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Monte Carlo in der Maximilianstraße
Medium: Mittelbayerische Zeitung
Datum: 08. 06. 2000
Im ehemaligen „Action“-Haus Bavaria-Kino wurden zwei Spielhallen genehmigt

REGENSBURG (wa). Die nördliche Maximilianstraße ist auf dem Weg zum Glücksspieler-Paradies. In unmittelbarer Nähe zur Spielhalle „Drei Kronen“ (243 Quadratmeter) genehmigte der Planungsausschuss des Stadtrates am Dienstag zwei weitere Spielhallen im ehemaligen Bavaria-Kino.

Flipper und einarmige Banditen: Neue Nutzung fürs „Bavaria“. Foto: Kober

Ursprünglich hatte die Betreiberfirma, die Monte Carlo Casino GmbH, ein Spielhallen-Center mit vier Hallen auf zwei Etagen beantragt (Gesamtfläche 623 Quadratmeter). Selbst die reduzierte Variante sorgte im Planungsausschuss für Diskussionsstoff. Norbert Hartl (SPD): „Ein Spielcasino Monte Carlo in dieser Größenordnung ist kontraproduktivst zu einer angestrebten Aufwertung der Maxstraße.“ Die Grüne Ingeborg Hubert lehnte das Projekt auch ab. „Dies kann kein Beitrag zu einer jugend- und familienfreundlichen Stadt sein.“ Solche Wertungen haben jedoch keine rechtliche Bedeutung. Planungsreferent Dr. Günter Stöberl dazu: „Wir können solche Nutzungen mit dem Baurecht nicht verbieten.“ Das Monte Carlo in der Maxstraße ist eine Folge des Verdrängungswettbewerbs in der Kinobranche. Wie berichtet, hatte die Würzburger Scheer GmbH auf Grund der veränderten Marktsituation (Cinemaxx) Ende 1998 nach 48 Jahren den Pachtvertrag nicht mehr verlängert. Das Bavaria-Kino (drei Kinos, 588 Plätze) schloss. Seitdem ist die 1200-Quadratmeter-Immobilie in der Speichergasse 1 ungenutzt.

Das neue Nutzungskonzept passierte am Dienstag den Planungsausschuss der Stadt. Nach den Unterlagen sieht es ein Misch-Konzept aus Café mit Sommerterrasse, Imbiss, zwei Spielhallen und einem Kinosaal im 1. Obergeschoß vor. Welche Art von Filmen dort gespielt werden sollen, war nicht Gegenstand der Diskussion.

In einem Kerngebiet seien Spielhallen als Vergnügungsstätten ausnahmslos zulässig, erläuterte Maximilian Raab. Der Leiter des Bauordnungsamtes verwies auf die so genannte Umgebungsbebauung mit Hotel, Banken, Spielhallen, Parkhaus und kleineren Einzelhandelsgeschäften. Maximilian Raab stellte fest, dass sich das Spielhallenprojekt spannungslos einfüge. Das Argument Jochen Wahnschaffes, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft eine Schule befinde (Mädchenrealschule Niedermünster), entkräftete Raab mit dem Hinweis, dass das Betreten von Spielhallen erst ab 18 erlaubt sei.

erarbeitet von Brielmaier, Peter


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