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5.609 Beiträge in 889 Themen- von 968 Mitglieder - Neuestes Mitglied: lparsonsc

23 Mai 2012, 01:00:32
Forum GlücksspielsuchtGlücksspielsuchtGlücksspielsucht Allgemein (Moderator: Ilona)Thema: Spielt der Wert eine Rolle
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Autor Thema: Spielt der Wert eine Rolle  (Gelesen 1137 mal)
MacKayne
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« am: 03 März 2011, 11:37:33 »

Hallo zusammen,

Ich möchte an dieser Stelle nur eine kleine disskussion anregen, bzw vielleicht sogar eine klare Antwort bekommen Smiley

Ich habe viele der hier eingestellten Beiträge gelesen und habe festgestellt das nahezu alle angeben wie viel sie verspielt haben.

Jetzt zur Frage bzw Diskussionsgrundlage.

Nehme mich mal als beispiel. Ich sehe mittlwerweile ein das ich Spielsüchtig bin. Ich habe aber bei weiten noch nicht so viel geld verspielt, wie viele hier angeben, das sie bereits verspielt haben. Bin ich desewegen jetzt "weniger" süchtig? Ich denke nein. Der einzige Unterschied besteht höchstens in dem Grad der Beschaffung von Geld. Ich habe fast immer nur MEIN Geld verspielt. gelegentlich auch geliehenes Geld, aber ich bin nicht auf Illegalem Weg zu Geld gekommen. Ich habe aber auch oft rechnungen und dergleichen "übersehen" um zocken gehen zu können. Ich habe als schulden gemacht um zu zocken (ich weiß das bilde einen leichten gegensatz zu der aussage "nur mein Geld")

Ich sehe es so, das der Wert den ich verloren, bzw eingesetzt habe, nichts mit dem grad der Spielsucht zu tun hat. Ich denke maßgeblich ist nur DAS man das VERLANGEN nach dem spielen hat. der Vergleich zum rauchen, ob ich 5 oder 30 Zigaretten täglich rauche, ich bin raucher. Beim spielen ist denke ich nur noch ein wichtiger Punkt, wie weit geht man um seiner Sucht nachzugehen. Der Wert dabei ist aber egal. Ob ich 10 oder 50 Euro klaue um zu zocken, ein Diebstahl ist es so oder so. Leihe ich mir geld und gebe es nicht zurück, ist auch eine Art Diebstal, bzw Betrug. Also sehe ich das eher als Indiz für einen "grad" der Spielsucht, als die verspielten wete.

Wie steht ihr dazu, bzw wie seht ihr das?

Ich hoffe ich habe jetzt keine alten oder berits bekannten Sachen aufgewühlt, aber es würde mich mal interressieren.

Gruß Sven
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sleepless
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« Antwort #1 am: 03 März 2011, 15:46:40 »

Hallo Sven ,

ich habe in meinem Leben schon äußerst viele Suchterfahrungen gemacht und mache sie auch heute noch. Ich war drogensüchtig und habe mir hinter alles reingefiffen was ich kriegen konnte. Angefangen habe ich aber mit dem gelegentlichen Kiffen und zuletzt habe ich Blech geraucht. Ich habe 1999 eine Drogentherapie gemacht und habe seither nichts mehr mit diesen Suchtmitteln zu tun gehabt. Zumindest nicht mit Stoffgebundenen. Ich habe etwa im Jahre 2005 angefangen Poker zu spielen. Ich war ein Anfänger und habe erst mit kleineren Beträgen gespielt. Hinterher hatte ich tausende Euros Schulden und dafür einen Kredit laufen, den ich noch heute abbezahle. Es lief ein paar Jahre relativ gut, mit gelegentlichen Ausbrüchen, aber ich habe keine neuen Schulden gemacht und konnte mich selbst un mein Verhalten diesbezüglich überwiegend kontrollieren. Zu Beginn des Jahres 2009 war ich das erste Mal an einem dieser neuen Spielotheken Automaten. Da hatte ich dann im Laufe der Zeit häufigere Ausbrüche und hinterher so häufige Ausbrüche, dass ich jeden Tag nach der Arbeit für einige Stunden dort drin war/bin.
Als Antwort auf deine Frage kann ich dir nur sagen:
MAN FÄNGT KLEIN AN UND HÖRT GROß AUF ! Es ist ein schleichender Prozeß, bei dem man immer mehr die Kontrolle über sich selbt verliert und das  bisherige Leben, die bisherige Gestaltung des Lebens immer mehr in den Hintergrund rückt und das/die Suchtmittel immer mehr Raum einnehmen. Sucht ist per Definition Kontrollverlust. Ich weiß auch heute, dass wenn ich könnte mir ab und zu mal einen Joint rauchen, oder ein Bier trinken würde. Aber zumindest ist mir diese Erfahrung es nicht zu können so oft wiederfahren, dass ich es erst garnicht mehr veruscht habe und das bis heute. Dieses Bewußtsein ist in mein Fleisch und Blut über gegangen...Leider bin ich zu dieser Erkenntnis, was das Spielen betrifft, bisher noch nicht völlig gekommen.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und hoffe, ich konnte Dir (und mir) ein wenig weiterhelfen :-)
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MacKayne
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« Antwort #2 am: 03 März 2011, 15:56:01 »

