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11.069 Beiträge in 1.484 Themen- von 1.607 Mitglieder - Neuestes Mitglied: Schwester

13 Dezember 2017, 10:14:57
GlücksspielsuchtGlücksspielsucht Allgemein (Moderator: Ilona)Thema: SHG das richtige Umfeld ?
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Autor Thema: SHG das richtige Umfeld ?  (Gelesen 644 mal)
Bublik
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Beiträge: 17


« am: 25 Oktober 2017, 15:33:28 »

Hallo zusammen,

in einem anderen Beitrag (Premiere) habe ich bereits Einiges über mich geschrieben und mich vorgestellt.

Vor gut 2 Wochen, habe ich den Entschluss gefasst eine SHG aufzusuchen. Habe gleich den ersten Termin wahrgenommen und bin dort hin.
 
Ich war zwar unter Gleichgesinnten was die Spielsucht anbetrifft, jedoch habe ich mich der Gruppe nicht wirklich zugehörig gefühlt. Konkret empfand ich es eher als anstregend den Abend mit dieser Gruppe zu verbringen. Es lag nicht daran, dass ich mich ausgeschlossen gefühlt habe oder das sie nicht nett waren. Vielmehr hat mich die depressive Stimmung gestört. Es wurde viel und auch sehr ausführlich über persönliche Themen gesprochen, was einen Freitagabend als ziemlich anstregend gestaltet. Ich bin eine komplett anderer Charakter, als die Menschen in der Gruppe !

Ich weis nicht ob ich gleich nach dem ersten Besuch beurteilen kann, ob es das richtige für mich ist. Leider kann ich auch nicht jeden Freitagabend dort hin gehen, da auf mich eine Familie zu Hause wartet. Wenn alle Abende so verlaufen, ist mir meine Zeit zu schade. Die will ich dann lieber mit meiner Familie verbringen.

Wie sind eure Erfahrungen mit SHG's ? Was sollte die richtige Erwartungshaltung und Herangehensweise diesbezüglich sein ?

Beste Grüße und eine spielfreie Zeit !!!
« Letzte Änderung: 25 Oktober 2017, 15:37:36 von Bublik » Gespeichert
Olli
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« Antwort #1 am: 25 Oktober 2017, 17:21:45 »

Hi!

Dan muss ich Andreas ja schon wieder zitieren ... :-)

Gehe mindestens 5 Mal hin und bilde Dir DANN Deine Meinung!

Es war für Dich der erste Besuch ...

Du hattest bestimmt Erwartungshaltungen, die (teilweise) erfüllt wurden oder eben auch nicht.

Die Dynamik in einer Gruppe ist immer abhängig von den Anwesenden.

Heute wurde über viele persönliche Themen gesprochen, dazu noch ausführlich.
Nächste Woche sind vielleicht wieder allgemeine Themen angesagt.

Natürlich ist solch ein Meeting anstrengend. Wenn Du es ernst nimmst!
Es gibt viel zu verdauen und im Laufe der Woche wirst Du vielleicht auch einiges wiederkäuen, um es erneut dem Verdauungstrakt zuzuführen.
Ein Meeting ist anstrengende geistige Arbeit!

Zitat
Ich bin eine komplett anderer Charakter, als die Menschen in der Gruppe !

Ich bitte Dich nur um Eines: Gebe Dir und der Gruppe eine Chance.

Du ... wenn sie wirklich nichts für Dich ist, dann suche Dir eben eine Andere ... oder gehe zu einem Therapeuten ... das ist ganz egal.

Aber bitte ... bitte bitte bitte ... nutze nicht Deine Familie als Grund "Deine Zeit besser" zu verbringen.
Deiner Familie geht es gut, wenn es Dir gut geht!
Sie werden Dir gerne den Raum und die Zeit überlassen, weil sie Dich sicherlich lieben und wollen, dass es Dir gut geht.

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Gute 24 h
Olaf
Hartmut - Referent fags
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« Antwort #2 am: 26 Oktober 2017, 13:11:36 »

Hallo Bublik,

ich kann Olli nur zustimmen, er bringt´s auf den Punkt. Ich habe mit vielen Menschen aus SHG gesprochen: natürlich gibt es positive und negative Erfahrungen. Unterm Strich sollte es jemandem mittelfristig nicht schlechter, sondern besser gehen. Vielleicht kannst du ja nach einer gewissen Zeit - wenn Du einen Draht zu jemandem gefunden hast,mal ansprechen, dass Dir eine depressive Stimmung in der Gruppe auffällt, aber immer respektvoll. Die Gruppe wird Dir möglicherweise dankbar sein, dass das mal einer ausspricht.
Das sind doch alles Männer, die sich eigentlich weiter entwickeln wollen, sonst würden sie nicht in eine Gruppe gehen. Lass denen und Dir Zeit zum andocken, aber eine depressive Stimmung sollte kein Dauerzustand sein.

In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute,Hartmut
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Bublik
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« Antwort #3 am: 26 Oktober 2017, 21:53:31 »

Hallo,

Danke für eure ehrliche Meinung! Hartmut ich danke dir für deine diplomatische Antwort.
Ich werde die Runde nochmal besuchen und versuchen Positives daraus zu ziehen. Wenn’s gar nicht passt, dann werde ich mich nach einer Alternative umschauen.

Schönen Start ins Wochenende
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andreasg
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« Antwort #4 am: 27 Oktober 2017, 12:25:37 »

Hallo Bublik,

Olaf hat mich ja so treffend zitiert, daß ich glühender Vertreter von Selbsthilfegruppen bin.
Nun habe ich wieder eine Frusttration in meiner Gruppe gefühlt(!) und schwarz/weiß Gedanken,
so daß ich der Gruppe fernbleiben möchte.

Dann lese ich Deinen Beitrag und die Antworten darauf.

Bei mir sind es drei Bereiche, die mich stören. Zwei davon darf ich hier nicht einbringen, sie unterliegen dem Gruppengewissen und sind geschützt.
Dafür haben wir im Gruppenraum einen Aufsteller:
"wen du hier siehst, was du hier hörst, wenn du gehst, bitte lass es hier"
das heißt auch, wenn ein Meeting belastend auf Dich/auf mich wirkt, mir die Erlaubnis zu geben, das Belastende vergessen zu können und mich auf das Positive zu besinnen.

Vielleicht genießt Du es gerade aus vollem Herzen, nicht mehr Spielen zu müssen, das Lügenkonstrukt fesselt Dich nicht mehr, Ultimo rückt näher - und immer noch Geld in der Tasche? Das macht Happy und froh.
Als ich 1 Jahr spielfrei war, rückten allerdings die Trümmer meines Lebens immer enger an mich heran: "was habe ich durch das Spielen am eigentlichen Leben versäumt"? Das führte bei mir zu einer schweren Depressionsphase, und so ging ich in die SHG, weil ich es nur dort in meinem Zustand aushalten konnte. (In meinem Tagebuch-Blog - Arbeit an mir selber gehe ich darauf noch einmal ein). Dann passiert es, daß Teilnehmerinnen mit hängenden Köpfen dasitzen. Nach einem Klinkaufenthalt kehrt dann wieder Power ins Leben zurück, Neue Ziele werden definiert. Viele Klinikentlassene bringen eben diese Energie mit hinein, dann lebt eine Gruppe wieder auf.

In 8 Tagen werde ich zu einen Treffen fahren, bei dem die Sprecher der Gruppen meiner Gemeinschaft ein Potofilo über ihre Gruppe abgeben können. Also auch Dinge aussprechen , die unangenehm sein können.
Den einen nenne ich hier jetzt beim Namen, er war auch genauso Gegenstand in meiner Esssuchtgruppe, wieder beim Arbeitsmeeting:

Jede Selbsthilfegruppe ist darauf angewiesen, Neue Mitglieder begrüßen zu können, bei uns, jeder, jedem die Tür offen zu halten, der den aufrichtigen Wunsch hat, mit dem Spielen aufzuhören. Das funktioniert eine Zeit sehr gut, aber dann wird der Neue selber zum Türöffner, wird wieder die Neuen begrüßen, wird in seinen  Depries erstarren und nach der Therapie das Meeting neu formen.

Ich selber habe ein Leitbild: Ich habe immer noch mein erstes Meeting meiner Spieler SHG vor Augen,(31.08.1989)  sehe die Teilnemer immer noch vor mir, im halbschattigen verräucherten Raum. Einer sagte zu mir: "der Gruppensprecher ist Heute nicht dabei, du mußt nächste Woche wiederkommen, dann erklärt er dir, wie das bei uns abläuft. - Ich bin wiedergekommen, aber - wie es abläuft ist jede Woche immer wieder anders, vielleicht, weil ich mich auch immer etwas weiterbewege.

Ich wünsche Dir von Herzen einen schönen Meetingsabend und schöne 24 Stunden  Smiley
Andreas
 
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Olli
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« Antwort #5 am: 27 Oktober 2017, 15:04:00 »

Hi Bublik!

Schöne Einstellung!

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Gute 24 h
Olaf
Bublik
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« Antwort #6 am: 02 November 2017, 14:00:53 »

Hallo zusammen,

ich habe vor einer Woche die Gruppe wiederholt besucht und mein anfänglicher Eindruck hat sich wieder bestätigt.

Für mich persönlich ist es kein geeignete Option um mit der Sucht umzugehen. Wie ich bereits es aus meiner Sicht geschildert habe, zieht das Umfeld einen eher runter. Das Umfeld muss jedoch einen aufbauen und dafür müssen die Menschen einem sympatisch seien mit denen man gerne seine Gedanken, Ideen und Gefühle teilt.

Derzeit bin ich stabil was die Sucht anbelangt und werde es weiterhin auf meine Art machen. Habe mir schon hier und da in diesem Forum was durchgelesen und für mich persönlich die Erkenntnis gezogen, die Krankheit mit Wille, Disziplin und Ehrlichkeit zu sich selbst in erster Linie zu bekämpfen. Des Weiteren habe ich Maßnahmen eingeleitet, die alle Hintertürchen schließen sollten und Rahmenbedingungen geschaffen, die Rückfälle erschweren.

Gerne bin ich hier im Forum weiterhin Mitglied, da es mir hier mehr Nutzen verschafft um meine Gedanken mit dem Spielen zu bewältigen als eben die SHG in meiner Stadt.


Ich wünsche allen eine spielfreie Zeit !

PS: Weihnachten rückt näher, gibt lieber Geld für Geschenke aus als Betreiber von Spielhöllen mehr Geld für seine Geschenke zur Verfügung zu stellen.

Viele Grüße

Bublik
« Letzte Änderung: 02 November 2017, 14:08:25 von Bublik » Gespeichert
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Ich bin auf dem Weg


« Antwort #7 am: 23 November 2017, 23:37:31 »

Hallo Bublik,
ich kann nur von Dem berichten, was mir widerfuhr. Ich bin in einer, für mich nicht mehr entwirrbaren völlig ausweglosen Situation zur SHG gegangen, mit Null-Erwartung und Riesen-Neugier. Ich bin auf Menschen getroffen, die jeder für sich wertvoll und interessant waren. Die von mir erwarteten Looser waren seltsamerweise nicht da. Kompromisslose Täter und verletzliche Opfer in einer Person. Jeder eine eigene Geschichte und doch so vertraut, weil ähnlich der Meinen. Ohne meine Gruppe hätte ich mit Sicherheit irgendwann wieder eine Haltung erreicht, in der alles nicht mehr so schlimm gewesen und das nächste Spiel in greifbare Nähe gerückt wäre.
Ich verstehe, das man sich nicht runterziehen lassen möchte. Deshalb ist es wichtig positive Gedanken und Menschen zu erleben, die hören wollen was einem selber auf der Seele liegt und man mus sich auch drauf einlassen. Ohne einem gewissen "Einlaßkredit" geht's nicht.

Alles Gute
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andreasg
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« Antwort #8 am: 24 November 2017, 10:04:36 »

Hallo Bublik,

schade, daß Du keinen Bezug zu der Spieler - Selbsthilfegruppe finden kannst. Ich bin schon lange Zeit in meiner Gruppe, auch mit einer Auszeit, weil ich eine andere Gruppe stattdessen besuchte.
Was mir geholfen hat, ist das gemeinsame Erkennen der Machtlosigkeit gegenüber der Spielsucht, die Solidarität in dem Wunsch, mit dem Spielen aufzuhören, die Aufrichtigkeit, seine Niederschläge einzugestehen...
aber auch anzufangen , die Tage ohne Spielen zu registrieren, das Glücksgefühl, wenn am 24. des Monats noch Geld auf dem Konto ist, mich neu erkennen, daß ich mich überhaupt wieder wie ein Mensch fühlen kann. Gerade da haben mir die körperlichen Begegnungen einen Zusammenhalt gegeben, der sich entscheidend für meine Genesung ausgewirkt hat.

Ich bin auch schon längere Zeit in diesem Forum, auch das ist mir eine liebgewordene Begleitung. Gerade weil ich auch eine latente Medienabhängigkeit habe, bringt es mich im Netz immer wieder zur Vernunft. Das heißt, vor allem, für mein Leben nicht nur nach Emotionaler Genesung, sondern auch die existenziellen Grundlagen zu betrachten und zu sichern.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
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« Antwort #9 am: 24 November 2017, 14:22:37 »

Hallo Bublik,
schade, dass sich die Situation für Dich nicht verändert hat, man kann aus der Ferne auch gar nicht beurteilen ob Deine Entscheidung nun richtig oder falsch war, Du wirst es am besten wissen. Ich wünsche Dir, dass Du Menschen findest, bei denen Du Dich mit Deinem Spielproblem ohne depressive Stimmung austauschen kannst. Hast Du denn sonst irgendjemanden - außer in diesem Forum - mit dem Du über Deine Spielsucht sprechen kannst?
"Wille, Disziplin, Ehrlichkeit": alles sehr gute Leitlinien. Vor allem am Anfang ist es ja eine riesige Herausforderung, nicht mehr zu spielen. Da braucht man genau dies Qualitäten, die Du Dir vorgenommen hast.
Es kann aber auch sein, dass hinter dem Spielen eine depressive Stimmung besteht, die beachtet werden will. Man selbst will sie aber weg haben. Ich kann Dir nur den Rat geben auf Dich und Deine Stimmungen zu achten und alles ehrlich anzuschauen. Wäre schön, ab und an von dir hier zu hören wie es weitergeht. Und falls mal etwas schief gehen sollte bleib trotzdem dran!

Alles Gute und viele Grüße, Hartmut
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Bublik
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« Antwort #10 am: 06 Dezember 2017, 15:43:01 »

Hallo Andreas & Hartmut,

vielen Dank für eure Beiträge.

Ich komme bisher ganz gut ohne SHG zurecht.

Wenn ich depressiv bin oder Druck verspüre, rede ich mit meiner Frau darüber.
Ich habe durch ein gemeinsames Konto mit meiner Frau volle Transparenz über finanzielle Ausgaben geschaffen. (Da ist ja auch das PayPal Konto an das gemeinsame Girokonto gekoppelt)

Das Wichtigste, was mich motiviert nicht zu spielen, ist meine kleine eigene Familie!

Ich hoffe, dass ich sowie hakan "aus anderen Beiträgen", dessen Methode ich für mich persönlich als sinnvoll erachte auch durch Selbsttherapie den entgüldigen Absprung ins reale Leben schaffe.

Ich wünsche allen eine schöne und stressfreie Vorweihnachtszeit.

Beste Grüße

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Hartmut - Referent fags
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« Antwort #11 am: 06 Dezember 2017, 19:31:37 »

Hallo Bublik,
schön dass Dir die "family" soviel bedeutet. Wünsche dir, dass es so bleibt und ebenso eine schöne Vorweihnachtszeit.

Hartmut
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