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Spielbank fördert Spielsucht |
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Medium: Neue Osnabrücker Zeitung
Datum: 18. 09. 2001 |
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Osnabrück (rll)
Die Osnabrücker Spielbank soll am 1. November eröffnet werden in der
Vitischanze mit dem klassischen Glücksspiel, am Hauptbahnhof mit dem
Automatenspiel. In ihrem Brief an Ministerpräsident Gabriel betont
Susanne von Garrel unter Hinweis auf das ARD-Magazin Kontraste,
dass sich die Einnahmen der Länder aus den Spielbanken rapide erhöht
hätten, wobei laut Auskunft des Verbandes Glücksspielsucht rund 95
Prozent der Einnahmen am Ende von Spielsüchtigen stammten. Der
Verband der Glücksspielsucht bewerte die präventive Arbeit der
Spielbanken mit Fragebögen und anderen Maßnahmen als vordergründig
und ineffektiv, um die Spielsucht zu bekämpfen.
Es wird vom Verband Glücksspielsucht darauf verwiesen, dass dies die
Sucht mit der höchsten Selbstmordrate ist, schreibt die Frauenbeauftragte
in ihrem offenen Brief. Ein Spielbankkonzept, das auf junge Besucher
abziele, sei katastrophal. Das habe sich erst vor kurzem in
Nordrhein-Westfalen gezeigt. Dort habe die Landesregierung kürzlich eine
Landesdachstelle gegen Spielsucht beschlossen, die Präventions- und
Hilfsangebote koordinieren und den Zugang zu Glücksspielangeboten
erschweren solle.
Doch während das Nachbarland 1,3 Millionen Mark in die Bekämpfung der
Spielsucht investiere, geschehe in Niedersachsen das Gegenteil: Die
Spielbanken entdeckten die jungen Leute als Zielgruppe. Wir möchten,
dass Sie als Ministerpräsident, der um die großen finanziellen Einnahmen
des Landes Niedersachsen aus den Spielbanken weiß, handeln, schreibt
die Kreisfrauenbeauftragte.
Es dürfe jetzt keine Beschwichtigung, kein Hinhalten, keine
Halbherzigkeiten geben. Wir möchten, dass das Glücksspiel, das viele
Menschen süchtig macht, sie um ihr Gut und Geld und viele um ihr Leben
bringt in Niedersachsen, kein Wert und kein Ziel wird, das jungen Leuten
als schön, attraktiv und erstrebenswert dargestellt wird, heißt es weiter in
dem Brief, der auch an den Petitionsausschuss des Landtages und an die
örtlichen Landtagsabgeordneten gerichtet ist.
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