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8.054 Beiträge in 1.169 Themen- von 1.147 Mitglieder - Neuestes Mitglied: alva

27 März 2015, 16:37:10
Forum GlücksspielsuchtNeueste Beiträge
Seiten: [1] 2 3 ... 10
 1 
 am: Gestern um 13:59:48 
Begonnen von alva - Letzter Beitrag von freitagessen
Moin Alva,

und von mir auch ein Herzliches Willkommen hier im Forum.

Was bei mir in deinen ersten Beitrag ein bisschen aufstoßt ist dieser eine Satz!
Zitat
Normalerweise redet er immer mit mir darüber, wenn er mal spielen war....nur diesmal war es was anderes.
Wieso war es überhaupt anders?
Ich möchte dir keinesfalls etwas unterstellen, aber könnte es sein das du sein spielen im gewissen Rahmen duldest, vielleicht weil du selber ab und an mal spielst?

Ich stimme Olli vollkommen zu, eine schlechtere Basis für ein Ausstieg aus dieser Sucht, sofern dein Mann (oder auch du?) überhaupt aussteigen möchten, kann eigentlich kein Spieler/in haben.
Du am arbeiten in einer Spielothek, bedeutet auch das er Täglich hiermit konfrontiert wird, meine güte, mir würde schlecht werden wenn ich daran denke das meine Frau da sitzt, während ich gegen dieser Sucht kämpfe......zum scheitern verurteil...100%ig!!

Nein, uns das möchte ich dir ganz deutlich mit auf euren Weg geben....es gibt keine Zukunft mit spielen.
Ziehe es mal in betracht gemeinsam zur einer SHG (für spielsüchtige) zu gehen, momentan ist es das beste was du machen könntest -und wenn er noch nicht mitgeht, dann gehst du eben alleine.

Bis dahin dir/euch alles Gute und nochmals, Toll das du dich hier angemeldet hast bzw. weißt das es so nicht weitergehen darf.

LG Rainer

 2 
 am: Gestern um 11:51:35 
Begonnen von alva - Letzter Beitrag von Olli
Hi Alva!

Zitat
Nach dieser Situation bezweifle ich allerdings, das er mir immer die Wahrheit gesagt hat.

Das verletzt Dich sehr, nicht wahr?
Sei Dir aber bitte gewiss, dass er Dich nicht anlügt um Dich bewusst zu verletzen.
Es ist Ausdruck seiner Scham und Hilflosigkeit - es ist Verharmlosung/Verleugnung der Thematik vor sich selbst.

Zitat
Ich habe versucht "einfach so" aufzuhören, hat bei mir auch größtenteils geklappt. Bei ihm ist es schwieriger

Was bedeutet "größtenteils"?
Spielst Du Denn gelegentlich selbst noch aktiv?
Die Wortwahl in meiner Frage habe ich bewusst gewählt.
Als Aufsicht in einer Spielhalle hast Du die Geräte tagtäglich vor Augen.
Hier besteht die Gefahr des "Trocken Spielens".
Das bedeutet, dass Du Dir die Erlebnisse, Gedanken und Emotionen beim selbst aktiven Spielen durch reines Zuschauen bei Anderen holst.
Somit bleibt bei Dir der Suchtdruck weg, weil Du Deine Sucht durch eine Ersatzhandlung befriedigst.

Sicherlich willst Du es nicht hören - aber Du solltest Dir unbedingt einen neuen Job suchen!
Wer es dann von Euch beiden "einfacher" hat, wird sich dann erst zeigen!


 3 
 am: Gestern um 11:44:55 
Begonnen von alva - Letzter Beitrag von alva
Ich bin 27 und arbeite selbst in einer Spielhalle! Segen und Fluch zugleich....sehe fast täglich das Elend da.
Ein gemeinsames Geldmanagement führen wir auch normalerweise, nur an dem Abend ist da wohl was schief gelaufen. Das gewonnene Geld ist jetzt übrigens auf einem Konto, an das wir beide nicht ran kommen, ohne das der andere davon bescheid weis.
Ich habe versucht "einfach so" aufzuhören, hat bei mir auch größtenteil geklappt. Bei ihm ist es schwieriger. Nach dieser Situation bezweifle ich allerdings, das er mir immer die Wahrheit gesagt hat.

 4 
 am: Gestern um 09:42:20 
Begonnen von Heinbollo - Letzter Beitrag von freitagessen
Hi Hein,

na das ist doch mal eine seltene und aber sehr gute Nachricht von dir Hein,
vielleicht kannst du es dir vorstellen, habe mich aber genauso gefreut über dein Spielfrei sein, wir ihr euch über euer neues zuhause ...mindestens aber genauso/irgendwie, oder so ähnlich Smiley.

