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Spielautomaten "fressen" die Menschen auf
Medium: Westfälische Rundschau
Datum: 09. 04. 2001
Bergkamen/Kamen. (fg) In Bergkamen verzockten die Freunde des Glücksspiels insgesamt 7.298.000 Mark im Jahr 1999 an den Automaten, in Kamen 3.986.000 Mark - ein Beweis für das enorme Suchtproblem. Für die Stadtkasse Bergkamen bedeutet das dank Vergnügungssteuer ein Plus von 670.000 Mark, für die von Kamen 375.000 Mark.

"Das ist ein Spielautomat, der frisst meinen Vater auf", beschrieb der Knirps das, was er gemalt hatte. Seine Eltern ließen sich gerade in der Landesfachstelle Glücksspielsucht beraten. Mit harten Fakten belegte Jürgen Trümper, Geschäftsführer der karitativen Einrichtung, das Ausmaß dieser Sucht. In einer Studie hatte der Arbeitskreis Spielsucht e.V. das bundesweite Angebot an Spielautomaten emittelt. In Kneipen gehörten sie neben der Theke und den Barhockern bisher zum festen Inventar: die einarmigen Banditen. Das hat sich in den letzten Jahren allerdings geändert, wie die in den 1.536 Kommunen ermittelten Zahlen belegen. Das Gaststättensterben nennt Trümper als den primären Grund für den Abbau der blinkenden Maschinen. Außerdem trage der Wandel hin zur Erlebnisgastronomie zu dieser Entwicklung bei. Ebenso wie die angestiegenen Bierpreise. Da ließe der Gelegenheitsspieler doch lieber seinen Fünfer in der Hosentasche stecken als ihn im Automatenschlitz veschwinden zu lassen.

So geht es allerdings nicht dem Süchtigen, der ungeachtet seiner finanziellen Lage seine Einsätze bringt: Da verspiele manch einer Haus und Hof, berichtet Trümper aus seiner Erfahrung als Ansprechpartner für die Betroffenen. Sei es nicht in der Kneipe, so in einer der Spielhallen, deren Zahl in NRW mit 27.000 konstant geblieben ist. Auch wenn die Gesamtzahl der Geldspielgeräte in NRW im Vergleich zu 1998 rückläufig ist, hieße das im Umkehrschluss nicht, dass weniger Personen spielsüchtig seien, erläutert der Fachmann. "Als attraktive neue Form setzten mehr und mehr Menschen auf das staatliche Glücksspiel." Trümper fordert daher, umfassend über die Gefahren des Glücksspiels aufzuklären. In Bergkamen verführten am 1. Janaur 2000 17 Spielhallen, in denen 187 Geräte aufgestellt waren, und 59 Automaten in Gaststätten zum Münzeinwurf; in Kamen 91 Maschinen in 11 Spielhallen und 74 in Gaststätten.


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