SPIELBANK BAD STEBEN FEIERT GEBURTSTAG
Für die Spielbank Bad Steben ist morgen ein besonderer Tag: Vor zwei Jahren öffnete das Kasino seine Pforten im Staatsbad. In einem Gespräch mit der Frankenpost zieht Direktor Manfred Scholz eine positive Bilanz: Das "Geburtstagskind" Spielbank wird von der Bevölkerung gut angenommen und der Bruttospielertrag hat sich erhöht.
BAD STEBEN - Die gute Nachricht zuerst: In den vergangenen zwölf Monaten ließen die Gäste mehr Geld in der Spielbank Bad Steben als ein Jahr zuvor. Damals - zum ersten Geburtstag - lag der Bruttospielertrag noch bei 3,6 Millionen Euro, jetzt hat er einen Wert von 4,6 Millionen Euro erreicht. Zur Erinnerung: Bei der Eröffnung des Kasinos ging man von einem jährlichen Bruttospielertrag von 5,1 Millionen Euro aus. "Wir haben einen riesigen Schritt gemacht", bilanziert Spielbankdirektor Manfred Scholz erfreut und erklärte: "Damals vor einem Jahr haben wir das Ziel nicht erreicht, aber jetzt nähern wir uns dieser Marke stark an." Der positive Trend setze sich auch im neuen Jahr fort. Für Januar und Februar 2003 liegt der Ertrag noch höher als 2002.
Insgesamt hat der Bruttospielertrag also um knapp 30 Prozent zugenommen, wobei das hauptsächlich dem Automatenspiel zu verdanken ist. Hier betrug der Anstieg 46 Prozent, beim großen Spiel 32 Prozent.
Wenn die Spielbank mehr Geld einnimmt, freut sich nicht nur die Staatliche Lotterieverwaltung, sondern auch die Marktgemeinde Bad Steben. Sie erhält in den ersten fünf Jahren zehn Prozent vom Bruttospielertrag, danach sogar 15 Prozent. Im ersten Jahr flossen 358000 Euro an die Kommune, im zweiten waren es rund 460000 Euro.
Doch jetzt die weniger gute Nachricht: Die Anzahl der Gäste hat im Vergleich zu den ersten zwölf Monaten etwas abgenommen - von 64000 auf 60000 Besucher. Ursprünglich hatte die Staatliche Lotterieverwaltung 80000 Menschen pro Jahr prognostiziert.
Trotzdem sieht Spielbankdirektor Manfred Scholz in dem Rückgang nichts Ungewöhnliches oder gar Alarmierendes. "Es ist ganz klar, dass bei einer Neueröffnung mehr Leute kommen, die die Spielbank sehen möchten. Erwartungsgemäß lässt diese Intensität nach." Das Gros der Gäste, nämlich 50 Prozent, kommt aus den Landkreisen Hof und Bayreuth, danach folgt der Kreis Bamberg mit 20 Prozent, dann Sachsen und Thüringen mit sieben Prozent sowie Nürnberg und Ansbach mit vier Prozent. Die Kurgäste machen einen Anteil von vier Prozent aus. Allerdings werden sie nur bei ihrem ersten Besuch als Kurgäste registriert, danach ganz normal als Besucher von auswärts. "Das Interesse der Kurgäste ist auf jeden Fall vorhanden", bekräftigt Manfred Scholz. So sei das Demo-Spiel am Montagnachmittag immer sehr gut besucht.
Trotzdem ist die Spielbank laut Scholz stets bemüht, weiter um Gäste zu werben und sich als "gesellschaftlicher Mittelpunkt mit Niveau" in Bad Steben zu etablieren. So arbeite man eng mit der Staatsbad GmbH zusammen und werbe gemeinsam auf Messen.
Zum Marketing der Spielbank gehörten aber auch Aktionen wie die "Lady's Night" am Mittwoch und der Herrenabend am Montag, was sehr gut angenommen werde. Außerdem richte man im Kasino Firmen-, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern aus.
Nicht mehr wegzudenken aus dem gesellschaftlichen Leben Bad Stebens seien außerdem das Sommerfest und die Vernissagen im Foyer, meint Scholz. Mit diesen Aktionen versuche die Spielbank den Gästen zu zeigen: Hier ist immer was los.
Außerdem sei man stets darum bemüht, Verbesserungen vorzunehmen. So wurden zum Beispiel auf Anregung der Besucher Ledersessel ins Große Spiel gestellt, wo man relaxen und die Spielenden beobachten kann. Zudem soll in die Brücke zum Eingang eine Fußbodenheizung eingebaut werden, damit der Steg im Winter nicht rutschig ist.
Auf eine Sache, die die Bad Stebener Spielbank in jüngster Zeit häufig in die Schlagzeilen brachte, geht Manfred Scholz ebenfalls kurz ein: der Streik der Croupiers. Sieben Tage lang waren sie im Arbeitskampf, sodass nur das kleine Spiel für Gäste offen stand. Dies habe sich natürlich negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt, erklärt Scholz. Doch wie der Streik den Bruttospielertrag beeinflusst habe, konnte er noch nicht sagen.
Insgesamt zieht der Direktor jedoch ein recht positives Fazit zum zweijährigen Bestehen: "Ich bin mit der Entwicklung zufrieden. Die Spielbank hat ihren Platz in Bad Steben gefunden und wird von den Bürgern voll akzeptiert." Das bestätige ihm auch Bürgermeister Bert Horn. Trotzdem wolle man nicht nachlassen und weiter Verbesserungen vornehmen und um Gäste werben. Morgen wird nun erst einmal der Geburtstag der Spielbank ausgiebig gefeiert. CLAUDIA SEBERT