Bad Oeynhausen (dpa). Bei Black-Jack, Baccara, Roulette
und den so genannten einarmigen Banditen können Zocker
in der Spielbank Hohensyburg in der Nähe von Dortmund
täglich ihr Glück versuchen. Doch die Spieler müssen sich
ab Anfang kommenden Jahres umgewöhnen - und zwar
auf neue Jetons und Spielmünzen. Der Grund: Mit der
Umstellung von der D-Mark auf den Euro wird Deutschlands
größtes Casino mit einem Umsatz von rund 186 Millionen DM
(95 Mio Euro) im Jahr 2000 neues Spielgeld einführen - eine
Notwendigkeit, die die Spielbank Millionen kostet.
In unserem Haus kostet die Umstellung rund 3 Millionen
D-Mark, in der Westspiel-Gruppe sind es 10 Millionen
D-Mark, sagt Franz Hirthammer, Direktor der Spielbank
Hohensyburg. Zu den Casinos der Gruppe zählen nach Bad
Oeynhausen, Aachen, Berlin am Alexanderplatz, Bremen
mit einer Dependance in Bremerhaven und Kassel mit
einer Zweigstelle in Bad Wildungen.
Bei dem Wechselprozess müssen alle Jetons
ausgetauscht werden, da die Wertigkeit der einzelnen
Größen sich ändert, sagt Hirthammer. Dabei will er seinen
Gästen eine Umtauschfrist für alte Jetons von Anfang
Januar bis Ende Februar 2002 einräumen. Allein für die
Spielbank in Hohensyburg seien 6 Europaletten der neuen
Jetons im Gegenwert von 25 Millionen Euro geordert.
Neben anderen Farben und Größen werde es auch eine
neue Spielgeldeinteilung geben. Konnten die
Glücksspielfans bislang Spielgeld im Gegenwert von 5
D-Mark als kleinste Einheit erhalten, werden die Zocker
künftig ab 2 Euro auf Schwarz oder Rot setzen können.
Eine weitere Neuerung wartet für die Glücksspiel-Fans bei
den derzeit rund 270 Geldautomaten in Hohensyburg. Ab
kommendem Jahr kann an den Automaten nicht mehr mit
Echtgeld sondern nur noch mit so genannten "token"
gespielt werden, sagt Hirthammer. Diese Münzen müssen
vor dem Spiel gekauft werden und bieten laut Hirthammer
einen enormen Vorteil.
Es wird bald nach Einführung des Euros eine
innereuropäische Vermischung der Münzen von
verschiedenen Herstellern geben, meint Hirthammer. Er
befürchtet dabei Münzungenauigkeiten, da das Geld aus
verschiedenen Produktionsstätten komme. Die Folge: Die
elektronischen Münzprüfer in den Geldautomaten könnten
häufiger als bisher die Geldstücke trotz Echtheit nicht
akzeptieren, Störungen oder Ausfälle der Geräte mit
Mindereinnahmen würden dann auf das Casino
zukommen.
Seit zweieinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen in der
Spielbank nahe Dortmund für die Umstellung zum Stichtag
1. Januar 2002. Und neben der Anpassung der Jetons und
Automaten muss sich auch das Personal des Casinos an
die neue Währung gewöhnen. Ab September werden alle
Mitarbeiter des Hauses intensiv bei der Landeszentralbank
geschult, damit sie die europaweit unterschiedlichen
echten Euros von falschen unterscheiden können, sagt
Hirthammer.