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Spatenstich für die neue "Nummer eins" in Bayern
Medium: Miesbacher Merkur
Datum: 31. 07. 2003
Aufbruchsstimmung in Wiessee: Spielbank-Bau gestartet VON GABI WERNER Bad Wiessee - Das Ende eines langen Kapitels ist in greifbare Nähe gerückt. Und wenn es wie vorgesehen zum Jahreswechsel 2004/2005 endgültig geschlossen werden kann, soll in Bad Wiessee die schönste Spielbank Bayerns stehen. Nach einer wahren Odyssee, während der die Gemeinde um den Erhalt ihrer Spielbank kämpfte, einem "Machtwort" von Finanzminister Kurt Faltlhauser vor zweieinhalb Jahren und dem Kauf des Winnerhofs erfolgte gestern endlich der erste Spatenstich für das neue Casino.

"Sie haben uns damals in den Hintern getreten, damit die Uhren schneller laufen, als es in Bayern üblich ist", erklärte Bürgermeister Herbert Fischhaber schmunzelnd, der sich in seiner Begrüßung sogleich an den Minister wandte. Die Warnung Faltlhausers, dass es für den Spielbank-Standort Bad Wiessee keine Garantie gebe (wir berichteten), habe der Kurort sehr ernst genommen und schnell gehandelt. Neben dem Bayerischen Finanzminister konnte Fischhaber auf dem Baugelände des künftigen Casinos auch weitere Vertreter des Ministeriums, beteiligter Behörden und Firmen, den Präsidenten der Staatlichen Lotterieverwaltung, Erwin Horak, Kommunalpolitiker, Architekten, Vertreter des öffentlichen Lebens und der jetzigen Spielbank sowie den neuen Stellvertretenden Landrat Jakob Kreidl willkommen heißen. Fischhabers besonderer Dank galt dem "alten Gemeinderat", der fest zur Spielbank gestanden sei, und den Behörden, allen voran dem Landratsamt, mit denen die Gemeinde bei der Planung gut zusammengearbeitet habe. Nun glaube er an ein tolles Ergebnis, so der Rathaus-Chef, und daran, dass das Wiesseer Casino schon bald wieder die Nummer eins in Bayern werde. Den Anliegern versprach Fischhaber: "Wir werden ein guter Nachbar sein." Von den Gegnern wünschte er sich, dass diese "Vernunft bewahren".

Jakob Kreidl sprach mit Blick auf die Vorgeschichte von den gescheiterten Erweiterungsplänen bis hin zum Kauf des Winnerhofs von einer "sehr, sehr schweren Geburt". Er betonte, dass der heutige Spatenstich gerade in der derzeitigen Wirtschaftslage ein wichtiges "Signal des Aufbruchs" sei. "Bad Wiessee, das Weltbad mit Herz, und die Spielbank haben für mich schon immer zusammengehört", so der Stellvertretende Landrat und CSU-Landtagsabgeordnete, der dieser Symbiose eine gute Zukunft prognostizierte.

"Unverschämtheit" hat geholfen

Auf die wenig erbauliche Vergangenheit ging Kurt Faltlhauser ein. Als er vor zweieinhalb Jahren zufällig und "in zivil" bei der alten Spielbank aufgetaucht sei und diese näher begutachtet habe, sei er zu dem Schluss gekommen: "Der Kasten muss weg." Noch am gleichen Tag folgte eine Presseerklärung, in der der Minister andere Standort-Alternativen ins Spiel brachte und damit die Gemeinde zum Handeln zwang. "Das war eine Unverschämtheit, es hat aber geholfen", räumte Faltlhauser gestern ein. So bekäme das neue und moderne Casino jetzt beispielsweise statt der bisher "lächerlichen 50 Spielautomaten" 200 Geräte. Weitere Vorteile des Neubaus seien "wichtige Impulse für die Bauwirtschaft", 180 sichere Arbeitsplätze, die Steigerung der Attraktivität Bad Wiessees und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Gemeinde als Spielbankabgabe 15 Prozent des Bruttospielertrags erhalte. Faltlhauser wünschte den Wiesseern viel Glück, ehe er mit Bürgermeister Fischhaber, Erwin Horak und den Architekten - begleitet von Wiesseer Blasmusikanten - den Spatenstich vornahm.mm


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