Newsindex
Ulmer Polizist unterschlug Geld Verhängnisvolle Spielsucht
Medium: Stuttgarter Nachrichten
Datum: 29. 12. 99
Ulm (lsw) - Der ehemalige Leiter des Dezernats Bandendelikte und organisierte Kriminalität der Ulmer Polizei muss sich demnächst wegen Unterschlagung von 165000 Mark vor Gericht verantworten.

Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, wurde gegen den geständigen und inzwischen entlassenen Beamten unter anderem auch Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erhoben. Der damals 40-Jährige hatte im Oktober 1998 mit einem inszenierten Unfall versucht, die Unterschlagung von 165000 Mark Drogengeldern und seine Spielsucht zu kaschieren. Dazu war der Beamte auf dem Weg zur Landeszentralbank mit seinem Wagen gegen einen entgegenkommenden Lastwagen gerast. In der Bank sollte er das beschlagnahmte Drogengeld einzahlen.

Während der verletzte Beamte in ein Krankenhaus gebracht wurde, suchten seine Kollegen in dem Unfallfahrzeug ergebnislos nach dem Geld. Die Ermittler kamen auf die Spur des betrügerischen Kollegen, weil dieser später die registrierten Nummern der verschwundenen Geldscheine intern im Computer abgefragt hatte.

Von den 165000 Mark hatte der Drogenfahnder 40000 Mark in der Stuttgarter Spielbank und dieselbe Summe einen Tag später auch noch in Baden-Baden verspielt. Das restliche Geld versteckte er. 70000 Mark konnten noch sichergestellt werden.


Newsindex