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Spielsüchtige Putzfrau stahl 10.000 Mark - Bewährung
Medium: Hamburger Abendblatt
Datum: 09. 08. 2001
Am Sparstrumpf vergriffen

Zwei Jahre lang hatte sie in dem Haushalt in Rissen geputzt, im Reihenhaus einer 70 Jahre alten Rentnerin. Ohne Tadel. Bis zu jenem 21. Februar dieses Jahres. Der "Notgroschen" der Dame, 10 000 Mark, lagerte in einem Schuhkarton. Im Badezimmer. "Es ist einfach so herausgefallen, da habe ich es genommen. Es tut mir leid", sagt Putzfrau Mariola Bozena K. (41) betreten, eine schlanke Frau mit blonden langen Haaren. Sie weint. Ja, der berühmte "Sparstrumpf", grübelt der Richter, der den Diebstahlsfall nun am Amtsgericht Blankenese verhandelt.

Das Tatmotiv war die Spielsucht: Sie habe versucht, die Spielhallen zu meiden, "aber das ist sehr schwer", sagt die dreifache Mutter, die von Sozialhilfe lebt. Der Anwalt und der Richter wollen den Fall am liebsten gegen eine Geldbuße einstellen, denn die Angeklagte hat das Geld bereits zurückgezahlt, war in Not. . . Nicht so der bayerische Rechtsreferendar, der den Staatsanwalt vertritt. Er fordert 600 Mark Geldstrafe : "Sie hat nicht nur einen Lippenstift aus einer Drogerie gestohlen, sondern eine Menge Geld", sagt der junge Jurist in der Ausbildung. Urteil: Verwarnung mit Strafvorbehalt. Im Klartext heißt das: 600 Mark "Geldstrafe auf Bewährung". Erst, wenn sie erneut straffällig wird, muss sie die 600 Mark zahlen. (neh)


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