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Zehn Mark für drei Sekunden
Medium: Die Glocke
Datum: 25 .02. 2000
Weiterbildungsseminar des Arbeitskreises gegen Spielsucht

Von THORSTEN BOTHE

Unna(gl). Auch an Spielautomaten, an denen es eigentlich nur um Freispiele gehen dürfte, wird zunehmend um Geldgewinne gespielt, sagt der Arbeitskreis gegen Spielsucht. Die Automatenhersteller warnen dagegen vor Übertreibungen. Beide Seiten trafen sich gestern beim Seminar „Missbrauch von Fun-Games" in Unna.Rund 180 Teilnehmer waren zu dem vom Arbeitskreis gegen Spielsucht organisierten Treffen gekommen: Vertreter städtischer Ordnungsämter - diese haben in der Regel die lokale Spielhallenaufsicht -, Mitarbeiter anderer Behörden von Beratungsstellen und der Justiz.

Arbeitskreis-Geschäftsführer Jürgen Trümper berichtete, dass immer mehr Spielsüchtige als „Medium für ihr problematisches Spielverhalten" Token- oder Playcard-Geräte (Fun-Games) nennen würden, die offiziell keine Geldgewinnmöglichkeit bieten dürfen. Um sie bedienen zu können, müssen die Spieler Spielmünzen (Tokens) oder eine Karte, von der die Einsätze abgebucht werden, kaufen. Als Gewinn locken dann Freispiele. Die gibt es zum Beispiel, wenn auf Knopfdruck drei gleiche Früchte in einer Reihe erscheinen oder die Roulettekugel die richtige Zahl trifft. Spieldauer: pro Durchgangwenige Sekunden. Solange das nur zum Spaß geschehe, wie die Automatenhersteller behaupteten, sei dies alles kein Problem, meint TrümperDann dürfe der Einsatz pro Runde jedoch nur einen Groschen betragen und der Gewinn in Form von Freispielen ausgezahlt werden. Einige Hersteller böten jedoch Geräte an, bei denen der Einsatz bis zu zehn Mark betrage - und einige Automatenaufsteller gäben statt der Freispiele Bargeld. Trümper: „Kein Spieler wird ohne finanziellen Gewinnanreiz zehn Mark für drei, vier Sekunden reinen Spielspaß einsetzen."


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