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Millionenbetrug in Spielcasino in Hittfeld
Medium: Rheinische Post
Datum: 30. 1. 2000
Staatsanwaltschaft ermittelt seit halbem Jahr

Hannover (AP). In der Spielbank im niedersächsischen Hittfeld sollen Croupiers, Aufsichtsbeamte und Profispieler aus dem Rotlichtmilieu Millionenbeträge ergaunert haben. Aufsichtsbeamte der Bezirksregierung Hannover und die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermitteln deshalb seit mehr als einem halben Jahr, wie der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Jürgen Wittenberg, am Wochenende bestätigte.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schrieb, die Bande habe mit einem manipulierten Roulettekessel, frisierten Abrechnungen und Jeton-Tricks mehr als 2,5 Millionen Mark in eigene Taschen gespielt. An den Betrügereien seien etwa 15 Mitarbeiter und staatliche Aufseher des Casinos beteiligt gewesen. Ein früherer Mitarbeiter, der die Betrügereien aufzudecken geholfen habe, werfe der Aufsichtsbehörde und Geschäftsführung der 1990 verstaatlichten Spielbank vor, trotz zahlreicher Hinweise jahrelang versagt zu haben.

Ministeriumssprecher Wittenberg sagte demgegenüber, die Ermittlungen seien nicht recht vorangekommen, weil Hinweise oftmals spekulativ gewesen seien oder auf Gerüchten beruht hätten. Ausgangspunkt der Ermittlungen sei ein ständig abnehmender Bruttospielertrag gewesen, der nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Unregelmäßigkeiten habe schließen lassen. Das niedersächsische Landeskriminalamt habe bei der Untersuchung eines Roulettekessels schließlich festgestellt, dass dieser manipuliert gewesen sei. An dem Kessel sei ein Trennsteg zwischen den Zahlenfeldern erhöht gewesen. Das Innenministerium habe aus den Ermittlungen, über die auch in dem Medien berichtet worden sei, nie ein Geheimnis gemacht, betonte Wittenberg.

Dem "Spiegel" zufolge wurden an dem Roulettekessel gleich mehrere Trennstege erhöht, um die Spielkugel auf bestimmte Zahlenfelder zu lenken. Außerdem seien in Hittfeld Jeton-Schieber, so genannte Poussateure, geduldet worden, die Spielchips am Handballen befestigen, um sie nach dem Fall der Kugel auf die richtigen Zahlenfelder zu mogeln.

Nun ist laut "Spiegel" zu klären, ob und wie weit führende Manager der landeseigenen Spielbanken Niedersachsen GmbH in die Gaunereien verwickelt waren. Durch diese seien Land und Kommunen um mehr als zwei Millionen Mark aus der staatlichen Spielbankenabgabe geprellt worden, hieß es.


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