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Am 1. Februar wird "Oddset" eingeführt -
Medium: Kölnische Rundschau
Datum: 11. 1. 2000
"Täglich wetten, Gewinn am nächsten Tag abholen" - Toto bleibt bestehen Startschuss für neue Sportwette in NRW

mis Münster. Die Sportwette ist tot, es lebe die Sportwette. Seit Jahren schon dümpelt die Ergebnisauswahlwette Toto vor sich hin, mit einem Anteil am WestLotto-Gesamtumsatz von zuletzt drei Prozent. Ab 1. Februar nun tun sich sportbegeisterten Wettspielern in NRW neue Möglichkeiten auf: "Oddset" heß§t das jüngste Kind der staatlich beaufsichtigten Wettspiel-Familie.

"Täglich wetten und den Gewinn am nächsten Tag abholen" - Siegfried Drach, Sprecher von WestLotto, gibt sich überzeugt, das neue Konzept werde "ein Renner": "Langfristig hoffen wir auf einen Umsatzanteil von bis zu zehn Prozent." Neunzig Spiele sollen jede Woche getippt werden. Täglich müssen es mindestens drei sein.

Heimsieg? Unentschieden? Auswärtssieg? In erster Linie wird es um Fußball gehen, nationale wie internationale Begegnungen. Was Toto schadet, macht "Oddset" erst möglich: die Entzerrung der Fußballspielpläne. "Aber gerade in der Sommer- oder Winterpause gehören auch Eishockey, Basketball und Handball dazu", sagt Drach.

"Oddset" ist nicht ohne Vorbild. Seit einem Jahr gibt es in Bayern Vergleichbares, seit sechs Monaten auch in fünf anderen Bundesländern.

Erstmals wetten Spieler und Unternehmen

"Zuletzt sind jährlich 500 Millionen Mark an ausländische Anbieter gegangen, die hier so etwas eingeführt haben", erläutert Drach. "Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir etwas Ähnliches anbieten, damit das Geld in Deutschland bleibt."

Das Neue an "Oddset" (englisch für "festgesetzte Quoten"): "Zum ersten Mal tritt der Spieler in einem fairen Wettstreit gegen das Unternehmen an", so Drach. Das Glücksspiel-Unternehmen spielt mit, tippt und setzt eben dadurch die Quoten fest - der Spieler hält mit einem Einsatz von fünf bis 1000 Mark dagegen.

Millionen-Jackpots wie beim weiter bestehenden Toto wird's nicht geben, dafür ist die Gewinnwahrscheinlichkeit größer, weil weniger Spiele zu tippen sind. Ist ein Tipp falsch, geht der gesamte Einsatz ans Unternehmen (und größtenteils in die Landeskasse, für gemeinnützige Organisationen). Tippt der Spieler alles richtig, kann er seinen Gewinn am nächsten Tag abholen.

Im Vorfeld wurde dafür das Sportwettengesetz geändert, das bisher festlegte: Fünfzig Prozent des Umsatzes müssen als Gewinn ausgeschüttet werden. "Da bei Oddset der Ausgang ja offen ist, musste diese Regelung flexibler werden", sagt Drache. Der neue Nervenkitzel werde - vor allem von jungen Leuten - gut angenommen: In Bayern habe man mit einem Jahres-Umsatz von 100 Millionen Mark gerechnet, am Ende seien es gar 180 geworden.


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