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Mit Drogen-Handel die eigene Spielsucht finanziert
Medium: Westfälische Nachrichten
Datum: 01. 03. 2001
40-Jähriger muss vier Jahre hinter Gitter

Münster (di) - Creme-weißer Strickpulli, beiges Jackett, die dunklen Haare kurz, ebenso den Schnäuzer. Der knapp 41-Jährige macht eine gepflegte Erscheinung. Der Münsteraner, der ohne weiteres ein Hotelzimmer als Handelsreisender buchen könnte, saß am Mittwoch im Landgericht auf der Anklagebank. Vor der III. Großen Strafkammer gab er zu, im Sommer vorigen Jahres, Rauschgift von Holland nach Deutschland eingeführt und in größerem Stil damit gehandelt zu haben. Die Einnahmen gingen für seine Spielsucht drauf: »Sie hat schon viel in meinem Leben kaputt gemacht«, sagte der Angeklagte.

Zwischen Juli und August hatte er drei Mal je 160 Gramm Heroin in Rotterdam gekauft, die er mit selbst drogenabhängigen Zwischenhändlern am münsterischen Bahnhof absetzte.

Diese kurze Episode in seinem Leben brachte ihm am Mittwoch eine Haftstrafe von vier Jahren ein, womit die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte. Gewinne in Höhe von 10000 Mark, die der 40-Jährige erzielte, muss er zurückzahlen. Der Vater zweier Kinder, der aus Lingen stammt und in Münster aufwuchs, nahm dieses Urteil an. »Ich weiß, dass ich eine Strafe verdient habe«, hatte er zuvor in seinem Schlusswort bekräftigt. Er wolle versuchen, sein »Leben neu zu ordnen«.

Was keine leichte Aufgabe darstellt. Denn das Vorstrafenregister wegen Verkehrsdelikten und mehreren Fällen von Diebstahl ist lang, die beruflichen Kapitel eher kurz. Ausbildungen habe er aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, schilderte der Sohn eines Handwerkers. Er hangelte sich von Job zu Job und war nach einer Haftstrafe lange arbeitslos.

Die Spielsucht bekam er nicht unter Kontrolle. Sobald er flüssig war, »hat mir das Geld ein Loch in die Hand gebrannt«. In einer Spielothek am Bahnhof habe der Angeklagte an manchen Tagen mehrere Hundert Mark in den Automaten versenkt, lautet die Schilderung einer Zeugin.

Sicher ein Teufelskreis, aber keine Rechtfertigung dafür, in den zuvor vom Bruder geführten Drogenhandel einzusteigen, hob der Staatsanwalt hervor. »Hören Sie mit Ihren Lebenslügen auf«, appellierte der Anklagevertreter. »Machen Sie sich bewusst, welches Leid Sie über einzelne Menschen und ganze Familien gezogen haben«, mahnte er.


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