70 Prozent werden an den Fiskus abgeführt
Von unserem Redaktionsmitglied
Katrin Seidenstricker
Heringsdorf. Eine Steigerung der Besucherzahlen um rund 20 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr konnte diesen Sommer die Ostseespielbank
Heringsdorf registrieren. Ursachen sieht Pressesprecherin Sabine Dittrich
nicht nur in der kühlen Witterung, die eher zu Unterhaltung ins Casino als
an den Strand gelockt habe. Sondern auch Aktivitäten wie die
regelmäßigen Einführungen ins Glücksspiel oder die Ausstellung
historischer Spielautomaten, die gerade zu Ende ging, hätten für diesen
erfreulichen Zuwachs gesorgt.
Glücklicher Gewinner
Täglich begrüße man in der Heringsdorfer Spielbank momentan 150 bis
180 Besucher, berichtete Dittrich. Während der Automaten-Ausstellung,
die sehr gut angekommen wurde, waren es sogar bis zu 250 Tagesgäste.
Dank des wachsenden Zuspruchs steige auch der Spielumsatz, bekannte
sie. Was aber nicht gleichzeitig bedeute, dass die Gewinne wachsen.
Einerseits müsse die Ostseespielbank in diesem Jahr eine Abgabe von 70
Prozent an den Fiskus abführen - zehn Prozent mehr als noch 1999.
Andererseits habe man im Mai und Juni eine ganze Reihe größere
Gewinne ausgezahlt. Ein Urlauber aus Westfalen habe beispielsweise mit
drei Mark Einsatz 10 000 Mark aus dem Automaten geholt, schilderte
Sabine Dittrich.
Treue Partner
Die Ostseespielbank beschäftigt in Heringsdorf insgesamt 23 Mitarbeiter.
Und das ganzjährig, betonte die Pressesprecherin, auch wenn im Winter
deutlich weniger Publikum zu erwarten ist. Die Saison mache sich auch in
der Zusammensetzung der Gäste bemerkbar: Die Einheimischen etwa
würden jetzt eher selten zum klassischen Spiel kommen, höchstens mal
ihre Freunde am Abend fein ins Casino ausführen. Hingegen erlebe man
jetzt aber etliche versierte Spieler. Manche von ihnen planen sogar ihre
Urlaubsroute nach den Standorten von Spielbanken. Und ganz viele
Stammgäste kommen aus dem Raum Greifswald, berichtete Dittrich.
Treue Partner seien zudem Hotels wie das Maritim, die
Upstalsboom-Häuser oder das "Asgard" in Zinnowitz. Sie würden
regelmäßig Gruppen zu den Demonstrationsspielen am Dienstag und
Donnerstag schicken.