Weiterbildungsseminar des Arbeitskreises
gegen Spielsucht
Von THORSTEN BOTHE
Unna(gl). Auch an Spielautomaten, an denen es
eigentlich nur um Freispiele gehen dürfte, wird
zunehmend um Geldgewinne gespielt, sagt der
Arbeitskreis gegen Spielsucht. Die
Automatenhersteller warnen dagegen vor
Übertreibungen. Beide Seiten trafen sich gestern beim
Seminar Missbrauch von Fun-Games" in Unna.Rund
180 Teilnehmer waren zu dem vom Arbeitskreis gegen
Spielsucht organisierten Treffen gekommen: Vertreter
städtischer Ordnungsämter - diese haben in der Regel
die lokale Spielhallenaufsicht -, Mitarbeiter anderer
Behörden von Beratungsstellen und der Justiz.
Arbeitskreis-Geschäftsführer Jürgen Trümper
berichtete, dass immer mehr Spielsüchtige als
Medium für ihr problematisches Spielverhalten" Token-
oder Playcard-Geräte (Fun-Games) nennen würden,
die offiziell keine Geldgewinnmöglichkeit bieten dürfen.
Um sie bedienen zu können, müssen die Spieler
Spielmünzen (Tokens) oder eine Karte, von der die
Einsätze abgebucht werden, kaufen. Als Gewinn locken
dann Freispiele. Die gibt es zum Beispiel, wenn auf
Knopfdruck drei gleiche Früchte in einer Reihe
erscheinen oder die Roulettekugel die richtige Zahl
trifft. Spieldauer: pro Durchgangwenige Sekunden.
Solange das nur zum Spaß geschehe, wie die
Automatenhersteller behaupteten, sei dies alles kein
Problem, meint TrümperDann dürfe der Einsatz pro
Runde jedoch nur einen Groschen betragen und der
Gewinn in Form von Freispielen ausgezahlt werden.
Einige Hersteller böten jedoch Geräte an, bei denen
der Einsatz bis zu zehn Mark betrage - und einige
Automatenaufsteller gäben statt der Freispiele Bargeld.
Trümper: Kein Spieler wird ohne finanziellen
Gewinnanreiz zehn Mark für drei, vier Sekunden reinen
Spielspaß einsetzen."