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11.787 Beiträge in 1.527 Themen- von 1.461 Mitglieder - Neuestes Mitglied: Ullixx

20 Februar 2018, 04:47:57
GlücksspielsuchtGlücksspielsucht Allgemein (Moderator: Ilona)Thema: Automatenglücksspiel
Seiten: [1] 2
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Autor Thema: Automatenglücksspiel  (Gelesen 1051 mal)
Santiago
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« am: 23 Oktober 2017, 19:17:41 »

Hallo ihr,

ich war gestern seit einiger Zeit wieder im Casino und habe recht schnell 700 Euro gewonnen. Jedoch zockte ich leider weiter anstatt die Anstalt zu verlassen. Und jetzt sitze ich hier mit dem Gedanken den Gewinn wieder zurückzuholen. Der hätte mir einfach so sehr über finanzielle Probleme geholfen. Was soll ich nun tun? Ich kann einfach nicht fassen, dass ich dort wieder 700 Euro reingesteckt habe. Bin am Boden zerstört. Weiß nicht wie ich mein Gefühl beschreiben soll. Wäre für jede Hilfe dankbar.

Lg Santiago
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Olli
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« Antwort #1 am: 23 Oktober 2017, 19:43:30 »

Hi Santago!

Woher kommen denn Deine finanziellen Engpässe?
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Gute 24 h
Olaf
Santiago
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« Antwort #2 am: 23 Oktober 2017, 19:51:44 »

Hallo Olli,

mein Konto ist um 2.000 Euro überzogen, dass rührt daher das ich nach meiner Ausbildung aus der WG raus musste und Küche etc kaufen musste. Des Weiteren habe ich noch einen Kredit am laufen von dem ein Teil damals verspielt wurde, dass war im Juli. Ich bin gerade einfach völlig fertig und kann absolut nicht nachvollziehen warum ich gestern nicht einfach mit den 700 Gewinn nachhausecgegangen bin und alles wäre gut gewesen. Ich komme mir echt dumm vor, warum habe ich bloß nicht nachgedacht was ich mit dem Geld ausgleichen kann.
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Olli
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« Antwort #3 am: 24 Oktober 2017, 07:01:39 »

Guten Morgen!

Was hilft es Dir denn jetzt dem verspielten Gewinn hinterher zu trauern und Dich selbst fertig zu machen?

Das Problem liegt nicht an den verspielten 700 €.

Das Konto überzogen wegen Küche und Co ... ein weiterer Kredit ist vorhanden wegen irgend etwas und dazu noch zum Teil verspielt. Somit spielst Du schon länger?

Gehe ich recht in der Annahme, dass Du gar keine Schulden hättest, wenn Du nie gespielt hättest?

Dann wäre das Spielen an sich nämlich das Problem.

Ich kann Deine Verzweiflung schon nachvollziehen - nur sehe ich den Grund ein wenig anders.

Erzähle doch bitte mal mehr von Dir ... wie alt Du bist ... Familienstand ... hast Du Arbeit ... wie lange spielst Du ... eben alles, was Dir so einfällt.
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Gute 24 h
Olaf
Santiago
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« Antwort #4 am: 31 Oktober 2017, 01:15:00 »

Hallo Olli,

Ja ich spiele immer mal wieder. Dann geht es ein paar Monate ohne gut und dann hänge ich wieder in der scheisse drin. Heute hat es mich wieder erwischt. Habe die 700 vom letzten Mal rausgeholt und komplett wieder rein geworfen und on top nochmal 300 von nir selbst. Jetzt sitze ich hier und bin komplett verzweifelt. Ich weiß jetzt schon das ich morgen bzw gleich um 6 wieder dort hin renne um das Geld zurück zu holen. Es ist gerade auch meine Freundin bei mir die fen ganzen Mist miterleben muss. Aber was soll ich tun? Ich muss das Geld doch iwie zurück holen. Es kann doch nicht sein, dass ich mal eben 950 Euro dort reinwerfe. Ich bin gerade einfach nur schockiert und ckann es noch nicht so wirklich realisieren. Komme mir vor wie der letzte Vollidiot. Was ist nur falsch mit mir. Ich habe eine gute Ausbildung abgeschlossen und arbeite auch weiterhin dort. Ja es klnnte durchaus alles okay sein, wenn ich nicht spielen würde. Aber nein, ich muss immer wieder Geld dort reinwerfen. Brauche echt dringend Hilfe. Weiß weder ein noch aus.
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Olli
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« Antwort #5 am: 31 Oktober 2017, 06:19:35 »

Hi Santiago!

