Newsindex
Zügige Umsetzung der Beschlüsse gefordert
Medium: Ruhr Nachrichten
Datum: 19. 05. 2000
Münster - Seit Februar zielen auch in Nordrhein-Westfalen die Bürger mit Sportwetten auf ihr Glück. Auf Vorschlag der Landesregierung änderte der Landtag in Düsseldorf im Dezember letzten Jahres mit den Stimmen aller Fraktionen das Sportwettengesetz und ebnete den Weg für die Oddset-Wetten. Die ausgeschütteten Erträge in zweistelliger Millionenhöhe sollen nach dem Willen des Landtags erstmals auch zur Förderung von Aktivitäten für Umwelt und Entwicklung sowie der Breitenkultur verwendet werden.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Dritte-Welt-Zentren (LAG3W) und der Naturschutzbund (NABU) erwarten von der Landesregierung jetzt eine rasche Umsetzung dieses Landtagsbeschlusses und empfehlen die Gründung einer neuen Stiftung, um die Wett-Erträge in richtungsweisenden Aktivitäten anzulegen.

Mit dem neuen Sportwettengesetz haben die Landtagsparteien am Ende der Legislaturperiode noch ein wichtiges Signal gegeben, do der gemeinsame Kommentar von LAG3W und Nabu. "Mit dem Beschluss, die Wett-Erträge in Umwelt- und Entwicklungsprojekte fließen zu lassen, haben die Landtagsparteien einen wichtigen Akzent im Rio-Nachfolgeprozess gesetzt", lobt Udo Schlüter, Geschäftsführer der LAG3W, die geplante Verteilung. An Ideen mangelt es nicht. "Auf diesem Wege könnte man beispielsweise eine landesweite Kampagne für fair gehandelte Fußbälle aus Mitteln aus der Oddset-Sportwette in die Tat umsetzen."

NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck äußert die gemeinsame Hoffnung der Verbände: "Alle Voraussetzungen sind jetzt erfüllt. Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung unverzüglich die Gründung einer neuen NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung einleitet."

Dass ihre Hoffnungen nicht unbegründet sind, erfuhren die Verbände anlässlich der Übergabe ihrer Agenda-Erklärung an die Landesregierung mit den Ministerinnen Ilse Brusis und Bärbel Höhn.

"Durch die Lotto-Förderung bekommt Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, seine engagierten Eine-Welt-Programme weiter zu entwickeln und bundesweit an der Spitze der Länder zu bleiben, die sich für zukunftsfähige Entwicklung im Sinne der Rio-Konferenz einsetzen", so Udo Schlüter. Im Blick auf das "Rio-plus-Zehn"-Jahr 2002 ergeben sich damit attraktive Perspektiven für Umwelt und Entwicklung in NRW.

© Westline


Newsindex