Ilona schrieb mir damals (damals war ich ein Jahr Spielfrei)
„ein Jahr schafft eine gute Distanz zum Zocken und ist eine stramme Leistung“ und weit bist du hier nicht auch nicht mehr von ein Jahr entfernt!
Auch weiß ich aus eigener Erfahrung das du dein Spielfrei sein nicht geschenkt bekommen hast, sondern hier hart für gearbeitet hast, dafür von mir natürlich allergrößtes Lob.
Nun nach fast ein Jahr Spielfrei kann bzw. brauche ich dir auch nichts mehr zu erzählen, du weißt wie der Hase läuft, achtsam sollten wir aber trotzdem bleiben.....meine Erfahrung ist es das diese Sucht niemals einschlafen wird, eingeschläfert allerdings lässt es sich hiermit sehr gut leben.
Also Hein......auf auf ein nächste Jahr und dir/euch alles alles erdenklich Gute.

Euch natürlich auch ganz ganz liebe Grüße aus dem schönen Wietmarschen und solltest du/ihr mal Zeit haben, dann kommt doch mal auf ein Käffchen hinein.

Rainer

 5 
 am: 25 März 2015, 16:07:10 
Begonnen von alva - Letzter Beitrag von Olli
Hi und herzlich willkommen Alva!

Wenn ich Dich jetzt richtig interpretiere, dann hast Du selbst "einfach so" mit dem Spielen aufgehört und Dein Mann "versucht" es Dir (erfolglos) nach zu tun?

In SHFs und SHG finde ich immer wieder einen Satz, zumeist schreibe ihn hinein  Grinsend : Nichts tun ist zocken!

Nun, weshalb ...
Spielsucht hat meiner Meinung seine Basis in irgendwelchen Defiziten.
So lange ich sie nicht herausfinde und so die Chance erhalte sie abzuarbeiten, bleibt diese "Basis" erhalten.
Auch bei Dir regt das Bündel Geldscheine immer noch Dein Suchtgedächtnis an - und das wird wohl auch ewig so bleiben.

Meine Defizite kann ich mit professioneller Hilfe erarbeiten oder/und mit Gleichgesinnten.
Gleichzeitig bekomme ich Werkzeuge in die Hand, wie ich mit verschiedenen Situationen umgehen kann.
So z.B. dürfte Dein Mann als aktiver Spieler überhaupt kein Geld zur Verfügung haben.
Ein gemeinsames Geldmanagement ist hier ratsam - für Euch beide.

Du lernst aber auch als "Angehörige", dass solche Lügen ihm lediglich dazu dienen seine "Ruhe" haben zu wollen.
Er weiß, dass Dir sein Spielen nicht schmeckt - er möchte spielen - aber er möchte sich nicht damit auseinander setzen.

Dass er Dir sein Spielen bisher immer gebeichtet hat ist auf der einen Seite löblich - auf der anderen Seite kann die Wahrheit ein Mittel zur Manipulation Deiner Person sein.

Erzähle doch bitte etwas mehr von Dir.

 6 
 am: 25 März 2015, 13:57:10 
Begonnen von alva - Letzter Beitrag von alva
Hallo,

Ich weis nicht mehr an wen ich mich wenden soll. Mein Mann leidet auch unter Glücksspielsucht!
Letztes Wochenende war ich arbeiten. Als ich nach hause kam, hab ich ihn gefragt wie sein Tag war und ob er noch weg gewesen wäre, er hat es verneint.
Am nächsten Tag hab ich einen Bündel Geld bei ihm gefunden....er hat sich erst mal versucht da raus zu reden, hat mir dann aber minuten später doch noch die Wahrheit gesagt, was ich schon mal gut fand. Ich weis das er diese Sucht hat und er ist (wie es aussieht erfolglos)dabei das du bekämpfen. Ich helfe ihm, wo ich kann. Aber diesmal war es das erste mal, das ich bewusst mitbekommen habe, dass er mich angelogen hat und das war für mich ein Schlag ins Gsicht. Dazu muss ich auch sagen, dass ich selber Spielerin war und weis, wie schwer das ist...mir geht dieses Bild von dem Bündel Geld auch nicht mehr aus dem Kopf. Und immer wieder stelle ich mir die Frage, was er mit dem Geld gemacht hätte, wenn ich es nicht gefunden hätte? Wahrscheinlich wieder verzockt! Kling jetzt vielleicht blöd, aber ich hab jetzt Angst arbeiten zu gehen, weil ich nicht kontrollieren kann, ob er wieder spelen geht....und ich frage ihn auch nicht mehr nach seinem Tag, weil ich entweder nicht angelogen werden will, oder Angst vor der Antwort habe. Normalerweise redet er immer mit mir darüber, wenn er mal spielen war....nur diesmal war es was anderes.

