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Zwickmühle

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Zwickmühle
« am: 15 Mai 2018, 16:17:55 »
Hallo Zusammen,
ich bin weiblich, Mitte 20 und spiele seit ca. 5 Jahre.

Ich wende mich an Euch, da ich keine Möglichkeit habe mich über dieses Thema mit Anderen auszutauschen.

Mit meinem Mann bzw. Familie kann über meine Spielsucht nicht reden, da alle denken, dass ich seit einem Jahr nicht mehr spiele. Sollte es heraus kommen, dass ich doch weiterhin gespielt habe (3 Monate habe ich es geschafft nicht zu spielen), wäre es das Ende unserer Ehe. Vor einem Jahr hatte mein Mann mir bereits gesagt, dass, sollte ich weiter spielen, er die Trennung möchte. Mit meiner Mutter kann ich auch nicht drüber reden, da dann herauskommen würde, dass ich die beiden weiterhin hintergangen habe und weitergespielt habe. Freunden gegenüber kann ich es auch nicht ansprechen, da es mir ersten peinlich wäre und ich mir ziemlich sicher bin, dass keiner etwas mit diesem Thema anfangen kann bzw. nicht versteht.
Dies hat auch zur Folge, dass mir keiner dabei helfen kann zb. meine Konten zu überwachen etc. Paypal und Onlinebanking brauche ich auch beruflich und selbst wenn ich es irgendwie umstellen könnte gibt es ja noch paysafe.

In eine Selbsthilfegruppe kann ich auch nicht gehen, da - sollte mich dort jemand kennen - ich beruflich am Ende wäre. Andere (kostenlose) Hilfe gibt es hier nicht. Über die Krankenkasse kann ich es nicht abrechnen lassen, da ich seit einiger Zeit versuche in die private KV zu kommen. Sollte ich nun eine Therapie anfangen, wird mich keine nehmen. Ggfls. könnte ich eine Therapie selbst bezahlen, dann müsste ich meinen Mann jedoch weiter anlügen, da ich ihm ja nicht sagen kann wohin ich gehe und wofür ich das Geld ausgebe.

Ich bin in einer ziemlichen Zwickmühle und weiß nicht weiter. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass ich es nicht alleine schaffen werde.
Danke fürs lesen...

*

Offline Olli

  • *****
  • 1.848
Re: Zwickmühle
« Antwort #1 am: 15 Mai 2018, 16:55:58 »
Hi Sandra!

Herzlich willkommen!

Wie war das denn damals, als Du versprochen hattest nicht mehr zu spielen?
Was ging dem voraus?

Was hat Deinen Mann und die restliche Familie mehr gekränkt - Dein Spielen oder das Lügen?


Liebe Sandra ... ich verstehe Deine Ängste ... doch in die Zwickmühle bist Du bereits nach den 3 Monaten geraten.
Seitdem hast Du Dich Tag für Tag immer wieder entschieden Deinen Mann anzulügen.
Dir waren die möglichen Konsequenzen vor jedem einzelnen Spiel bewusst - genau wie heute.

Doch es hat sich ja was bei Dir verändert - Du hast Dich hier angemeldet und suchst in Eigeninitiative Hilfe für Dich.
Was denkst Du könnte es sein?

Du denkst bereits daran Dich selbst in den Finanzen zu beschränken und zeigst mögliche Schlupflöcher auf.
Das ist gut!

Noch kenne ich Deine Vita nicht - auch Deinen Mann und Deine restlichen Familienmitglieder werde ich nur durch Deine Beiträge hier kennenlernen.

Trotzdem gibt es eine goldene Regel, die auch für Dich gilt:
Eine erfolgreiche Abstinenz basiert auf der Aufrichtigkeit nach Innen und nach Aussen.

Denkst Du, Du bist soweit? Abstinenz anstreben?

Dann solltest Du vielleicht auch mit Deinen Ausreden aufhören?

Peng! - Das war ein typischer Olaf ... :-) "Ausreden" ...
Hat Dich der Begriff geschockt?

Du bist momentan fokussiert alles im Grunde mit Dir alleine aus zu machen.
Durch diese Fokussierung verlierst Du aber etwas vollkommen aus den Augen - Dich!
Deine Gesundheit - Dein psychischer Zustand!
Das ist weit wichtiger als irgendeine private KV oder ein Job.

