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Schweizer Casinos starten Jagd auf Croupiers
Medium: News / CH
Datum: 30. 04. 2001
Viele Schulen - wenig Kandidaten

Bern - Rund fünf Monate vor der Erteilung der Spielbankenkonzessionen werden in der ganzen Schweiz Croupier- Schulen gegründet. Auszubildende sind jedoch schwierig zu finden. Das Personal wird deshalb auch im Ausland gesucht.

Die Schweizer Casinos werden in den kommenden Jahren schätzungsweise 2000 Croupiers benötigen. Mit Löhnen von 8000 bis 10 000 Franken - Trinkgeld eingeschlossen - ist der Beruf des Croupiers aus der Sicht der Casinos attraktiv. Er verlangt grosse Fingerfertigkeit, Kontaktfreudigkeit, ein gutes Personengedächtnis und einen Sinn für Zahlen.

Abwartende Haltung

Auszubildende sind aber nicht leicht zu finden. «Solange die Konzessionen nicht erteilt worden sind, und die Bevölkerung den Grands Jeux skeptisch gegenüber steht, ist es schwierig, Kandidaten in der Schweiz zu finden», erklärt Alvaro Mellini, Verantwortlicher der Croupier-Schule «Accento» der Casinos Locarno und Lugano.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Kristina Rippstein Marthaler, Personalverantwortliche bei Swiss Casinos, gemacht. Für die Schule «SC Academy», die im September eröffnet wird, wurde ein anspruchsvoller zweijähriger Lehrgang mit Eintrittsprüfung zusammengestellt.

Abgeschlossen wird die Ausbildung voraussichtlich mit einem vom Bund anerkannten Zertifikat. Rund 30 Personen sollen im September am ersten Ausbildungsgang teilnehmen. Die Konzessionserteilung im Herbst sei für die ganze Branche entscheidend, so Rippstein. Dann werde klar, wie viele Leute wo gebraucht würden.

Auch Leontine Thorrington, Verantwortliche für die Ausbildung der Croupiers im Casino Montreux, ist noch auf der Suche nach rund fünfzehn Kandidaten für ihre in Englisch durchgeführten Kurse. Derzeit können die Anwärter an einer Hand abgezählt werden. Die Schweizer seien von Natur aus konservativ und warteten erst einmal ab, so Thorrington.

Genügend Kandidaten hat zur Zeit die Schweizer Pionierin, die Grand Casino SA. Sie rekrutiert für ihre zwei Schulen in Zürich und Egerkingen SO in allen Berufsgattungen. «Die Palette unserer Anwärter reicht vom Bankier über den Studenten bis zum Bäcker» sagt Fernando Mutti von Grand Casino SA. Oftmals zögerten Interessierte aber, ihren sicheren Beruf aufzugeben.

Wichtiges Argument

Die Ausbildung des Personals sei ein wichtiges Argument bei der Auswahl der Dossiers, betont Yves Rossier, Verantwortlicher des Sekretariats der Eidg. Spielbankenkommission. Aber auch die verantwortungsvollen Posten bei der Betriebsüberwachung müssten mit erfahrenem, gut ausgebildetem Personal besetzt werden.

Den definitiven Entscheid über die Konzessionen fällt der Bundesrat im Herbst. Rund 60 Spielbanken haben Gesuche für die 20 bis 25 Konzessionen eingereicht. Erteilt werden 4 bis 8 Konzessionen des Typs A (Grand Casino) und 15 bis 20 des Typs B (Kursaal).

Olivier Petitjean (Quelle: sda)


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