zu den Themen "Glücksspielsucht" (29. Juni), "Beschaffungskriminalität" (7. September) und "Selbsthilfe" (19. Oktober) an. Informationen unter Tel: 0 23 03/89 669.


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