 7 
 am: 25 März 2015, 10:39:30 
Begonnen von Check_it! - Letzter Beitrag von Check_it!
Hallo zusammen,
Mein Name ist Tina.
Kurz mal ein paar Infos zu mir. Ich studiere Bildungswissenschaften mit Nebenfach Psychologie im zweiten Semester. Aufgrund einer Hausarbeit, habe ich mir das Thema Glücksspielsucht ausgesucht. Mein Interesse zu diesem Thema war schon immer groß.
Bei diesen Interviews geht es darum, euch zu verstehen.
Ich hoffe jemand meldet sich. Ich möchte einfach nette Gespräche =)
Meldet euch bitte einfach bei mir. Ich freue mich auf jeden der sich meldet =)

Lieben Gruß
Tina

 8 
 am: 24 März 2015, 22:50:35 
Begonnen von andreasg - Letzter Beitrag von andreasg
Bäume sind tief verwurzelt,  sie sind geerdet. Vielleicht nicht die Birke, die sich als mein Lebensbaum zeigen mag und nach Selma Lagerlöf's „Wunsersamen Reise“ bis hoch an den Polarkreis wächst und gedeiht.
So ist mir immer mehr gelegen, nach meinen Fluchtpunkten zu suchen:

Als ich im Sommer 1969 eine Fahrradtour durch Schleswig-Holsten unternahm, 17 jährig, mahnte sich mein Vater darum, daß ich einen Jugendherbersausweis beantragte, daß ich ein Bett und eine warme Mahlzeit bekam, vom Herbersvater. Die Tour führte mich auch durch Kappeln an der Schlei, dort wo mein Vater den Urlaub mit meinen beiden Schwestern verbrachte. Ich blieb in den Ferien  immer daheim, bei der Mutter. Gestern erzählte meine Schwester von ihrer jünsten Reise durch SH und wie wir Kinder Kappeln erlebten. Wenn ich an die Tour damals denke, die unendlich stille Heide,der besinnliche Aufenthalt vor der Gedenkstätte Bergen Belsen,  die Hügellandschaften, Panzerstraßen, vergessene blütenrankende Dörfer und abends ein paar Wote mit ebensolchen Radlern, dann zweifele ich an meiner Fluchtphantasie. Welches Erbe erhielt ich von meinem Vater, was habe ich aber verprasst? Weder als Kind, noch als Heranwachsender habe ich meinen Vater kennen gelernt. Das Begreifen, dessen, daß eine Fahrradtour mit Begegnungen und Erlebnissen ein Lebensquell ist, der Bäume Früchte tragen lässt, war mir damals fremd. De Resonanz verschwand im Spiegel des kleinen gekränkten Ich's, stetig und stetig, Geldstück um Geldstück, bis alles verspielt war. Wem soll ich sagen: "Vater, ich habe gesündigt im Himmel und auf Erden, ich bin es nicht Wert, dein Sohn zu sein": E ist immer eine stille Runde, die mir erlaubt, diesen Satz zu sagen. Bäume brauchen Wasser zum Leben, ich brauche Tränen um zu Leben. Wenn ich diesen Satz nur still ausdrücke, für mich, dann werde ich weich. Ist es der Altar, sind es die Meetings, oder das Nebelhorn in der Ferne, auf dem ich zurückkehre, zum Vater, zum liebevollen verständigen sorgenden Vater?  Was will ich alles tun, um zurück kehren zu können... Als ich in Uniform in der Heide am Anfang der Panzerstrße auf Übung war, hatten wir unseren Toilettenraum im Schweinestall. Der krasse Gegensatz zur Uniform. Schweine sind gescheite hochsensible und emotionale Wesen. Wer mag es sich erlauben, diese Spezies destruktiv zu brandmarken, nur weil sieAllesfresser sind, alles sich gefallen lassen, sogar sich belachen zu lassen. Ich möchte den Vater nur um Solidarität bitten.
Das Gefühl des miteinander Feierns lässt ein Festtagsgefühl wachsen. Der gute Anzug  passt noch, den ich zu Chorkonzerten trug. Heute singe ich wieder leise Lieder: "Du schöner Lebensbaum... (EG 96) Feiern dürfen auch im kleinen Rahmen stattfinden, wie der Genuß einer warmen Mittagsmahlzeit. Innehalten, Danke sagen und genießen. Ich mag nicht mehr an meine Fast-Food-Zeit denken, und tue es doch. Samstag war ich in einem Kreis von Menschen, die den aufrichtigen Wunsch haben, ihr zwanghaftes Essverhalten zu stoppen. Halt sagen, vor unerfüllter Sehnsucht nach einer stabilen Vaterfigur und Stärke darin gewinnen, nicht als übermächtige adipöse Figur aufzutreten. So stand ich Samstag vor einem großen altehrwürdigen Wasserturm in Braunschweig und blickte hoch über die wolkenverhangene Spitze. Unten ligen die Toten. Das Schild am Friedhofseingang weist auf die Opfer des Nazionalsozialismus hin. Die Tränen kommen wieder.


