Lugano - Das Casino Lugano hat eine Vermittlungsagentur per sofort aus seinen Räumlichkeiten verbannt. Die Agentur war in den letzten Tagen in Verdacht geraten, in Wucherei-Geschäfte verwickelt zu sein.
In einem Communiqué betonte der Verwaltungsrat der Casino Lugano SA, dass es keine Bestätigung für die Anwesenheit von Wucherer innerhalb der Spielbank gebe. Nicht begründet wurde, weshalb der Vertrag mit der Agentur, die vor kurzem im Casino einen Schalter eröffnet hatte, trotzdem aufgelöst wurde.
Die Agentur versucht, finanzkräftige Spieler nach Lugano, Las Vegas und auf die Antilleninsel Saint-Martin zu locken. In ihrem Umfeld tummelt sich auch ein Italiener, der vor zwanzig Jahren in seiner Heimat zusammen mit mehreren Dutzend Verdächtigen verhaftet worden war.
Der Bande wurde damals vorgeworfen, in den Casinos von Campione d´Italia, Venedig, San Remo und Saint-Vincent Geld zu Wucherzinsen ausgeliehen und gewaschen zu haben.
Gemäss der Mailänder Schutzorganisation SOS racket e usura war der in Lugano gesichtete Italiener schliesslich rechtskräftig zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden; seine Frau bekam zwei Jahre und vier Monate aufgebrummt. Pikant ist, dass die Frau nun für die Agentur im Casino Lugano arbeitete.
Das Casino Lugano beteuert, die Firma vor Vertragsabschluss überprüft zu haben. Man habe bei der Polizei und den Justizbehörden Auskünfte eingeholt. Nach einem erneuten Nachfragen bei der Agentur habe man nun aus Opportunitätsgründen beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden.