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10.748 Beiträge in 1.449 Themen- von 1.558 Mitglieder - Neuestes Mitglied: chivreg

23 Oktober 2017, 22:31:18
GlücksspielsuchtPresseanfragen (Moderator: Ilona)Thema: Gesichtsscanner Spielhalle - Interviewpartner gesucht
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Autor Thema: Gesichtsscanner Spielhalle - Interviewpartner gesucht  (Gelesen 1309 mal)
Münch_dpa
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Beiträge: 1


« am: 19 April 2017, 16:57:49 »

Hallo,
ich schreibe für die Nachrichtenagentur dpa über neue Einlasskontrollen in Spielhallen. In mehreren Bundesländern wollen die Spielhallen Gesichtsscanner einführen, die zu junge und freiwillig gesperrte Spieler erkennen.
Ich würde nun gern mit Betroffenen über Sinn/Unsinn solcher Scanner sprechen. In Baden-Württemberg und teils NRW gibt es sie wohl schon. Habt ihr Erfahrungen damit gemacht? Seid ihr dafür oder dagegen?
herzlichen Dank und viele Grüße,
Theresa Münch (dpa)
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Olli
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Beiträge: 1.273


« Antwort #1 am: 20 April 2017, 13:14:33 »

Hi und herzlich willkommen Theresa!

Grundsätzlich sollte ja gelten: Alles was hilft die Ausübung der Sucht zu unterbinden, ist gut.

Bei diesem Beispiel tendiere ich aber doch dazu zu sagen: Was soll der Mist?

Wir brauchen keine von Teilen der Automatenindustrie aufgestellte Gesichtsscanner - wir brauchen hier in NRW ein Landesgesetz, welches wie in Hessen, eine landesweite Sperre in Spielhallen reguliert.

Wir brauchen ein Gesetz, welches die "Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeiten" dem Glückspiel gleich stellt. Das Gleiche gilt für das Wetten.

Dazu benötigen wir die Unterstützung von Politikern, denen die gesellschaftliche Gesundheit wichtiger ist als der momentan legal praktizierte Lobbyismus.

Und wir benötigen die Medien, die Licht in das Dunkel bringen möchten.

Von daher einen lieben Dank an Dich! Ich drücke Dir die Daumen für Dein Projekt!

LG
Olaf

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Gute 24 h
Olaf
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Beiträge: 2


« Antwort #2 am: 20 April 2017, 15:15:23 »

Guten Tag Frau Münch,

grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass an vielen Fronten etwas für den Spielerschutz gemacht werden sollte.

Wenn ich lese "Gesichtsscanner zur Einlasskontrolle", dann stimmt mich das zunächst einmal froh. Aber wenn ich lese "Spielhallen wollen Gesichtsscanner zur Einlasskontrolle einführen", fallen mir direkt die Sozialkonzepte an, mit denen sich Spielhallen selbständig dem Spielerschutz verschreiben wollten. Ich lollierte laut!

Ich denke, dass der Ansatz nicht schlecht ist. Vielleicht wäre bei der Einführung einer bundesweiten Sperrdatei eh ein ID-Scanner oder Gesichtsscanner erforderlich. Womit ich beim Thema wäre  Zwinkernd Ja, Gesichtsscanner wäre großartig, aber nicht im Auftrag der Spielhallen. Ja, schreiben sie unbedingt darüber und machen sie aufmerksam auf den notwendigen Spielerschutz in Deutschland.

Vielleicht komme ich als Interviewpartner nicht in Frage, aber das Thema finde ich sehr spannend. 
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Kai Sender
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« Antwort #3 am: 20 April 2017, 15:30:51 »

Hallo Ihr Lieben,

generell kann ich Olli recht geben.

In staatlichen Spielbanken - und andere gibt es ja nicht - gibt es eine generelle Einlasskontrolle an der Rezeption. Dort wird ein amtlicher Lichtbildausweis überprüft. Ist jemand dort gesperrt, ist er auch in jeder anderen Spielbank gesperrt und das automatisch. So muss es sein.

Genau das sollte auch in jeder Spielhalle geschehen. Dann wäre die Kontrolle verlässlich.

Bei uns in Bremen ist laut Bremischen Spielhallengesesetz jede Spielhalle dazu verpflichtet,

5. eine Spielersperrliste zu führen, die Identität sämtlicher Spielerinnen und Spieler vor Spielbeginn anhand eines amtlichen Ausweises mit der Spielersperrliste abzugleichen und Personen, die eine Aufnahme in die Liste verlangen (freiwillige Selbstsperre), während des vereinbarten Zeitraums, mindestens für die Dauer eines Jahres, vom Spiel auszuschließen und dies schriftlich zu bestätigen.

Aus mehreren Jahren Leitung einer Selbsthilfegruppe und in regen Austausch mit anderen Betroffenen und der Fachwelt kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass dies in Bremen nicht geschieht. Nicht selten oder gelegentlich - gar nicht!

Das Interesse der Spielhallenbranche an Spielerschutz ist einfach nicht vorhanden. Das ist auch kein Wunder: Die Werbung der Spielhallenbetreiber mag gerne behaupten, dass in ihren Spielhallen Menschen sitzen, die einfach nur Spaß haben möchten. Ich weiß dagegen, dass mehr als jeder zweite Euro (56,4 % laut Studie des Fachbeirates Glücksspielsucht) in den Kassen der Automaten in gewerblichen Spielhallen von Spielsüchtigen verspielt wurde.

Der finanzielle Anreiz der Automatenanbieter liegt also nicht in der Befriedigung harmloser und wenig einträglicher Spielfreude, sondern in der möglichst raschen Schaffung von Spielsüchtigen. Das Geschäftsmodell der Automatenindustrie beruht wesentlich auf krankgemachten Menschen. Gewinnmaximierung ist in diesem Markt Suchtmaximierung. Und auf diesem Gebiet haben die Automatenanbieter keine Skrupel.

Von daher halte ich den Vorschlag der Branche, mit Gesichtserkennung zu arbeiten, für heiße Luft und ein Mittel zur Beruhigung des Gesetzgebers. Es soll der Anschein erweckt werden, man habe das Problem erkannt und arbeite aktiv gegen die Sucht.

Wenn Kontrolle, dann bitte eine permanente und effektive.

Im Übrigen bin ich für eine Schließung jeder Spielhalle, denn diese leben nahezu ausschließlich von den Süchtigen. Oder kennt IRGENDJEMAND einen Gesunden, der morgens um 8 Uhr zum Zeitvertreib sein Geld in einer Spielhalle lässt?

Spielhallen sind wie Dealer - sie saugen die Menschen aus und gehören verbannt.



« Letzte Änderung: 20 April 2017, 15:48:32 von Kai Sender » Gespeichert

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