Ja das kontest du. Danke. Aus deiner Antwort lese ich den Kern heraus (korrigiere mich bitte wenn ich mich täusche) das das verlangen die Sucht definiert und nicht der wert (oder die menge), so wie ich es auch denke.

Das man klein Anfängt und es immer mehr wird das ist mir klar. Ich habe ja nicht das rauchen angefangen und habe gleich die 25-30 tägl. geraucht die ich heute rauche. das spielen hat auch bei Book of Ra mit 5cent einsatz und 2 Euro reinwerfen angefangen. Geendet hat es bei Online Spielen, mit 100 einzahlen und gleich auf 2 Euro spielen.

Aber die sucht, das verlangen war ja schon vor den 2 Euro Mausklicks da. sie war schon bei den 20cent Mausklicks da. Sie hatte nur noch nicht so extrem auswirkungen auf mein leben.

Gruß Sven
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sleepless
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« Antwort #3 am: 03 März 2011, 20:35:36 »

Hallo Sven,

"Aber die sucht, das verlangen war ja schon vor den 2 Euro Mausklicks da"...genau so ist es. Und um dieses Geühl, dass zu beginn mit gerinmgen Beträgen befridigt wurde im Laufe einer Suchterkrankung weiterhin befriedigen zu können MUSS es mehr werden...oder es muss ganz aufhören. Es gibt für Menschen die unter einem Kontrollverlust einer Suchterkrankung leiden KEIN dazwischen.

Gruß, Marcel
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Olli
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« Antwort #4 am: 04 März 2011, 10:24:21 »

Hi!

Ja und nein, Marcel.

Ja, es wird mehr, alleine um die Endorphinausschüttung anzukurbeln.
Ja für einen genesenden Spieler - da gibt es kein "dazwischen".

Nein für einen Spieler ... nehmen wir mal ein Beispiel ... hmm, wen nehmen wir denn da - ach ja - MOI!

Es stimmt, zuerst gab es kleine Einsätze, die wurden irgendwann erhöht.
In jungen Jahren habe ich mir deshalb meinen Bausparvertrag auszahlen lassen und irgendwann habe ich einen Kredit aufgenommen über 10.000 DM (um Schulden zu tilgen, versteht sich #läster#).
Ich flog auf, alles kam raus.
So wurde mir - auch auf meinen eigenen Wunsch hin - ein derartiger Zugang zum Suchtmittel verbaut.
Was stand mir also weiterhin zur Verfügung?
Mein Gehalt, das Geld aus Nebenjobs ...
DAS war innerhalb kürzester Zeit verspielt - bis auf die Wahrnehmumg meiner Zahlungsverpflichtungen - um den "Schein" zu wahren.
Ich habe dutzende von Ländern besucht, war in Nord- und Mittelamerika - in Afrika und Asien.
Wie ich das konnte? - Ich habe mich all die Jahre EINGESCHRÄNKT.

Sven - mach´ Dir keinen Kopp - Deine Frage ist nicht neu - aber sie ist immer aktuell.

