Nürnberg (dpa) - Drogenkonsum gehört bei Jugendlichen auf dem Lande
inzwischen zum Alltag. Illegale Drogen gehören heute für Jugendliche zur
Normalität, sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes Drogen und
Rauschmittel, Jost Leune, am Montag in einem dpa-Gespräch zum Auftakt des
23. Bundes-Drogenkongresses in Nürnberg. Es gibt leider einen Trend der
Normalisierung.
Nahezu jeder sechste bayerische Schüler außerhalb der Großstädte
konsumiere regelmäßig Drogen. Dies habe eine Studie mit 500 Schülern im
Allgäu ergeben. 40 Prozent der Jugendlichen nahmen danach ab und zu
Rauschmittel. Insgesamt sei der Konsum illegaler Drogen bei Minderjährigen in
den vergangenen drei bis vier Jahren stark gestiegen. Die Jugendlichen
konsumierten Cannabis und Ecstasy. Sie fürchten keine Bestrafung mehr wie
noch vor einigen Jahren, stellte Leune fest.
Auch die Zahl der Drogentoten insgesamt nehme stetig zu. Von 1998 bis 1999
stieg ihre Zahl nach Leunes Worten in Deutschland um sechs Prozent auf 1
812. Auch in diesem Jahr habe sich der Trend fortgesetzt.
In neuen Abhängigkeiten wie der Sucht nach Aktienspekulationen oder dem
Internet sieht Leune lediglich Randerscheinungen. Suchtmittel wie Alkohol,
Nikotin, Heroin und auch Spiele stünden in der Fachdiskussion im Vordergrund.
Die Spielsucht sei erst in den vergangenen fünf Jahren verstärkt thematisiert
worden. Da hat man vorher nicht hingeguckt. 2,6 Prozent aller Rat Suchenden
in Suchtberatungsstellen seien nach Zahlen von 1998 Spieler gewesen.