Ich kann mich noch gut an meinen Suchtkreislauf erinnern.
Im Gegensatz zu Dir war mir das Geld vollkommen schnuppe.
Dadurch habe ich mich auch nicht so runter gezogen, wie Du es machst.

Brauchst Du dieses Gefühl "versagt" zu haben?
In meiner Erziehung wurde es mir einst eingetrichtert.
Daher kann ich Dir sagen: Ich brauche es nicht!
Habe dieses Gefühl gespürt für mindestens 2 Leben.

Allerdings - korrigiere mich bitte, wenn ich daneben liege - scheint mir, dass Du Phasen von Hochs und Tiefs extrem verspürst?
Oder woran liegt es, dass Du Dich verzweifelt vor über einer Woche meldest - dann herrscht Ruhe, und nun bist Du wieder hier?

Du kannst in der Halle kein Geld gewinnen.
Selbst wenn Du den Jackpot knackst und Deine ganzen Kredite auf einen Schlag begleichen könntest - Du würdest auch dann morgens um 6 vor der Halle stehen und weiter spielen.
Wahrscheinlich würdest Du Dir suggerieren, wenn es einmal geklappt hat ... wieso nicht auch ein zweites oder drittes Mal?
Du würdest träumen von einer größeren Wohnung ... einem Haus ... ein riesiges Auto ... Reisen ...
Doch tatsächlich geht es gar nicht ums Geld. Es geht ums Spielen an sich.
Es geht darum Dich zu beschäftigen, Dich zu spüren im Positiven und im Negativen.
Stress schüttet Hormone aus, die dies nur verstärken.
Das Spielen bezieht sich nicht dann nur auf die Tätigkeit an sich, sondern greift in all Deine Lebenslagen ein. Es beherrscht Deine Gedanken während der Arbeit ... im wachen Zustand und in Deinen Träumen.

Du trauerst dem Geld hinterher? Wieso?

Schaue auf das, was Du hast!
Du hast eine schicke Wohnung mit neuer Küche.
Aber vor Allem hast Du eine Freundin, die Dich liebt.
Sie liebt Dich, weil Du so bist, wie Du eben bist.
Das reicht ihr an Deinen "Gütern" vollkommen.

Wieso willst Du also mehr?

Sei Dir übrigens gewiss - wenn Du dem Spielen nicht mit allen Mitteln Einhalt gebietest, dann wirst Du sie verlieren über kurz oder lang.

Ist das Spielen es das wert?

Wenn Du das hier gelesen hast, dann gehe zu ihr hin und rede offen und ehrlich mit ihr.
Wenn Du bisher vielleicht noch ehrlich zu ihr warst - das wird sich ändern - Du wirst Dich verändern. Da geht es aber dann nur in eine Richtung ...
Unterbreche den Kreislauf - nicht morgen - nicht übermorgen oder nächste Woche - jetzt!
Rede mit ihr - gebe ihr Deine Finanzen, bis Du wieder gefestigt genug bist, um sie selbst ordnungsgemäß führen zu können.
Suche Dir eine SHG oder gehe in eine Suchtberatungsstelle. Mache was ... egal was ... halte den Wahnsinn der Abwärtsspirale auf!
Das kann Dir keiner abnehmen. Aber Du bekommst das schon hin.
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Gute 24 h
Olaf
Ilona
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« Antwort #6 am: 31 Oktober 2017, 19:25:18 »

Hallo Santiago,
ich werde aus deinen Beiträgen nicht so richtig schlau, weil sich mir nicht erschließt, was du persönlich erreichen möchtest bzw. wo die Reise hingehen soll. Kannst du uns bitte noch mal kurz erläutern, was deine konkreten Ziele in Bezug auf das Glücksspielen sind?
Alles Gute und viele Grüße
Ilona
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Santiago
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« Antwort #7 am: 05 Februar 2018, 20:23:45 »

Hallo ihr,

mein Ziel wäre es komplett aufzuhören. Nachdem jetzt einige Zeit Ruhe war hat es mich nun jetzt wieder erwischt und ich habe 2650 Euro meines Sie los verzockt. Nun weiß ich nicht mehr weiter. Ich ärgere mich so über mich selbst und mache es immer nur noch schlimmer und enttäusche alle Personen in meinem Umfeld. Ich kann nicht mehr.
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Olli
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« Antwort #8 am: 05 Februar 2018, 20:33:23 »

Hi Santiago!

Tja ... seufz ... wenn Du in der Zeit nichts unternommen hast, wie so viele vor Dir, dann hat sich ja auch nicht geändert - oder?

Veränderungen kannst aber nur Du in Angriff nehmen. Das kann Dir keiner abnehmen - dabei helfen ja - aber nicht abnehmen.

Greifen wir doch mal die Sachen auf, die ich Dir bereits genannt habe, um für Dich einen Plan zu gestalten.

1. Offenbarung gegenüber der Freundin
2. Aufstellen eines Geldmanagement mit ihr.
3. regelmäßiger Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Das wäre doch schon mal ein gigantischer Anfang ... oder?

Raffe Dich auf, Santiago ... ich kann es nur immer wieder betonen: Genesung macht Spaß!

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Olaf
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« Antwort #9 am: 05 Februar 2018, 22:37:15 »

Hey Olli,

Ich habe versucht es selbst zu schaffen. Angefangen hat es jetzt am Samstag wieder damit das ich bei einem Sportwettenanbieter getippt hatte und kurz vor Schluss mein Schein kaputt ging daraufhin bin ich wieder ins Casino und wollte dort den Gewinn erzielen. Einfach fahrlässig und dumm das weis ich.

Morgen wollte ich sofort mit meiner Bank telefonieren und versuchen das ich den Dispo auf 0 bringe indem ich das Geld auf den Kredit aufschlagen lasse. Ob es der richtige Weg ist weiß ich noch nicht.

Zu 1. Meine Freunde, meine Familie und meine Freundin wissen über das Problem Bescheid.

Zu 2. Ich weis nicht wie wir das mit dem Geldmanagement handhaben sollen. Ich hatte schon die Idee ihr vorerst meine Bankkarte zu geben, sodass ich keinen Zugang zum Geld habe und es dadurch wieder lerne wie damit umzugehen ist.

Zu 3. Bei einer SHG war ich schon vor einiger Zeit mal. Dies gestaltet sich allerdings schwierig da ich kein Auto besitze und meine Eltern oder Bekannte mich nicht fahren können.

Ich habe gerade richtig Angst davor Probleme zu bekommen da eine Bank das Dispo ja auch wieder zurückfordern kann. Bin total hilflos. Und 2650 ist ja schon eine Riesenhausnummer.
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« Antwort #10 am: 06 Februar 2018, 02:50:33 »

Total irre das man sich immer so abschießt das man mega Probleme bekommen kann und
nicht vorher aufhört, später aber dann denkt hätte ich wenigstens noch 3-400 behalten  Zunge

In dem Moment denkt man die helfen eh nicht und hofft doch noch nen gewinn zu erzielen und
wieder auf null zu kommen.

Hab das lange garnicht verstanden was da in einem vorgeht, aber eig ist es ja logisch, erst wenn alles
weg ist weiß man das der automat nix mehr gemacht hat, die Hoffnung stirbt halt immer zuletzt.

Würde mir jetzt keine panik machen, wenn man immer weiter zockt renkt sich ja auch immer alles wieder
ein, warum sollte die bank den dispo rückgängig machen, die verdienen ja ihr geld damit. Sowas machen die
nur wenn länger nix mehr eingeht, also über mehrere monate, sonst nicht.

Also bzgl geld mach dich nicht verrückt, überleg dir halt jetzt was sinnvoll für dich sein könnte das du es
Zukünftig schaffst.

Alles Gute.
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Olli
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« Antwort #11 am: 06 Februar 2018, 06:28:59 »

Guten Morgen Santiago!

zu 1: Prima. Wissen sie aber auch "alles"? Ist ihnen die Ernsthaftigkeit bewusst?

zu 2: Bevor Du Kredite aufstockst, sollte das Geldmanagement greifen.
Ich empfehle hier immer ein UND-Konto. Dabei wird die EC-Karte eingezogen und Du kannst nur am Schalter per Scheck Geld abheben. Deine Freundin, sofern sie dazu bereit ist, wird als unterschriftsberechtigte Person dem Konto hinzugefügt.
Auf dem Scheck müssen dann immer beide Unterschriften - von Dir und von ihr - sein.
Die Unterschriften werden immer mit Vergleichsproben abgeglichen.
Doch das ist nur die halbe Miete. Du solltest ein Haushalsbuch führen, in welches ihr beide gemeinsam alle Zu- und Abgänge notiert. Dazu lieferst Du lückenlos Nachweise.
Dir wird ein Taschengeld eingeteilt. Wie viel ist dem geschuldet, was Du innerhalb einer Woche benötigst.
Hält Dich das auch nicht vom Spielen ab, dann erhälst Du eben in kleineren Abständen Dein Taschengeld.
Den Dispo auf 0 setzen lassen, reicht m.E. nicht. Habe es damals auch gemacht und wie durch ein Wunder war auf einmal doch wieder einer da - den ich dann natürlich auch ausgenutzt habe.
Du kannst das Konto in ein reines Guthabenkonto wandeln. Ein Abhebungslimit per Geldbetrag und Zeitintervall kann vereinbart werden.

zu 3: Was ist denn schwieriger? Sich Bus und Bahn anzuvertrauen - Zeit für Deine Genesung zu investieren - oder sich nach dem Spiel zu überlegen, wie es denn finanziell weiter gehen soll?
Ich kenne genug Leute, die pro Strecke gerne eine Stunde und mehr Fahrzeit auf sich nehmen.
Ich sage immer: Wo ein Wille - da ein Weg ...
Da Du ja im Netz unterwegs bist, kannst Du ja gleich mal schauen, wann das nächste Treffen ist, und wie die Verbindungen des ÖPNV aussehen. Gut geplant ist schon halb angekommen ...

Zu Deiner Angst dass der Dispo gekündigt wird: Da Du ein geregeltes Einkommen hast, passiert das nicht so schnell.
Die Kassen wissen auch um die Gefahr einer Inso bei Spielern - da ist ihr Geld nämlich futsch.
Wenn Du ihnen mit dem UND-Konto und den anderen aufgezeigten Möglichkeiten aber verdeutlichst, dass Du etwas unternimmst um Deine Verbindlichkeiten zu regeln, werden sie die Hände still halten.

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Olaf
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« Antwort #12 am: 06 Februar 2018, 07:30:16 »

Ist dieses und kto ein Guthaben kto ? Dann würde ich damit abwarten weil dann stellen
die den dispo auf null. Wenn das gemacht wird wenn der lohn gerade kommt wird wohl niemand
ne Insolvenz fürchten.

Ich weiß nicht, vielleicht ist sowas bei manchen wirklich nötig aber das is schon  nen crasser schritt der
sicher auch eine Beziehung gefährdet wenn man sich selbst als so krank hinstellt.
Auf der einen Seite sagst du man soll nicht kämpfen und hier stattdessen hoffnungslos kapitulieren.
Welche Frau macht das denn mit ? Die kommt sich doch vor wie ne Krankenpflege und nicht mehr wie
eine Frau die geliebt werden möchte.

Man macht es sich schön leicht und lässt andere die Verantwortung tragen, keine Ahnung.

Bisschen zusammenreissen wird man sich doch wohl können und kämpfen bis der scheiss
vorüber ist.

Also ich würde max meine bankkarte abgeben und mich auf ein Taschengeld einlassen am Anfang wenn
die freundin das denn machen möchte.
Überall outen nur wenn wirklich garnix mehr geht. Aber muss ja jd selbst wissen wie es um einen steht.
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Olli
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« Antwort #13 am: 06 Februar 2018, 12:24:00 »

Hi Neue Werte!

Jeder hat seine eigenen Grenzen, die er einhält, aufweicht oder ganz fallen lässt.

Wenn also bei Dir die Abgabe der EC-Karte und eine Taschengeldeinteilung reicht, dann hast Du noch Grenzen, die Du einhälst und alles ist gut.

Ich kenne sogar jemanden, der rigoros jedes Geldmanagement ablehnt mit der Begründung ein nasser Spieler organisiert sich (auch kriminell) immer Geld wenn er spielen möchte.
Das mag ja für ihn so korrekt sein, es zeigt aber auch, dass er den Sinn eines Geldmanagement nicht verstanden hat.

Was Du hier beschreibst/befürchtest, ist die Abgabe der finanziellen Kontrolle.
Natürlich beinhaltet dies auch ein "gemeinsames Geldmanagement" - es geht aber weit darüber hinaus.

Wenn ich nur die finanzielle Kontrolle abgebe, dann hast Du Recht - drückst Du Deine Verantwortung einer anderen Person auf.
Dies wird gerne benutzt um seine Lieben ruhig zu stellen und damit zu manipulieren.
Nebenher schützt es den Spieler ja auch vor allzu krassen finanziellen Verlusten.
Wenn die Sucht sich dann meldet, wird die kontrollierende Person unter Druck gesetzt um den Zugang zum Geld wieder zu erreichen.

Ein gemeinsames Geldmanagement geht, wie bereits gesagt, weit darüber hinaus.

Ein kleines Beispiel: Du hast Dir ein Bein gebrochen und kannst nun nicht mehr mit dem Auto fahren. Also bittest Du jemanden, Dich bis zu Deiner Genesung zu fahren.

Hättest Du hiermit ein Problem? Nein ... bestimmt nicht ...

Genauso ist es aber auch, wenn Du spielsüchtig bist.
Dich selber "ans Steuer" zu setzen wäre mehr als fahrlässig.

Also bittest Du jemanden, dies in Geldangelegenheiten für Dich zu tun!
Genau wie in dem Beispiel handelt es sich um eine temporäre Vereinbarung!
Auch eine Genesung von der Spielsucht benötigt Zeit - wie der Beinbruch.
Du bist in allen anderen Lebenslagen weiterhin selbstbestimmt.

Der "Fahrer" hat zudem jederzeit das Recht auch "nein" zu sagen.
Gründe dafür gibt es genug - so manches Mal liefert erst der Klient diese Gründe durch sein Verhalten.

Zitat
Bisschen zusammenreissen wird man sich doch wohl können und kämpfen bis der scheiss
vorüber ist.

Wir reden von Sucht!
Um den Vergleich noch mal heran zu ziehen ... das Bein ist gebrochen ... es wurde von oben bis unten eingegipst ... es gibt keinen Ersatzfahrer ... und Du steigst nun auf Dein Fahrrad und wunderst Dich, dass Du das eine Bein nicht gebeugt bekommst ...
Oder Du trittst nur mit dem gesunden Bein ins Pedal - was auch einem "Kampf" gleich kommt, wenn wir aus dem dunklen Tal wieder auf oder besser "über den Berg" wollen!

Ein Geldmanagement ist ein Werkzeug der Genesung.

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Gute 24 h
Olaf
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« Antwort #14 am: 07 Februar 2018, 11:53:08 »



Wir reden von Sucht!




Ja und wenn ich das alles mache reden wir ja immernoch von sucht, also die bleibt es so oder so
da brauche ich mich und die eigene frau ja auch noch, nicht überall als total krank hinzustellen, das
ist doch für den partner auch mega peinlich für jd 100€ mit zur bank und unterschreiben müssen wie
bei nem kleinkind.
Bin mir ziemlich sicher dass das zusätzliche risse in eine Beziehung bringen würde..

Der Vergleich mit dem gebrochenem bein gefällt mir irgendwie nie so richtig, auch wenns darum geht das
man das bein nicht selbst behandeln würde.

Geldmanagement ok, das verstehe ich und das wird anfangs auch sinnvoll sein, aber im kleinen kreis und nicht
so das der Lebenspartner der nichts dafür kann nicht nur sämtliche Verantwortung übernehmen soll, sondern
sich auch noch schämen muss. Wenn das schief geht ist die Trennung sicher.
Und wenn ich den partner dazu bringe mir die karte wieder zu geben, bringe ich sie  auch dazu zu unterschreiben weil
ich dies oder das kaufen muss, das finde ich jetzt kein Argument.

Finde diesen schritt zu crazy ganz ehrlich. Und sucht bleibt es so oder so, am ende muss jd auf die Zähne beissen
egal wo man vorher schon überall zu kreuze kriecht, oder halt eben nicht. Keine Ahnung.

Guthaben kto macht aber auch für mich sinn, hier sollte man aber auch gut überlegen vorher wann man das
einrichten lässt, bzw wie der dispo aufgelöst wird und was man sich leisten kann und ob man sich das kurz nach
dem aufhören überhaupt leisten kann oder ob andere Sachen erstmal anstehen die man nicht bedient hat und nicht
gleich losrennen und sich den gelddruck wohlmöglich noch erhöhen und somit auch den druck das geld vermehren
zu wollen. Meiner Meinung nach zumindest...


Ich verurteile natürlich aber auch niemanden der es so macht. Ich bewunder aber jd beziehung die
dies dann übersteht.
« Letzte Änderung: 07 Februar 2018, 12:13:23 von Neue Werte » Gespeichert
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