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In Fürth Polizist suspendiert
Medium: Fürther Nachrichten
Datum: 29. 08. 2001
Eine Sucht

Noch ein Fall: Beamter rauchte Drogen – Therapie absolviert

FÜRTH – Nicht nur die beiden Zirndorfer Polizisten, die wegen Benzin-Klau und Drogenkonsums vom Dienst suspendiert wurden, sind auf Grund persönlicher Probleme mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Auch einem Mitglied der Fürther Polizeidirektion wurde seine Rauschmittel-Sucht zum Verhängnis: Er musste aufs Gehalt verzichten.

Peter Grösch, Pressesprecher am Polizeipräsidium Mittelfranken, bestätigte Informationen unserer Zeitung, dass vor rund einem halben Jahr der 36-Jährige mit einer „verbotenen Droge“ erwischt worden ist und suspendiert wurde. Das Strafverfahren ist inzwischen beendet, der Ordnungshüter kam mit einer Geldstrafe davon. Nachdem er seine Sucht in einer umfassenden Therapie bekämpft hat, kann er demnächst wieder eingesetzt werden.

Die Sache kam gestern, gerade einen Tag nach Bekanntwerden der Vorfälle in Zirndorf, ans Licht. Dort hatte ein Streifenbeamter einige hundert Mark Schaden angerichtet, weil er sein Privatauto mit Dienst-Sprit füllte; ein Kollege wurde mit Drogen erwischt (die FN berichteten).

Ob diese beiden Streifenbeamten ebenfalls wieder Uniform tragen dürfen, ist offen. Die beruflichen Konsequenzen hingen vom Urteilsspruch und der Höhe des Strafmaßes ab, sagte Grösch. Die Akten im „Benzin“-Fall sind bereits der Staatsanwaltschaft übergeben.

Die Untersuchungen in der Angelegenheit des 27-jährigen Kollegen dauern noch an, weil unklar ist, ob er die Designerdrogen nur für den Eigengebrauch kaufte oder auch dealte. Die Kripo in Ansbach sei als „neutrale „Dienststelle“ mit den Ermittlungen betraut worden.

Fürths Polizeidirektor Wilfried sorgt sich, dass der falsche Eindruck entstehe, es gehe in den Wachstuben „drunter und drüber“. Die Polizei werde deshalb „nichts unter den Teppich kehren“. Dietsch wirbt aber auch um Verständnis: In allen drei Fällen seien persönliche Schwierigkeiten als Hintergrund zu sehen. So sei ein Kollege durch seine Spielsucht finanziell in die Bredouille geraten. Dietsch kümmert sich persönlich um den Mann, „damit der wieder Fuß fasst“.

ELKE GRASSER-REITZNER


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