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12.686 Beiträge in 1.580 Themen- von 1.360 Mitglieder - Neuestes Mitglied: shithappens

26 Mai 2018, 08:24:49
GlücksspielsuchtGlücksspielsucht Allgemein (Moderator: Ilona)Thema: Erbe und Vertrauen verspielt
Seiten: [1]
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Autor Thema: Erbe und Vertrauen verspielt  (Gelesen 768 mal)
Puffotter
Gast
« am: 13 Februar 2018, 22:28:33 »

Wie ich zur Spielsucht kam und im Hamsterrad dauerlaufe: Im November 2016 war ich in meinem Lieblingsbordell. Nach dem Zimmergang bin ich erstmals ein Stockwerk tiefer ins angeschlossene Casino (gehörte auch dem Puffbesitzer) und habe an der Bar eine (überteuerte) Cola trinken wollen. Die nette Dame dort wollte 4 Euro für ne 0,2er Cola  oder aber das Getränk gebe es gratis, wenn ich doch etwas spielen würde. Ich sagte noch zu einer meiner Stammdämchen, die auch am Automaten hockte, dass das wohl bei meinem generell übertriebenen Verhalten keine gute Idee sei, aber schlussendlich kostete die Cola nix und der erste 5 Euro Schein wanderte in den Löwen. Die ersten Monate hatte ich noch alles im Griff, bis ich dann täglich 3-4 Stunden am Stück in dem "Puffcasino" war. Ich spielte nie hohe Einsätze, meist nur 10 bis 20 cent, dafür aber über Stunden. Vor einem Jahr eröffnete dann auch bei mir am Ort eine neue Spielothek, in der ich schon morgens um 6 (ich war beileibe nicht allein um diese Uhrzeit!!) einkehrte. Bald spielte ich überall, in Bars, in Kneipen, in Casino X, Y und auch Z, in Puff A, B und auch C. Im Dezember 2017 fing ich dann auch noch in Online Casinos an, was ich aber nach 1500 Euro Verlust recht schnell einstellte und auch kein "Feeling" dabei hatte. Mein gesamtes Erbe, mehr als 50000 Euro, habe ich innerhalb von 15 Minuten verheizt mit der Spielerei. Ich habe mit Sicherheit eine Vorbelastung, da mein Vater "börsensüchtig" war und beim CFD- und Futurehandel rund 300000 Euro in 20 Jahren verspielte. Ich weiss, dass die Automatenspielerei nichts einbringt, meist nur frustriert und sich letztlich alle selbst belügen mit gelegentlich höheren Gewinnen bei verhältnismässig kleinem Einsatz, trotzdem kann ich von dem Scheiss nicht lassen. Mich interessiert hier im Forum vor allem auch, ob es ähnlich gestrickte Spieler wie mich gibt, die zwar niemals im hohen Einsatzbereich, dafür aber im niedrigen stundenlang und exzessiv spielen. Zum Vetrauen: meine Mutter bekam von dem ganzen Wind und Ihr jahrelanges Urvetrauen in mich, ist jetzt weg. Zudem hat Sie keinerlei Verständnis für das Thema Spielsucht und reagiert agressiv darauf. Reden darüber geht daher kaum bis gar nicht.
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Teufelszeug
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Beiträge: 115


« Antwort #1 am: 14 Februar 2018, 14:40:42 »

