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Beim Glücksspiel klingelt es auch im Stadtsäckel
Medium: Saarbrücker Zeitung
Datum: 17.01.2000
Saarland-Spielbank und Saartoto verstärken ihr Engagement für das Sport- und Kulturprogramm in St. Wendel

St. Wendel (vf). Je mehr Umsatz das Casino St. Wendel macht, desto mehr freut sich der St. Wendeler Bürgermeister, Klaus Bouillon (CDU). Denn die Stadt erhält eine Konzessionsabgabe von dem Casino. Und die fällt um so höher aus, je mehr Menschen dort ihr Glück beim Automatenspiel versuchen. Im letzten Jahr waren es immerhin 100 000 Mark. Geld, das nach Angaben des Bürgermeisters für freiwillige Leistungen verwandt wird, die sonst wegen des defizitären Haushaltes der Stadt St. Wendel kaum mehr zu finanzieren wären.

Gerd Meyer, Geschäftsführer der Saarland-Spielbank GmbH, und Bürgermeister Bouillon trafen sich jetzt in dem Casino in der Bahnhofstraße aber nicht nur, um die Bilanz des staatlichen Glücksspiel-Geschäftes vorzulegen, sondern auch um eine neue "Partnerschaft" bekannt zu geben. Denn die Saarland-Spielbank GmbH und die Muttergesellschaft Saartoto unterstützen ab diesem Jahr in großem finanziellen Umfang kulturelle und sportliche Veranstaltungen der Kreisstadt, so natürlich auch den Rad-Weltcup. Laut Bürgermeister ist zudem ein Inline-Skating-Event geplant, außerdem ein dreitägiges Klassik-Open-Air (wie berichtet). Man wolle darüber hinaus auch gemeinsame Aktionen durchführen. Geplant ist eine Familien-Fitness-Rallye im Frühsommer. Bouillon und Meyer wollten noch nicht sagen, mit welchem Betrag Spielbank und Saartoto die Stadt unterstützen. Bisher war Saartoto mit 40 000 Mark dabei. Klar ist, dass das Sponsoring jetzt deutlich höher ausfallen soll. Konkrete Zahlen sollen erst genannt werden, wenn der Aufsichtsrat des Unternehmens diese genehmigt hat. Dies wird im März der Fall sein. Der Grundsatzbeschluss für die Partnerschaft sei allerdings gefallen, betonten beide.

Gerd Meyer ging auch auf die Geschäftsbilanz der Spielbank im letzten Jahr ein. Das Casino in St. Wendel, vor zwei Jahren eršffnet, sei eine von acht Spielstätten im Saarland. Im deutsch-französischen Garten und im Schloss Berg bei Nennig werde das große Glücksspiel angeboten, zum Beispiel Roulette. In den sechs anderen das Automatenspiel. Mit den Automaten wird mittlerweile 85 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaft. 90 Prozent der Einsätze werden im Durchschnitt wieder als Gewinne ausgeschüttet. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Saarland-Spielbank 64,3 Millionen Mark. 37,65 Millionen Mark flossen davon an das Land. Die Umsatzsteigerung des Unternehmes betrug satte 19 Prozent. In St. Wendel allerdings ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück und belief sich noch auf 1,375 Millionen Mark. 40 moderne Spielgeräte sind im Casino in der Kreisstadt im Einsatz. Erst vor wenigen Tagen, so Meyer, gewann ein Gast mit einem Einsatz von fünf Mark 34 000 Mark.

Die Saarland-Spielbank GmbH ist eine hundertprozentige Tochter von Saartoto. Dieses Unternehmen wiederum gehört zu vier Siebtel dem Land und zu drei Siebtel dem Landessportverband. Die erwirtschafteten Gelder des staatlich konzessionierten Glücksspieles kommen ausschließlich öffentlichen Zwecken zugute.


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