Ulm (lsw) - Der ehemalige Leiter des Dezernats Bandendelikte
und organisierte Kriminalität der Ulmer Polizei muss sich
demnächst wegen Unterschlagung von 165000 Mark vor
Gericht verantworten.
Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, wurde gegen
den geständigen und inzwischen entlassenen Beamten unter
anderem auch Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den
Straßenverkehr erhoben. Der damals 40-Jährige hatte im
Oktober 1998 mit einem inszenierten Unfall versucht, die
Unterschlagung von 165000 Mark Drogengeldern und seine
Spielsucht zu kaschieren. Dazu war der Beamte auf dem Weg
zur Landeszentralbank mit seinem Wagen gegen einen
entgegenkommenden Lastwagen gerast. In der Bank sollte er
das beschlagnahmte Drogengeld einzahlen.
Während der verletzte Beamte in ein Krankenhaus gebracht
wurde, suchten seine Kollegen in dem Unfallfahrzeug
ergebnislos nach dem Geld. Die Ermittler kamen auf die Spur
des betrügerischen Kollegen, weil dieser später die registrierten
Nummern der verschwundenen Geldscheine intern im
Computer abgefragt hatte.
Von den 165000 Mark hatte der Drogenfahnder 40000 Mark
in der Stuttgarter Spielbank und dieselbe Summe einen Tag
später auch noch in Baden-Baden verspielt. Das restliche Geld
versteckte er. 70000 Mark konnten noch sichergestellt
werden.