Ich habe in der SHG und den SHF lernen dürfen, dass es - ja - ein "Fehler" ist, sich über die Art der Geldbeschaffung abzugrenzen.
Sven, Du beschreibst es ja selbst - Du hast auf verschiedenste Weise bereits eigene "Grenzen" überschritten, die Du ohne Deine Sucht NIEMALS übertreten hättest.
Genau dies macht aber eine Sucht aus - gehört mit zum "Kontrollverlust".
Das eigene Gewissen wird durch Verdrängung und Selbstbetrug umgangen.
NIEMAND - wir Spieler schon einmal gar nicht - kann garantieren, dass wir im Rahmen der Suchtmittelbeschaffung straffällig werden.
Wir wollen diese Zukunft für uns selber gar nicht sehen, weil wir diese Grenze noch nicht erreicht haben.
Der Optiker, der im Geschäft Gelder unterschlägt - der Arzt, der nachts auf Baustellen Metalle klaut und vertickt, der Rentner, der nachts Leergut vom Supermarktgelände klaut um tags darauf Pfand zu kassieren ... es gibt Beispiele en mas - zeigen MIR, wohin mein Lebensweg MIT Suchtausübung MICH bringen kann.
Ich wurde irgendwann gegen meinen Willen Kassierer in einem kleinen Verein.
Es wurden wöchentlich 20 € von mir kassiert - sie landeten in meiner Geldbörse.
War mein Geld weg, dann hatte ich ja noch diese Reserve - und ich habe mir immer feste vorgenommen am Anfang des nächsten Monats die 80 oder 100 € in die Kasse zu legen.
Mal tat ich es - mal tat ich es nicht.
Das Kassenbuch habe ich dabei pedantisch geführt - die Summe aber immer "überlesen".
Irgendwann ist mir dieser Betrag ins Auge gesprungen - und ich war schockiert - über mich.
Ich glaube, es waren annähernd 2.000 €, die dort fehlten.
Dieser Schock hat ausgereicht, die ersten zögerlichen Schritte in Richtung Spielfreiheit zu unternehmen.
DAS ist der Grund, weshalb ich Dir gesagt habe - es ist gut, dass Du derart leidest.
Dieser Schock hat MEIN Leben verändert.
Aber ich weiss auch sehr wohl, dass ich damals ohne ihn meinen Tiefpunkt längst noch nicht erreicht hätte - es hätte noch viel tiefer gehen können.

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Gute 24 h
Olaf
MacKayne
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« Antwort #5 am: 04 März 2011, 11:34:08 »

Hi Olli,

ich habe zwar nicht in den letzten 10 Monaten irgendwelche Geldbeschaffungsmaßnahmen in Angriff genommen die Illegal waren, aber ich habe es schon getan. Ich habe während meiner arbeitslosigkeit, in einer Kneipe einen Nebenjob gehabt. Da ich abends alleine war, und die getränke selber in die Kasse gebucht habe und die "Deckel" nicht kontrolliert wurden stand mir jeder weg offen. Anfangs habe ich nur mein Trinkgeld eingesteckt und meinen Lohn den ich für jeden Tag Bar bekommen habe, was ja auch ok war. Aber irgendwann habe ich angefangen getränke zwar zu kassieren, aber nicht in der Kasse zu buchen. Ich habe strichlisten geführt, wie viele Getränke (speziell Bier) ich nicht Buche. Wobei mir auch gesagt wurde ich soll nicht alles Buchen, damit die Umsätze und somit die Steuern niedrieger sind. Ich habe zum schluss jedes 3. Bier (je 2 Euro) unterschlagen und am Ende des Abends (da ich zusperren musste ging das ganz leicht) teilweise 50 Euro und mehr eingesteckt. damit ging es sofort in die Spielothek. Dazu kam dann noch mein Lohn jeden Tag. Offiziell habe ich für 165Euro/Monat gearbeitet. Tatsächlich habe ich pro Stunde 8 bekommen.das waren eigentlich jeden abend mindestens 60Euro. Ich habe mit diesem Nebenjob alleine Durch meinen Lohn, 1000Euro und mehr verdient, und dann im schnitt noch 500 abgezwackt. Gehabt habe ich davon nichts. ich habe alles verspielt. Was ich zu der zeit dafür nicht gemacht habe, mein Alg verspielt. Damit habe ich normal gelebt. Hätte ich nicht gespielt zu der Zeit, dann hätte ich extrem gut leben können und hätte keine Schulden. Aber hätte wenn und aber zählt nicht. Ich habe es getan und muss heute mit den konsequenzen leben.

Gruß Sven
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Sunny
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« Antwort #6 am: 06 März 2011, 14:07:26 »

Hallo Sven,

ich wollte auch mal mein Statement abgeben, also ich habe im Monat so 100 Euro verspielt. Klar habe ich auch mal gewonnen und durchaus wieder verloren.
Meine Spieleinsätze waren am Anfang 10 Euro und nach 4 Jahren waren es 100 Euro im Monat. Ich habe mich tierisch gefreut wo ich mal mit 4 Euro 800 Gewonnen hatte.
Jetzt ist mein Einsatz nichts mehr.
Nächste Woche Dienstag ist meine 4. Woche wo ich nicht in eine Spielo gegangen bin und das bleibt auch so.

Lg sandy
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