Spielsucht zerstöre das Leben Zehntausender
Australien erwägt Verbot von
Internet-Spielen
Sydney, 16. Dez (Reuters) - Die australische Regierung
erwägt Schritte gegen Glücksspiele im Internet. Spielsucht
zerstöre das Leben zehntausender Australier und ihrer
Familien, sagte Ministerpräsident John Howard am
Donnerstag bei der Veröffentlichung eines Berichts über
die Spielindustrie.
Anders als bei Spielautomaten seien Spiele im Internet
rund um die Uhr verfügbar und könnten die Zahl der
Spielsüchtigen dramatisch erhöhen. Das Kabinett werde
beraten, wie es die weitere Ausbreitung von Glücksspielen
im Internet verhindern könne. Dabei solle untersucht
werden, ob ein Verbot von Glücksspielen im Internet
praktikabel sei und welche Folgen dies haben könne.
Dem von Howard vorgestellten Bericht zufolge gibt es in
Australien 290.000 Spielsüchtige, die pro Jahr etwa 3,5
Milliarden Australische Dollar (rund 4,4 Milliarden Mark)
verlieren. Dies sei nicht nur für die Spieler selbst
verheerend, sondern auch für deren Familien.
Schätzungsweise seien 1,5 Millionen Menschen in
Australien von der Sucht betroffen.
Glücksspiel wird in Australien von den sechs
Bundesstaaten und den beiden Territorien geregelt. Für
Internet-Spiele ist jedoch die Bundesregierung zuständig.
Schätzungen zufolge gibt es weltweit etwa 400 Websites,
auf denen um Geld gespielt werden kann. In zwei Jahren
soll der Umsatz mehr als vier Milliarden Euro betragen.