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Wechsel im Zocker-Glück: Euroumstellung kostet Spielbank Millionen
Medium: Lippische Landeszeitung
Datum: 08. 06. 2001
Bad Oeynhausen (dpa). Bei Black-Jack, Baccara, Roulette und den so genannten einarmigen Banditen können Zocker in der Spielbank Hohensyburg in der Nähe von Dortmund täglich ihr Glück versuchen. Doch die Spieler müssen sich ab Anfang kommenden Jahres umgewöhnen - und zwar auf neue Jetons und Spielmünzen. Der Grund: Mit der Umstellung von der D-Mark auf den Euro wird Deutschlands größtes Casino mit einem Umsatz von rund 186 Millionen DM (95 Mio Euro) im Jahr 2000 neues Spielgeld einführen - eine Notwendigkeit, die die Spielbank Millionen kostet.

„In unserem Haus kostet die Umstellung rund 3 Millionen D-Mark, in der Westspiel-Gruppe sind es 10 Millionen D-Mark“, sagt Franz Hirthammer, Direktor der Spielbank Hohensyburg. Zu den Casinos der Gruppe zählen nach Bad Oeynhausen, Aachen, Berlin am Alexanderplatz, Bremen mit einer Dependance in Bremerhaven und Kassel mit einer Zweigstelle in Bad Wildungen.

„Bei dem Wechselprozess müssen alle Jetons ausgetauscht werden, da die Wertigkeit der einzelnen Größen sich ändert“, sagt Hirthammer. Dabei will er seinen Gästen eine Umtauschfrist für alte Jetons von Anfang Januar bis Ende Februar 2002 einräumen. Allein für die Spielbank in Hohensyburg seien 6 Europaletten der neuen Jetons im Gegenwert von 25 Millionen Euro geordert. Neben anderen Farben und Größen werde es auch eine neue Spielgeldeinteilung geben. Konnten die Glücksspielfans bislang Spielgeld im Gegenwert von 5 D-Mark als kleinste Einheit erhalten, werden die Zocker künftig ab 2 Euro auf „Schwarz oder Rot“ setzen können.

Eine weitere Neuerung wartet für die Glücksspiel-Fans bei den derzeit rund 270 Geldautomaten in Hohensyburg. „Ab kommendem Jahr kann an den Automaten nicht mehr mit Echtgeld sondern nur noch mit so genannten "token" gespielt werden“, sagt Hirthammer. Diese Münzen müssen vor dem Spiel gekauft werden und bieten laut Hirthammer einen enormen Vorteil.

„Es wird bald nach Einführung des Euros eine innereuropäische Vermischung der Münzen von verschiedenen Herstellern geben“, meint Hirthammer. Er befürchtet dabei Münzungenauigkeiten, da das Geld aus verschiedenen Produktionsstätten komme. Die Folge: Die elektronischen Münzprüfer in den Geldautomaten könnten häufiger als bisher die Geldstücke trotz Echtheit nicht akzeptieren, Störungen oder Ausfälle der Geräte mit Mindereinnahmen würden dann auf das Casino zukommen.

Seit zweieinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen in der Spielbank nahe Dortmund für die Umstellung zum Stichtag 1. Januar 2002. Und neben der Anpassung der Jetons und Automaten muss sich auch das Personal des Casinos an die neue Währung gewöhnen. „Ab September werden alle Mitarbeiter des Hauses intensiv bei der Landeszentralbank geschult, damit sie die europaweit unterschiedlichen echten Euros von falschen unterscheiden können“, sagt Hirthammer.


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