Im Kurhaus steht neue Roulette-Variante, die es in ganz Deutschland
noch nicht gibt
Im Keller des Kurhauses steht seit gestern ein neues Spielzeug mit
Seltenheitswert: Für etwa eine Viertelmillionen Mark hat sich die Spielbank
Warnemünde eine Kombination aus Automaten- und klassischem Roulette
installieren lassen. Eine Neuentdeckung von der Londoner Messe, die es bisher
in Deutschland noch nicht gab, so Hans Krüger, der Chef der beiden Häuser in
Warnemünde und Schwerin.
Elektroniker warfen am frühen Nachmittag noch einen letzten Blick auf die
Geräte, die Croupiers ließen sich alles genauestens erklären und, na klar, auch
die Kollegen von der Finanzaufsicht beobachteten das Geschehen mit
wachsamer Miene. Zwar werden die Kunden in der Automatenetage der
Spielbank auch in Zukunft keine echten Chips in die Hand nehmen, sondern mit
dem Finger auf dem Computerbildschirm ihre Einsätze geben. Doch die alles
entscheidende Kugel wird knapp zwei Meter vor ihrer Nase an einem richtigen
Roulette-Tisch von einem richtigen Croupier ins Rennen geworfen. Rechts und
links sind Kameras installiert, die die Nahaufnahmen des Geschehens
unmittelbar auf den Bildschirm übertragen. Der Angestellte der Spielbank aber
kann im Gegenzug nicht sehen, welcher Gast auf welche Zahl gesetzt hat.
Ob sich die Investition wirklich rechnet? Hans Krüger ist zuversichtlich. Er
kommentiert: "Wir wollen damit natürlich auch eine Brücke bauen, damit der eine
oder andere von den Automaten nach oben an die Tische kommt." Das
Unternehmen Novomatic mit Sitz nahe Wien hat Idee und Technik dafür
entwickelt und auch in Portugal und England schon einige Male installiert.
Lediglich in Österreich selber sei diese Verknüpfung nicht erlaubt. Katja Bülow