Newsindex
Die B-Casinos fühlen sich zweitklassig
Medium: Schaffhauser Nachrichten / CH
Datum: 03. 07. 2003
Casinos mit B-Lizenzen wie Schaffhausen seien klar benachteiligt. Dies gefährde ihre Existenz, meint Swiss Casino.

Von MArc Lustenberger Zürich. Noch vor einem Jahr sah alles ganz einfach aus. Der Bundesrat hatte 14 Casinos mit einer B- und 7 mit einer A-Lizenz bewilligt und sowohl der Bund als auch die Kantone und die Casino-Betreiber träumten vom schnellen Geld mit dem Glücksspiel. Doch in der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass die Besucher deswegen nicht in Scharen in die Casinos strömen. Gestern informierte die Swiss Casino, zu ihr gehört unter anderem das Casino Schaffhausen, über die Sorgen und Nöte der Branche.

Die Spieler wandern ab

Als eine Wettbewerbsverzerrung bezeichnete Swiss-Casino-Rechtsberater Max Geu die Unterscheidung zwischen A- und B-Casinos. In den B-Casinos wie Schaffhausen sind weniger hohe Spielbeträge möglich, was auch die Gewinnmöglichkeiten vermindert. Diese Einschränkung wurde vom Gesetzgeber erlassen, um die Spielerinnen und Spieler besser vor hohen Verlusten zu schützen. Die Beschränkungen in Bezug auf die Höchsteinsätze und -gewinnmöglichkeiten bei den B-Casinos wirke sich vor allem bei den Geldspielautomaten nachteilig aus, sagte Max Geu weiter. Es sei in diesem Bereich eine Abwanderung von Gästen von den B- zu den A-Casinos festzustellen. Die B-Casinos zahlen ausserdem wegen des steileren Verlaufes der Tarifkurve eine höhere Spielbankabgabe als A-Casinos. «Wir fordern gleich lange Spiesse für alle Betreiber.» Die Swiss Casino möchte deshalb eine Änderung der Spielbankenverordnung. Im Bündner Ferienort Arosa hiess es deswegen bereits «Rien ne va plus»: Dort wurde eine Spielbank mit einer B-Konzession geschlossen. Die schwierigen Rahmenbedingungen nach dem Inkrafttreten des neuen Spielbankengesetzes hätten aus dem blühenden Kursaal-Casino Arosa einen Defizitbetrieb gemacht, gab die Gesellschaft vergangene Woche bekannt. An die Schliessung von Spielbanken denkt die Swiss Casino zurzeit nicht. Neben den Sorgenkindern Schaffhausen und St. Moritz betreibt sie das rentable Casino Zürichsee in Pfäffikon. A-Casinos in St. Gallen und Bern werden diesen Herbst eröffnet. «Für die nächsten drei Jahre ist Schaffhausen aber gesichert.» Die Umsätze in Schaffhausen dürften aber nicht weiter fallen, sonst werde es knapp, erklärte Finanzchef Peter Oesch. Swiss-Casino-CEO Peter Meier zog trotz der schwierigen Rahmenbedingungen eine positive Bilanz. Die Realisierung der vom Bundesrat konzessionierten Projekte erforderte Investitionen von insgesamt 55 Mio. Franken. Dadurch sank der Umsatz auf 50 Mio. Franken gegenüber 80 Mio. Franken im Vorjahr. Diese Faktoren führten zu einem Jahresverlust von 5,2 Mio. Franken. «Mit einer soliden Eigenkapitalisierung und gesunden aussichtsreichen Betrieben sieht unsere Gruppe aber zuversichtlich in die Zukunft.» Bild key

Nicht in allen Casinos verspielen die Gäste ihre Jetons so locker, wie sich dies die Betreiber wünschen.


Newsindex