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Richard Branson und Bill Gates wollen Lotto revolutionieren
Medium: Berliner Zeitung
Datum: 8.2.2000
Sechs Richtige per Handy

Die beiden erfolgreichsten Selfmade-Milliardäre der Welt wollen auch anderen zu Millionen verhelfen. Bill Gates und Richard Branson planen, die britische National Lottery zu betreiben. Gewinnen der amerikanische Microsoft-Gründer Gates und der Engländer Branson die Ausschreibung, gibt es bald Lottokönige im Tagestakt. Denn Branson kündigte an, dass sie "jeden Tag im Jahr einen neuen Millionär" schaffen wollen.

In Großbritannien vergibt das National Lottery die Lizenz zur Betreibung der Lotterie an private Betreiber für jeweils sieben Jahre. Im nächsten Jahr läuft die Lizenz für den derzeitigen Betreiber Camelot"s aus. Bis Ende Februar müssen alle neuen Bewerber als solche registriert sein, im Juni wird dann die Kommission zur Lizenzvergabe eine Entscheidung treffen. Neben Branson/Gates und Camelot haben fünf weitere Unternehmen Interesse angemeldet.

Geld werden die beiden Mega-Reichen - das Privatvermögen von Gates liegt bei 180 Mrd. Mark, das von Branson bei 4 Mrd. Mark - mit dem Betrieb der Lotterie nicht machen können, Überschüsse müssen für wohltätige Zwecke abgeführt werden. Durch die Allianz mit Software-König Gates steigen die Chancen gewaltig für Branson, den Zuschlag für seine "People"s Lottery" zu bekommen. Bei der letzten Lizenzvergabe musste er ins Leere schauen. Er wurde mit der Begründung abgelehnt, dass das technische Konzept von Camelot besser sei.

Das soll sich mit Microsoft als Technologiepartner an der Seite ändern, eine optimale Computerinfrastruktur wird geschaffen. Das Lottospiel der Zukunft wird einen ganz anderen Charakter bekommen: Der Lottoschein wird mittelfristig durch den virtuellen Tippzettel ersetzt. Per Internet, Handy oder Fernseher soll man dann seine Wunschzahlen abgeben können und per Kreditkarte bezahlen.


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