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Fiskus soll Lotto-Gewinne besteuern
Medium: Stuttgarter Nachrichten
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Finanzpolitiker einig: Steuerfreiheit bei größeren Summen kippen

Berlin (rtr/dpa) - Finanzpolitiker der vier größeren Parteien im Bundestag haben die Besteuerung von Gewinnen bei Glücksspielen wie dem Lotto-Spiel oder dem Fernseh-Quiz "Wer wird Millionär?'' gefordert.

Der SPD-Steuerexperte Peter Enders sagte der "Bild am Sonntag'', die Steuerfreiheit sei einmal für kleine Gewinne eingeführt worden. "Doch jetzt geht es um Riesensummen.'' Deshalb sollten größere Gewinne bei einem TV-Ratespiel oder beim Lotto besteuert werden.

Die Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, Christine Scheel (Grüne), sagte, grundsätzlich sollten alle Einkünfte steuerlich gleich behandelt werden. Der Erlass von 1972, der die Steuerfreiheit solcher Gewinne regelt, sei "auch im Hinblick auf die Höhe der Summen nicht mehr zeitgemäß''. Eichel solle prüfen, ab welcher Höhe eine Besteuerung gerechtfertigt sei. Ähnlich äußerte sich Gisela Frick von der FDP: Keiner habe ahnen können, welche Dimensionen die Gewinne annehmen würden. Auch Bartholomäus Kalb (CSU) forderte: "Gewinne ab 100000 Mark sollen künftig besteuert werden.''

Selbst der Bund der Steuerzahler hätte keine Einwände gegen diese neue Einnahmequelle des Fiskus. "So sehr ich den Gewinnern das Geld gönne - jeder Arbeitnehmer, der 300 Mark mehr Gehalt bekommt, muss das ja auch versteuern'', sagte Vizepräsident Dieter Lau.

Eine Sprecherin von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) räumte den Forderungen allerdings wenig Chancen ein.

Beim Lotto sorgt der so genannte Jackpot regelmäßig für Gewinne in Millionenhöhe. Wird der erste Rang in einer Ziehung nicht getroffen, so wird die Gewinnsumme der nächsten Ziehung zugeschlagen. Vor einigen Jahren hatte sich ein Jackpot von mehr als 42 Millionen Mark aufgebaut.


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