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11.069 Beiträge in 1.484 Themen- von 1.607 Mitglieder - Neuestes Mitglied: Schwester

13 Dezember 2017, 10:15:15
GlücksspielsuchtGlücksspielsucht Allgemein (Moderator: Ilona)Thema: Premiere
Seiten: [1]
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Autor Thema: Premiere  (Gelesen 554 mal)
Bublik
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Beiträge: 17


« am: 28 September 2017, 14:21:00 »

Hallo zusammen,

ich habe schon seit einiger Zeit in diesem Forum als stiller Mitleser sehr interessiert verfolgt inwiefern das Forum inhaltlich und interaktiv aufgebaut ist und wie intensiv es genutzt wird. Ich bin begeistert und habe mich entschlossen Mitglied zu werden.

Ich möchte mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Eugen und ich bin 29 Jahre alt.
Wie die meisten hier bin ich ein pathologischer Spieler.(Automaten in Spielhallen) Ich habe das erste mal im Jahr 2008 kurz nach dem Abi eine Spielbank betreten und alles nahm seinen bekannten Lauf..
Von da an habe ich alle Phasen dieser Sucht erlebt und das sehr intensiv. (Lügengebilde, kreative Geldbesorgung, bis auf den letzten Cent alles verspielt, Schulden aufgebaut)
Ich war mir immer dessen bewusst, dass ich nie gewinnen werde ! Jedoch hat eine unsichtbare Hand und der Spielteufel mich immer wieder in den Strudel hineingezogen. Als Folge dessen, habe ich sehr viel Geld und Zeit verloren ! All das hätte ich besser in mich und meine Zukunft investieren können.

Durch ein Wunder habe ich trotz der wirklich starken Sucht es geschafft meinen Bachelor erst im Jahr 2014 zu machen. Wobei ich eigentlich mehr vorgehabt habe. Naja es ist so gekommen wie es kommen musste.

Rückblickend betrachtet würde ich natürlich wie alle hier die Zeit gerne zurückdrehen und all dem aus dem Weg gehen. Ich glaube an das Schicksal ! Anscheinend hat das Schicksal es so für uns vorgesehen. Naja ich will auch nicht zu philosophisch werden Zwinkernd

Ich habe mich 2014 in Hessen wo ich wohnhaft bin, sowohl in den hessischen Spielhallen, als auch in Spielbanken bundesweit sperren lassen. Seit dem gab es bedauerlicherweise einige Rückfälle. Ein entscheidener Umstand ist es, dass man auf andere Bundesländer ausweichen kann, was sehr fatal ist. Natürlich ist es egal, ob man wo anders spielen könnte oder nicht, weil allein die Tatsache zählt, dass man nicht spielen will und das egal wo ob Imbiss, Kneipe ect.

Trotzdem bin ich stark dafür, dass das hessische Prinzip bundesweit ausgeweitet wird !

An dieser Stelle eine ernsthafte Frage an euch:

Gibt es die Möglichkeit eine Kampagne dagegen zu starten und der Spielindustrie mal so richtig Konter zu verpassen. Natürlich nur mit einer professionellen Unterstützung, damit man auf Augenhöhe mit der Spielindustrie agieren kann. Meiner Meinung nach ist der volkswirtschaftliche Schaden  höher als die Steuereinnahmen und daher sollte der Staat hilfesuchenden helfen uns nicht mit der Sucht alleine lassen. Viel potenzial und viele persönliche Schicksale fallen dem Glückspiel zum Opfer.

Eigentlich wollte ich mich nur vorstellen, aber das Schreiben macht einfach Spaß und entlastet einen wenn man seine Gedanken teilen kann.


Zu Schluss:
Ich bin spielfrei, verheiratet und Papa. Ich habe einen relativ guten Job, der mir Spaß macht und habe ein geregeltes Leben.

Es macht mir Angst irgendwann mal rückfällig werden zu können, denn egal ob man rational denken kann oder nicht, die Sucht ist im inneren regelmäßig allgegenwärtig. Dies wird noch unterstützt durch Werbung im TV... das geht gar nicht, denn alle könnten diese Werbung sehen auch Kinder.

Ich möchte mein Leben weiterhin kontrollieren können und wünsche mir dafür eine Casinofreie Welt !!! sehr utopisch natürlich.

Ganz viele Grüße an euch alle.

Online Casinos haben mich zum Glück NIE tangiert, worüber ich sehr froh bin. Aber hierfür gibt es ja eine Schutzsoftware wie ich mitbekommen habe.

Ich wünsche allen Betroffenen ganz viel Kraft und Willensstärke.
« Letzte Änderung: 28 September 2017, 14:37:46 von Bublik » Gespeichert
TylerDurden
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« Antwort #1 am: 29 September 2017, 01:34:56 »

Das Glücksspiel ist so alt wie die Menschheit. Es wird immer Menschen geben, welche um Geld spielen, wetten oder spekulieren möchten. Die meisten haben ja auch kein Problem damit, für sie ist es nur Unterhaltung. Aber für 0,5% der Gesellschaft ist es ein großes Problem, zum Teil mit gravierenden Folgen.