Hallo, schau Dir mal diese Doku an: "Wenn Spielautomaten süchtig machen - sehr interessante Doku - https://www.youtube.com/watch?v=ciT4d4nwPw8.
Ich glaube der erste Schritt muss sein, dass DU erkennst, dass das nicht normal sondern krank ist. Nur weil man es schreibt muss das noch nicht so sein. In der Doku bekommt man einen kleinen EInblick in die Arbeit der Suchttherapie der Uni Mainz. Die bieten ambulante Therapie an. Es ist doch wichtig, dass Du dich jemandem öffnest. Einfach mal alles auf den Tisch haust. Nur dann kann Dir wirklich geholfen werden.Ich z.B. habe nur wenige Monate in OnlineCasinos gezockt. Aber mir ging es ähnlich. Ich habe mit relativ kleinen Beträgen gespielt und habe immer versucht Verluste reinzuholen. Und gerade mit den kleinen Beträgen verliert man schnell den Überblick. Ich habe im Oktober letzten Jahres sofort aufgehört als ich erkannt habe, dass es keine Chance gibt zu gewinnen. Du kannst im Casino kein Geld verdienen. Du kannst einmal Glück haben, ja. Aber nicht immer. Ich habe aufgehört als ich erfahren habe, dass das ganze OnlineCasino-Thema zum Größtenteil illegal ist. Ich habe aufgehört zu zocken, als ich bei meiner Recherche auf Menschen gestoßen bin, die alles verloren haben... Auch Ihr Leben. Und oft hat es angefangen mit 5 Euro "bloss mal in den Automaten gesteckt". Ich weiss das klingt total blöd und lapidar. Aber sobald Du auch nur einen Euro in so eine Maschine reinsteckst oder an ein OnlineCasino überweist freut sich ein Anderer. Diese Maschinen haben nur einen Zweck. Geldumverteilung. Von den Kleinen zu den Großen. So wie die Wirtschaft leider Größtenteils funktioniert.
Zusätzlich hilft es mir sehr mich hier mit Menschen auszutauschen und anderen zu helfen. So bekommt man immer vor Augen geführt was alles passieren kann. Man hat eine Aufgabe die einem  ein STück weit Erfüllung gibt. Und glaube mir, es ist niemals zu spät aber du musst dich ehrlich öffnen - DAS ist alternativlos!
« Letzte Änderung: 14 Februar 2018, 14:43:00 von Teufelszeug » Gespeichert

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen. Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)
Puffotter
Gast
« Antwort #2 am: 15 Februar 2018, 09:18:36 »

Vielen Dank für die Antwort. Es ist nicht so, dass mir nicht bewusst wäre, dass man dort auf Dauer nichts gewinnen kann. Ich denke manchmal es handelt sich bei mir auch um eine Art zwanghafte Handlung, denn zu Zwängen neige Ihr seit der Pubertät (heute bin ich kurz vor 40) immer wieder. Jeder Vorsatz dort in Zukunft nicht mehr hinzugehen, ist am Tag darauf gebrochen. Immer wieder zweifelt man auch an einem selbst, da irgendwie in der Halle immer einer/eine hockt, der/die gerade die Hunderter nur so abräumt. Etwas, das ich die ganze Zeit über nie erlebt habe. So abstrakt es klingt es kommen dann Gedanken wie "selbst zum Spielen bin ich zu blöd", denn bei dem/der klappt es ja schliesslich auch. Dann rattert es sich im Kopf, ob es doch daran liegt, das ich eigentlich nie abstoppe und und und....oder nie erkenne wann ein Automat gerade in "guter Laune" ist. Die negativ Beispiele, wohin einen das ganze führen kann, sah ich auch. Firma an die Wand gefahren, weil der ganze Tag mit Zockerei ausgefüllt war, danach einen Berg von Schulden. Auch bei vielen meiner befreundeten osteuropäischen Prostituierten haben die Männer Haus und Hof verspielt und am Schluss war nicht mehr mal Geld für Essen da. Trotzdem hielt mich das alles bisher nicht ab weiter und weiter zu machen. An einer Therapie wird kein Weg vorbeiführen. Da hast Du sicherlich recht.
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Dee
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« Antwort #3 am: 10 März 2018, 17:37:14 »

es tut mir leid, dass es schwere für dich mit diene Mutter über das Thema Spielsucht sprechen ist. Ich kann nicht mit mein Vater über Spielsucht sprechen. Ich habe ihn gesagt, dass ich viel Geld verloren hat und er könnte mit mir nicht mehr redden. Aber ich habe gluck, dass meine schwester und Mutter haben verstandnis. 
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