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Hoffnung für "Erfurter Hof"
Medium: Thüringische Landeszeitung
Datum: 18. 12. 2002
Altstadt. (tlz/stg) Ein großer Mantel der Geschichte umhüllt noch bis heute den ehrwürdigen "Erfurter Hof" direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Gestern wurde dieser erstmalig nach acht Jahren gelüftet und das Foyer und der Restaurant-Bereich für ein ausgesuchtes Publikum zwei Stunden lang geöffnet. Eine dicke Staubschicht zierte dabei immer noch die goldblinkenden Kronleuchter, die an den einstigen Glanz des ehemaligen Nobelhotels erinnern. Und genau das soll es wieder werden, wenn es nach den Wünschen des Freundeskreises "Willy Brandt" ginge, der gestern sein erstes Treffen im "Erfurter Hof" hatte. Im Gedenken an den 89. Geburtstag von Willy Brandt wünschte sich die Sprecherin des Vereins, Ulla Kalbfleisch-Kottsieper, dass bereits zum 90. Jubiläum eine Entscheidung für den "Erfurter Hof" gefallen ist. "Es soll hier kein Wallfahrtsort für Willy Brandt entstehen, doch hat das Hotel auch für viele Erfurter persönlich Bedeutung", so Kalbfleisch-Kottsieper. So erinnerte sich auch Oberbürgermeister Manfred Ruge, dass er seine Frau Barbara im "Erfurter Hof" kennen lernte und dort mit ihr das Tanzbein schwang. Und Ruge machte Hoffnung für die Wiederauferstehung des Haues: Es gäbe zwar von der Landesregierung nur ein Fünf-Sterne-Hotel, dass mit 28 Prozent gefördert wird, doch letztendlich liege die Entscheidung, wer diese Förderung bekommt, beim Wirtschaftsminister.

Peter Goslar von der Deutsche Interhotel-Gruppe, der der Erfurter Hof gehört, hofft auf den Zuschlag: 55 Millionen Euro sollen Teilabriss und Neubau kosten. Das Hotel soll dann 130 Zimmer der oberen Luxusklasse beherbergen. Ebenso in Planung ist eine Laden-Passage und eine Spielbank im Erfurter Hof. Weiter scheinen Pläne fürs Brühl: Dort will die Accor-Gruppe ein Fünf-Sterne-Hotel betreiben - und ein Bauantrag schon gestellt.


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