Glückspielwerbung finde ich auch total scheisse, dagegen müßte was unternommen werden. Zum Beispiel in Potsdam, wo ich wohne gibt es eine Spielbank, die eigentlich total überflüssig ist, da ein paar Kilometer weiter in Berlin ein halbes Dutzend davon gibt. Diese Spielbank macht momentan Werbung im ganzen Stadtgebiet und versucht auch regelmäßig mit irgendwelchen Aktionen neue Kunden zu gewinnen. Bei den Flüchtlingen wird auch fleißig Akquise betrieben:

https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:6dIawHEVRvEJ:https://www.bbsb.de/index.php%3Fid%3D48%26tx_ttnews%5Btt_news%5D%3D737+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=ubuntu

Kann man sich irgendwo über diese Praktiken beschweren?
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Nothing in this world can take the place of persistence. Talent will not: nothing is more common than unsuccessful men with talent. Genius will not; unrewarded genius is almost a proverb. Education will not: the world is full of educated derelicts. Persistence and determination alone are omnipotent.
Bublik
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« Antwort #2 am: 29 September 2017, 08:41:49 »

Hallo Tyler,

die Spielbanken praktizieren das überall so und locken mit irgendwelchen Aktionen.

Ganz klein und unauffällig steht unter den ganzen großen Bildchen und Gewinnmöglichkeiten:
*Glückspiel kann süchtig machen bla bla bla.

Das ist doch keine Aufkärung über die möglichen und weitreichenden Folgen für Suchtveranlagte !

Die Lobby ist so mächtig in Deutschalnd, dass zunächst auf offiziellem Wege wenig zu erreichen ist, da wie schon zuvor erwähnt man nicht auf Augenhöhe mit der mächtigen Spielindustrie ist, die Millionenbeträge in die Hand nimmt, um weiterhin Profite zu erwirtschaften.

Ich habe da an eine mediale Kampagne gedacht, vieleicht auch Social Media mit großen Reichweiten und Verbreitungsmöglichkeiten ! Das ganze so zu gestalten, dass die tatsächlichen Folgen einer möglichen Sucht dargestellt werden können durch persönliche Schicksale. So wäre der Effekt vielleicht größer. Einen profesionellen Trailer drehen wie z.B. in UK die Werbespots gegen Handy's am Steuer wo im Spot heftige Autounfälle gezeigt werden, an dessen Folgen Menschen sterben oder für immer körperlich behindert sind und Leben zerstören. Überspitzt die Folgen eines verspielten Lebens auf übertriebene und drastische Art zeigen.

Die Frage ist:
Wer wäre bereit sowas zu finanzieren ?

Lasst uns nach Möglichkeiten dazu suchen.
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Starwalker
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« Antwort #3 am: 29 September 2017, 17:52:26 »

Hallo Tyler,

die Spielbanken praktizieren das überall so und locken mit irgendwelchen Aktionen.

Ganz klein und unauffällig steht unter den ganzen großen Bildchen und Gewinnmöglichkeiten:
*Glückspiel kann süchtig machen bla bla bla.

Das ist doch keine Aufkärung über die möglichen und weitreichenden Folgen für Suchtveranlagte !

Die Lobby ist so mächtig in Deutschalnd, dass zunächst auf offiziellem Wege wenig zu erreichen ist, da wie schon zuvor erwähnt man nicht auf Augenhöhe mit der mächtigen Spielindustrie ist, die Millionenbeträge in die Hand nimmt, um weiterhin Profite zu erwirtschaften.

Ich habe da an eine mediale Kampagne gedacht, vieleicht auch Social Media mit großen Reichweiten und Verbreitungsmöglichkeiten ! Das ganze so zu gestalten, dass die tatsächlichen Folgen einer möglichen Sucht dargestellt werden können durch persönliche Schicksale. So wäre der Effekt vielleicht größer. Einen profesionellen Trailer drehen wie z.B. in UK die Werbespots gegen Handy's am Steuer wo im Spot heftige Autounfälle gezeigt werden, an dessen Folgen Menschen sterben oder für immer körperlich behindert sind und Leben zerstören. Überspitzt die Folgen eines verspielten Lebens auf übertriebene und drastische Art zeigen.

Die Frage ist:
Wer wäre bereit sowas zu finanzieren ?

Lasst uns nach Möglichkeiten dazu suchen.

Spielhallen werben ja teils mit Plakaten für "Verantwortungsvolles Spielen".

Das Personal wird speziell geschult, damit man Gäste, welche geradezu am Verzweifeln sind über die hohen Verluste oder welche die ein problematisches Spielverhalten zeigen (12h Dauerspielen etc..) zu helfen bzw. auch zu beraten.

Diese Schulung ist gesetzlich vorgeschrieben aber das allermeiste Personal würde niemals herkommen und fragen: "Hast du ein Spielproblem?"..
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Bublik
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« Antwort #4 am: 30 September 2017, 18:45:28 »

Und bringt es denn was ? Was meinst du ?
Bringen die Plakate die Menschen davon ab alles zu verballern ?

