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10.748 Beiträge in 1.449 Themen- von 1.558 Mitglieder - Neuestes Mitglied: chivreg

23 Oktober 2017, 22:49:14
GlücksspielsuchtFragen & Hilfe (Moderator: Ilona)Thema: Ich denke, mein Vater ist spielsüchtig.
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Autor Thema: Ich denke, mein Vater ist spielsüchtig.  (Gelesen 211 mal)
Nini
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Beiträge: 1


« am: 08 Oktober 2017, 10:22:55 »

Hallo zusammen,

Ich glaube, mein Vater ist spielsüchtig und ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Mir ist bewusst, dass nicht nur mein Vater, sondern auch seine Geschwister schon eine lange Geschichte mit Glücksspiel an Spielautomaten haben, aber natürlich habe ich auch immer gedacht, er wäre trotzdem noch vernünftig.
Sehr naiv von mir, ich weiß.
Bis vor zwei Jahren war mein Vater selbstständig jedoch lief das Geschäft gegen Ende nicht mehr gut und ich hoffe inständig, dass das nicht zuletzt schon dort am Spielen lag. Wir sind also aus dem Geschäft mit einem großen Minus raus und müssen nun noch lange Schulden abbezahlen. Mein Vater konnte nach einigem Hin und Her nun einen Job finden und verdient wieder Geld, sodass der Kredit nun langsam abbezahlt werden kann.
Meine Mutter hat sich schon oft beschwert, weil sie denkt, dass mein Vater in eine Spielhalle geht, aber wenn man ihn darauf anspricht, sagt er entweder gar nichts dazu, behauptet nur den täglichen Gutschein von 20€ den die Spielo ihm zuschickt zu verspielen oder wird wütend.

Gestern dann, hat er sich bei mir beschwert, dass sein Gehalt wohl nicht gekommen ist, denn als er Geld abheben wollte, ging es nicht und ob er wohl mal bei seinem Arbeitgeber anrufen solle. Ich habe gefragt, ob er denn seine Kontoauszüge schon mal geholt hätte um nachzusehen ob was gekommen wäre und er hat das verneint. Zufällig wollte meine Mutter gerade zur Bank und ich hab sie gebeten, die Kontoauszüge zu holen, mein Vater dabei die ganze Zeit sehr abwehrend.
Und natürlich, dass Geld war ganz normal gekommen, aber die innerhalb von drei Tagen wahren ca. 500€ abgehoben worden an einem namenlosen Geldautomaten. Und dieses Konto ist bereits bis zum Maximum ausgereizt. Als ich gefragt habe "Was sind diese ganzen Abhebungen, da ist natürlich nichts mehr drauf" hat er nur abgewehrt.

Ich weiß nicht was ich tun soll, mein Vater ist ein extrem stolzer und sturer Mann, wenn man ihn auf die Spielhalle oder das Geld anspricht lenkt er ab oder wird sauer oder schiebt die Schuld auf andere und ich habe noch nie im Leben erlebt, wie mein Vater einen eigenen Fehler eingesehen hat.
Aber wir lieben meinen Vater sehr und es ist für uns keine Option ihn hängen zulassen, wir wollen aber auch nicht, dass er uns in den Ruin damit treibt. Mein jüngerer Bruder und ich sind beide noch nicht finanziell unabhängig und das Geld meiner Mutter reicht nicht aus um alle Kosten zu decken und sie leidet sehr unter seiner Unehrlichkeit und dem ständigen Ärger.

Ich bedanke mich für alle Ratschläge.

