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Beratungsstelle für Glücksspielabhängige kritisiert EC-Cash-Terminals in Spielcasinos
Medium: Neue Westfälische
Datum: 29.1.2000
Geld ist zu leicht zu haben

VON FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP

Kreis Herford. Der Förderverein der Beratungsstelle für Glücksspielsüchtige, die "Zocker-Hilfe" , hat sein 100. Mitglied aufgenommen. Es ist nicht zufällig Klaus Pahde. Der Herforder Rechtsanwalt wird als Einstand eine Informationsveranstaltung zu der neu geschaffenen Möglichkeit eines "Verbraucherkonkurses" anbieten. Denn Überschuldung ist eines der folgenschweren Probleme Glücksspielsüchtiger. Ihnen wird es nach Ansicht der Berater in den Spielcasinos immer einfacher gemacht, im Spielrausch "online" ihr Bankkonto abzuräumen.

10.000 Mark ließ ein Klient der Beratungsstelle mit seiner EC-Karte an einem Abend im Spielcasino Hohensyburg vom Ehegattenkonto abbuchen, berichtet die Beraterin Ilona Fühtenschnieder. Da im Automatensaal keine Ausweiskontrollen durchgefürt wüden, sei nicht bemerkt worden, dass sich der Spieler bereits drei Jahre zuvor habe sperren lassen. Auch in Bad Oeynhausen sei Änliches geschehen.

An einem Abend 10.000 Mark vom Konto abgebucht

Am Geldautomaten könten zwar pro Tag nur 1.000 Mark abgehoben werden. Im "EC-Cash-Verfahren", das eigentlich für bargeldloses Bezahlen an der Kaufhaus-Kasse geschaffen wude, könen je nach Geldinstitut wesentlich höere Beträge abgebucht werden. Am Empfang des Casinos könnten sich Spieler aber auf diesem Weg Bargeld auszahlen lassen. Die Berater fordern, dass wenigstens beim EC-Cash- Verfahren die Personalien mit der Sperr-Kartei verglichen werde. Seit dem Umzug des Bad Oeynhausener Spielcasino aus dem abgelegenen Kurhaus in das Entertainment-Center am Werrepark umgezogen sei, hätten sich die Probleme mit den Casino-Spielern verstärkt. Ein angesehener Bad Oeynhausener Bürger habe in zwei Monaten 83.000 Mark verspielt. Besonders verführerisch sei der Direktzugang vom GroßKino ins Casino. Ein Klient sei auf diesem Wege rükfällig geworden.

In Herford ist es die Nachbarschaft zu einem Jugendzentrum und einer Schule, die den Suchtberatern bei der Eröfnung der Spielhalle in der Bäckerstraße ein Dorn im Auge ist. Fatal sei auch die Möglichkeit unauffällig durch die Postfiliale in die Spielhalle zu gelangen. Breit angelegter Protest hatte an den geschaffenen Tatsachen nichts mehr ändern können.


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