Ich meinte das man vorbeugend eine mediale Aufklärung über die Spielsucht und ihre Folgen macht. Der Effekt würde vielleicht Leute von vornherein davon abhalten da je reinzugehen.

Und dafür werben das hessische Prinzip auf ganz Deutschland auszuweiten.
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andreasg
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« Antwort #5 am: 01 Oktober 2017, 10:22:05 »

Hallo Eugen, hallo ihr Lieben,

Herzlich Willkommen im Forum und im Kreis derer, die mit dem zwanghaften Spielen aufhören wollen.
Dein Weg, Eugen ist ja schon alleine durch den Satz:

Ich war mir immer dessen bewusst, dass ich nie gewinnen werde ! Jedoch hat eine unsichtbare Hand und der Spielteufel mich immer wieder in den Strudel hineingezogen.

vorgegeben. Da ist ja schon die Erkenntnis der Sucht offenbar. Bei mir war es zum Schluß so, daß ich nicht nur eine tiefe Sehnsucht danach hatte, zu verlieren, ich habe keinerlei Empfindungen mehr gehabt, wenn ich in eine Spielstätte ging. Erst als ich vor den Automaten saß, wurde mir bewußt, was ich da tue. Aber ich konnte nichts ändern, weil ich eben in meiner Spielsucht gefangen war.

Es hat mir keineswegs geholfen, mich über die Glücksspielindustrie (Anno 1989) aufzuregen, sondern ich habe öfters gedacht: es gibt die Anonymen Alkoholiker (AA), aber ich spiele, und versauf nicht meinen Verstand. Den hatte ich wohl schon verzockt, als ich im August 1989 über die Kripo, die Hausärztin nach einigen Telefonaten meine Selbsthilfegruppe für Spieler fand: (GA). Ich will hier keine Werbung für die Anonymen Spieler machen, die finden sich unter:
http://www.gluecksspielsucht.de/index.php?article_id=57

Zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Spielen aufhören konnte, gab es noch nicht die Möglichkeiten in der digitalen Welt wie Heute, auch nicht dieses Forum. Wenn ich Heute an einer Spielstätte vorbeifahre, sehe ich öfters jemanden, der vor der Tür steht und mobil telefoniert. Heute kann jede, jeder auf dem Smartphone nach "Spielsucht-Hilfe" googlen und wird weitergeleitet.

Ich weiß nur von wenigen Spielabhängigen, denen eine Spielhallensperre eine Hilfe zur Abstinenz wurde. Eine Forumsteilnehmerin hat das geschafft, aber viele, haben es umschifft.
Hessen ist nahe an NRW, als Ausweichsort, aber bitte, siehe die Hotline Nr. oben rechts.
Bei uns in Niedersachsen ist Lobbyismus mit der Glücksspielindustrie nicht zu verschweigen, aber auch wir haben Beratungsstellen.

Wir Spielsüchtigen können uns nur untereinander beistehen im aufrichtigen Wunsch, ein zufriedenes spielfreies Leben führen zu können, das andere sollten wir getrost in die Hände der Profis geben.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas

« Letzte Änderung: 01 Oktober 2017, 10:23:40 von andreasg » Gespeichert

Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen
Bublik
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« Antwort #6 am: 04 Oktober 2017, 13:49:53 »

Hi Andreas,

vielen Dank für das Willkommenheißen.

Du hast natürlich recht, dass jeder mit sich selbst klarkommen muss was die Sucht anbelangt.
Ich bin nur sehr enttäuscht, dass sich die Casinoindustrie in den letzten Jahren so ausbreiten konnte und der Staat im Prinzip nur zuschaut und brav mitkassiert.

Trauriger Vorfall in den USA in Las Vegas. Der Täter hat als Folge seiner Spielsucht die Tat ausgeübt und damit Unschuldigen das Leben genommen. Dazu kommt die Waffenlobby, die solchen Taten erst die Rahmendingungen ermöglicht..... Das ist aber ein ganz anderes Thema.

Mir persönlich hätte es wirklich viel gebracht, wenn das hessische Prinzip bundesweit Anwendung finden könnte. Ich hätte nicht mehr die Option, da ich wie schon zuvor erwähnt, online nie gespielt hatte und Kneipen etc. nicht mein Ding waren wenn ich wirklich das Verlangen nach einer Zockertour hatte, wo ich teilweise 5 Automaten gleichzeigt gefüttert habe.

Wir werden sehen, wie sich alles entwickeln wird.

Beste Grüße.

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Hubert
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« Antwort #7 am: 04 Oktober 2017, 14:36:27 »

Ja, traurig, wenn Leute wie in Vegas wegen der Spielsucht durchdrehen, weil sie alles verzockt haben, für diese tat habe ich trotzdem kein Verständnis, der Täter hätte versuchen sollen erstmal seine Spielsucht zu kurieren, bevor er aus Verzweiflung und Geldnot so dermassen durchdreht Traurig
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