LG Nini

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Ohne Seele
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« Antwort #1 am: 08 Oktober 2017, 11:39:30 »

Hallo Nini

So habe ich mich auch verhalten wo ich noch gespielt habe,binn jetzt erst 4monate soielfrei,und es war nicht einfach,hab sogar eine Therapie gemacht,mehr oder weniger freiwillig!
Versucht doch mal in einem ruhigen Moment mit ihm zu reden,und Ihn mal fragen ob er mal mit zu einer suchtberatungsstelle will,ich weis wird nicht einfach hatt bei mir auch lange gedauert bis ich eingesehen habe das es so nicht weitergeht!
Und wenn er nicht will,dann geh doch mal selber,oder mit deiner Mutter hin und frag mal um Rat!
Bei mir wars so habe nur mich selber ruiniert,aber er zieht euch ja mit rein,und das kann
ich nicht leiden wenn man noch andere mitzieht,deshalb muss er was unternehmen,und glaub
mir was ich auf der Therapie für Familiendramen hab mit anhören dürfen war der Hammer!
Soweit soll es ja bei euch nicht Kommen!!!
Schnell hilfe suchen!
Glaub mir je früher desto besser!

Viel erfolg für dich und deine Familie!
Finde auch schön das du ihn nicht hängen lassen willst,nur Mut!


LG
« Letzte Änderung: 08 Oktober 2017, 11:42:32 von Ohne Seele » Gespeichert
Olli
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Beiträge: 1.273


« Antwort #2 am: 08 Oktober 2017, 18:22:28 »

Hi Nini!

Herzlich willkommen!

Dein Vater ist also stolz und sieht so gut wie nie einen Fehler ein ...

So ... so ...

Ich beschreibe ihn einmal anders (aus Deinen Worten interpretiert):

Dein Vater hatte einiges im Leben erreicht. Er hat eine Familie - eine Frau - zwei Kinder.
Er kümmert sich liebevoll um sie (sonst würdet ihr ihn ja nicht lieben).
Dann laufen vielleicht die Firmengeschäfte schlecht.
Obwohl der Wille da ist, funktioniert es nicht mehr wirklich.
Das nagt an ihm, ist er doch der Versorger Eurer Familie.
Um zu vergessen oder sich abzulenken spielt er hier und da am Automaten.
Das Ganze steigert sich. Vielleicht vernachlässigt er ja auch das Geschäft und entzieht ihm Geld. Es schleichen sich Gedanken ein à la nur ein großer Gewinn und ich kann die oder die Schulden bezahlen.
Dabei vernachlässigt er die Realität und merkt selber gar nicht mehr, wie irrational sein Verhalten ist.
Nun ist die Firma platt und ein Haufen Schulden klemmen an der Backe.
Er fühlt sich als Versager und möchte nur noch eines ... vergessen ...
Jetzt ist er aufgeflogen mit seinem Spiel (Deine Mutter kann zur Bank gehen und sich den Inhaber des Geldautomaten nennen lassen.).
Schon wieder ein Fehler, den er verursacht hat.
Der wird ihm auf die Nase gebunden - vorgehalten!
Dabei ackert doch er und es ist sein "gutes Recht" sich gefälligst auch mal was zu gönnen.
(Du merkst, ich versuche aus seiner Sicht zu schreiben.)
Wie können da die anderen Familienmitglieder ihm diese Entspannung entziehen wollen?
Er wird verbal agressiv ...

Meine Liebe ... das kann erst der Anfang vom Ende sein.

Ihr seid eine Familie und jeder hat das Recht sich Gehör zu verschaffen und Dinge anzusprechen, die ihn belasten.
Wenn Dein Vater die Familie zerstört - und das macht er über kurz oder lang, wenn er weiter spielt - dann habt ihr das Recht ihm genau das zu sagen.

Natürlich schallt es aus dem Wald, wie man hineinruft.
Vorwürfe prallen in einem Gespräch ab und eine Blockade wird errichtet.
Bleibt bei Euch ... sagt ihm, dass ihr Euch sorgt.
Benennt Eure Existenzängste.
Du kannst auf der Hauptseite nach Hilfseinrichtungen in Eurer Nähe suchen und ihm die Kontaktdaten vorlegen. Anrufen muss er jedoch selbst.
Ihr als Angehörige könnt ebenfalls einen Termin in einer Suchtberatungsstelle machen, damit ihr lernt, wie mit einem Spielsüchtigen umzugehen ist.
Ihr könnt natürlich auch die kostenlose Hotline oben rechts anrufen.

Lieben Dank, dass Du Deine Sorgen mit uns teilst.
Gespeichert

Gute 24 h
Olaf
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