Münster - Seit Februar zielen auch in Nordrhein-Westfalen die Bürger mit
Sportwetten auf ihr Glück. Auf Vorschlag der Landesregierung änderte der
Landtag in Düsseldorf im Dezember letzten Jahres mit den Stimmen aller
Fraktionen das Sportwettengesetz und ebnete den Weg für die Oddset-Wetten.
Die ausgeschütteten Erträge in zweistelliger Millionenhöhe sollen nach dem
Willen des Landtags erstmals auch zur Förderung von Aktivitäten für Umwelt und
Entwicklung sowie der Breitenkultur verwendet werden.
Die Landesarbeitsgemeinschaft der Dritte-Welt-Zentren (LAG3W) und der
Naturschutzbund (NABU) erwarten von der Landesregierung jetzt eine rasche
Umsetzung dieses Landtagsbeschlusses und empfehlen die Gründung einer
neuen Stiftung, um die Wett-Erträge in richtungsweisenden Aktivitäten
anzulegen.
Mit dem neuen Sportwettengesetz haben die Landtagsparteien am Ende der
Legislaturperiode noch ein wichtiges Signal gegeben, do der gemeinsame
Kommentar von LAG3W und Nabu. "Mit dem Beschluss, die Wett-Erträge in
Umwelt- und Entwicklungsprojekte fließen zu lassen, haben die Landtagsparteien
einen wichtigen Akzent im Rio-Nachfolgeprozess gesetzt", lobt Udo Schlüter,
Geschäftsführer der LAG3W, die geplante Verteilung. An Ideen mangelt es nicht.
"Auf diesem Wege könnte man beispielsweise eine landesweite Kampagne für
fair gehandelte Fußbälle aus Mitteln aus der Oddset-Sportwette in die Tat
umsetzen."
NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck äußert die gemeinsame Hoffnung der
Verbände: "Alle Voraussetzungen sind jetzt erfüllt. Wir gehen davon aus, dass
die Landesregierung unverzüglich die Gründung einer neuen NRW-Stiftung für
Umwelt und Entwicklung einleitet."
Dass ihre Hoffnungen nicht unbegründet sind, erfuhren die Verbände anlässlich
der Übergabe ihrer Agenda-Erklärung an die Landesregierung mit den
Ministerinnen Ilse Brusis und Bärbel Höhn.
"Durch die Lotto-Förderung bekommt Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, seine
engagierten Eine-Welt-Programme weiter zu entwickeln und bundesweit an der
Spitze der Länder zu bleiben, die sich für zukunftsfähige Entwicklung im Sinne
der Rio-Konferenz einsetzen", so Udo Schlüter. Im Blick auf das
"Rio-plus-Zehn"-Jahr 2002 ergeben sich damit attraktive Perspektiven für Umwelt
und Entwicklung in NRW.
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