Es ist ein Ring der Liebe, der Menschen aus einer Zwangslage bringt und in Gelassenheit bei den Händen hält, aber auch ein Weg, der feste Schuhe braucht. Meine sind durchgelaufen und lösen sich allmählich auf. Es fühlt sich an wie die Birke am Nordkap, klein aber zäh. durchgetrewten. Manchmal schäme ich mich noch, weil ich immer noch auf der Suche bin. Ich fürchte den Weg des Neides und der Degradierung immer noch. Daß jemand auf mich neidisch werden könnte? Wie lange bin ich spielfrei.... Nur für Heute will ich keine Angst haben. Das Bekenntnis der Abhängigkeiten braucht einen liebevollen Raum.
Mein Vater war in Kriegsgefangenschaft. Er hat dort Französisch - und Deutschsprachige Schilder und Plakate geschrieben. Vielleicht schon etwas verbindendes, das Frieden schafft, so wie sein Auftrag vom Land Niedersachsen, eine  kleine Ausstellung mit Plakaten, die an die Schrecken des Holocaust erinnern, Anfang der 1960er Jahre in Bergen Belsen zu errichten.
Ich wünsche mir Situationen, in denen ich still sein kann und schweigend meinem Vater danken kann. Es ist wie im Abspann eines schwarz-weiß-Films: als der Abspann des Films: Schindlers Liste liefe, habe ich weder vorher noch später je einen Mann so weinen sehen, wie meinen leiblichen Vater neben mir. Wir haben  uns fest in die  Arme genommen.



 9 
 am: 24 März 2015, 22:29:34 
Begonnen von Heinbollo - Letzter Beitrag von Robert
Hallo Hein,

dein Kurzbericht klingt für mich super. Vor allen Dingen scheint dein Weg in die Abstinenz auf einem guten Fundament zu stehen. Herzlichen Glückwunsch !
Denke aber daran nicht nachzulassen bei deinem Einsatz. ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft, Geduld und gute Nerven auf deinem Weg Smiley.

MfG

Robert

 10 
 am: 24 März 2015, 16:41:25 
Begonnen von Heinbollo - Letzter Beitrag von Heinbollo
Mal wieder ein Hallo in die Runde und ein großes Hallo an Rainer Grinsend Grinsend

Unseren Umzug haben wir gut überstanden und wir sind super glücklich in unserer neuen Wohnung. Es ist alles so gekommen wie ich bzw. wir es uns gewünscht haben. Obwohl ich beruflich ziemlich heftig eingebunden war in den letzten Monaten bin ich wahrhaftig hier noch mehr zu Ruhe gekommen.

Das Wichtigste: Ich bin immer noch spielfrei und auch das macht mich ausgeglichen und zufrieden.

Ich möchte allen hier, die an sich zweifeln etwas mit auf den Weg geben. Wenn Du den ersten Schritt aus der Sucht von alleine schaffst, dann hast Du schon den Anfang aus der Sucht gemacht. Denke immer daran "Schritt für Schritt" und es wird dauerhaft besser. Mir hat dabei auch eine Anlaufstelle geholfen, mein Therapeut bei der Caritas. Bei anderen hilft vielleicht was anderes. Auch mir hier alles von der Seele zu schreiben und dann ein paar Tipps von "alten Hasen" zu bekommen hat geholfen (vielen Dank Rainer an dieser Stelle). Wichtig ist aber das DU es selbst willst!
Sicher werden wir Zocker nie ganz geheilt sein, aber es ist gut zu wissen das ich mittlerweile meinem Teufelchen sagen kann "Du kannst mich mal, ich will das nicht mehr". Es gibt auch ein Leben ohne Spielen, davon abgesehen was ihr mit dem Geld besseres anstellen könnt Grinsend

Ich wünsche allen hier die noch für sich oder andere kämpfen "Geht den Weg zu Ende, es lohnt sich"!!!

Viel Erfolg, Glück auf und ganz liebe Grüße an alle und vor allem an Rainer
Der Hein


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