Erstmals über zwei Milliarden DM eingenommen
VON STEFAN KOCH
Bad Oeynhausen. Um ein Fünftel des bisherigen
steigerte das Finanzamt Minden seine Einnahmen.
Damit bilanzierte der Fiskus erstmals über der
Zwei-Milliarden-Marke. Hauptgrund der - aus seiner
Sicht erfreulichen - Entwicklung: Einkommensteuerzahler
mussten etliche Millionen zusätzlich berappen.
Mit fast 379 Millionen Mark Steuermehreinnahmen
erzielte das Finanzamt Minden im vergangenen Jahr ein
Aufkommen von exakt 2 181 018 264 Mark. "1990
wurden wir in den Club der Milliardäre aufgenommen -
knapp zehn Jahre später ist es nun zu einer
Verdopplung gekommen", so Kassenleiter Eckhard
Urbat.
Eine Steigerung von 21 Prozent und damit Platz eins
beim Zuwachs in Ostwestfalen-Lippe verzeichnen
deshalb die Mindener 1999.
An ihrer im vergangenen Jahr eingebrachten Geldmenge
gemessen sind sie an dritter Stelle. Unter den 51
Ämtern im Oberfinanzbezirk Münster haben die Platz
sieben.
Doch von nichts kommt nichts: Weil das Spielcasino in
Bad Oeynhausen im September in den Werrepark zog
und dort noch mehr Gäste lockte, stiegen die
Einnahmen fürs Finanzamt von 27 auf 36 Millionen Mark
an. 80 Prozent von jeder Zocker-Mark gehen nämlich an
den Fiskus. Mehreinnahmen in Höhe von 26 Millionen
gab's auch bei der Lohnsteuer - dem Hauptstück im
großen Kuchen des Aufkommens. Den meisten
Zuwachs 1999 machte die Einkommensteuer aus.
"Im nächsten Jahr wird sich das aber nicht
wiederholen", so die Auskunft von Jürgen Junker,
dem Leiter des Mindener Finanzamtes. Ob dieser einmalige
Zufluss durch Umzug potenter Steuerpflichtiger zu Stande kam?
Ob Unternehmen in großem Ausmaß nachversteuern
mussten? Darüber liegt das Steuergeheimnis.
"Die Mehreinnahmen an Einkommensteuer könnten bei
einem Konjunkturforscher den Eindruck erwecken, dass
sich die Unternehmensgewinne verdreifacht hätten", so
Junker.