Im ehemaligen Action-Haus Bavaria-Kino wurden zwei Spielhallen
genehmigt
REGENSBURG (wa). Die nördliche Maximilianstraße ist auf dem Weg zum
Glücksspieler-Paradies. In unmittelbarer Nähe zur Spielhalle Drei Kronen (243
Quadratmeter) genehmigte der Planungsausschuss des Stadtrates am Dienstag
zwei weitere Spielhallen im ehemaligen Bavaria-Kino.
Flipper und einarmige Banditen: Neue Nutzung fürs Bavaria. Foto: Kober
Ursprünglich hatte die Betreiberfirma, die Monte Carlo Casino GmbH, ein
Spielhallen-Center mit vier Hallen auf zwei Etagen beantragt (Gesamtfläche 623
Quadratmeter). Selbst die reduzierte Variante sorgte im Planungsausschuss für
Diskussionsstoff. Norbert Hartl (SPD): Ein Spielcasino Monte Carlo in dieser
Größenordnung ist kontraproduktivst zu einer angestrebten Aufwertung der
Maxstraße. Die Grüne Ingeborg Hubert lehnte das Projekt auch ab. Dies kann
kein Beitrag zu einer jugend- und familienfreundlichen Stadt sein. Solche
Wertungen haben jedoch keine rechtliche Bedeutung. Planungsreferent Dr.
Günter Stöberl dazu: Wir können solche Nutzungen mit dem Baurecht nicht
verbieten. Das Monte Carlo in der Maxstraße ist eine Folge des
Verdrängungswettbewerbs in der Kinobranche. Wie berichtet, hatte die
Würzburger Scheer GmbH auf Grund der veränderten Marktsituation (Cinemaxx)
Ende 1998 nach 48 Jahren den Pachtvertrag nicht mehr verlängert. Das
Bavaria-Kino (drei Kinos, 588 Plätze) schloss. Seitdem ist die
1200-Quadratmeter-Immobilie in der Speichergasse 1 ungenutzt.
Das neue Nutzungskonzept passierte am Dienstag den Planungsausschuss der
Stadt. Nach den Unterlagen sieht es ein Misch-Konzept aus Café mit
Sommerterrasse, Imbiss, zwei Spielhallen und einem Kinosaal im 1.
Obergeschoß vor. Welche Art von Filmen dort gespielt werden sollen, war nicht
Gegenstand der Diskussion.
In einem Kerngebiet seien Spielhallen als Vergnügungsstätten ausnahmslos
zulässig, erläuterte Maximilian Raab. Der Leiter des Bauordnungsamtes verwies
auf die so genannte Umgebungsbebauung mit Hotel, Banken, Spielhallen,
Parkhaus und kleineren Einzelhandelsgeschäften. Maximilian Raab stellte fest,
dass sich das Spielhallenprojekt spannungslos einfüge. Das Argument Jochen
Wahnschaffes, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft eine Schule befinde
(Mädchenrealschule Niedermünster), entkräftete Raab mit dem Hinweis, dass
das Betreten von Spielhallen erst ab 18 erlaubt sei.
erarbeitet von Brielmaier, Peter