Spielsucht ist fortschreitend. Je mehr Geld Du zur Verfügung hast, umso mehr wirst Du auch spielen im Laufe der Zeit.
Was bringen Dir da die finanziellen Vorteile? ... Nichts ... Nur mehr Suchtmittel ...

In jeder SHG wird die Anonymität groß geschrieben.
Jeder respektiert die Anonymität des Anderen.

Da sehe ich erst einmal gar keine Gefahr für Deinen Job.
Aber vielleicht magst Du ja auch mal grob erklären, um was es sich dabei handelt?

So ... das mag erst mal reichen ... :-)

Wenn Du Fragen hast, dann frage bitte einfach ...

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Zwickmühle
« Antwort #2 am: 15 Mai 2018, 17:49:28 »
Hallo Olli,
danke für deine Rückmeldung :)

Ich habe damals schon ziemlich lange gespielt und mein Mann hatte es zwar mitbekommen, wusste jedoch nichts von dem Ausmaß bzw. was alles dahinter steckt. Irgendwann hat er mal aus Zufall meinen Kontoauszug von mir gesehen und verständlicher Weise gefragt, ob ich sie noch alle hätte ;-)
Es ging dann ein paar mal hin und her, da ich weiter gespielt habe, bis es dann eskaliert ist und er gesagt hat entweder ich mache eine Therapie oder er trennt sich. Ich bin dann zu einer Beratungsstelle gegangen und habe mich beraten lassen. Mir wurde auch geraten, nicht in eine Gruppe zu gehen aus beruflichen Gründen. Der Berater hatte den Gedanken vielleicht in eine Gruppe in einer anderen Stadt zu gehen, aber das ist aus zeitlichen Gründen bei mir nicht möglich.
Ich hatte das meinem Mann dann erklärt und ihm versprochen es selbst in den Griff zu bekommen. Dies hat dann auch geklappt für drei Monate und nach einer Fehlgeburt habe ich dann wieder heimlich angefangen zu spielen. Und lebe nun seit 9 Monaten damit, dass ich ihn immer wieder hintergehe.

Ich denke meine Familie kränkt mehr das lügen, meinen Mann beides. Meine Mutter hat mich in den 9 Monaten immer wieder gedeckt geldtechnisch, bis es nicht mehr ging. Sollte sie es nun auch wieder herausbekommen würde für sie sicher eine Welt zerbrechen.

Ich denke ich weiß schon die ganze Zeit, dass es nicht richtig ist. Ich bin immer wieder alle Möglichkeiten durch gegangen und hatte nun gehofft, dass Ihr/ Du hier noch einen Tipp für mich habt. Ich denke das war der Grund für meine Anmeldung. Ein weiterer Grund meiner Anmeldung ist, dass ich merke, dass es immer schlimmer wird. Höhere Einsätze, höhere Verluste... Glücklicherweise sind wir finanziell sehr gut gestellt. Wir verdienen beide gut, so dass ich mich nicht verschuldet habe. Trotz allem sind es im Monat ca. 2000-3000 EUR die ich verspiele. Es ist einfach so sinnlos, was man für Geld aus dem Fenster wirft.

Ich weiß, dass ich Abstinent sein kann. Ich weiß nur nicht, ob dies klappt, wenn ich nicht reinen Tisch mache. Die Konsequenzen die daraus folgen werden jedoch sehr schwerwiegend sein und ich weiß nicht, ob ich damit umgehen werde können, obwohl ich sie mir ja selbst eingebrockt habe.

Ich habe selbst, nachdem ich meinen Beitrag gelesen hatte, mir gedacht, dass es sich alles nur nach Ausreden anhört ;-)

Vielen Dank auf jeden Fall..



*

Zero80

Re: Zwickmühle
« Antwort #3 am: 15 Mai 2018, 19:58:51 »
Hey...

Du sagst oben ,, ich bin mir sicher es allein nicht zu schaffen " unten schreibst du ,, ich bin mir sicher abstinent leben
zu können " , das beisst sich leider !?

Du warst doch schon in ner Beratungsstelle und kennst sicher alle möglichkeiten die es gibt, schließt sie aber alle von
vornherein aus, zaubern kann hier leider auch niemand, oder was stellst du dir da als ,,andre lösung" vor ?  ???

Du merkst ja selbst das es immer schlimmer wird, immer höhere Einsätze, mehr Verluste, weniger skrupel, mehr
lügen, weniger geld in der kasse und der weg raus von tag zu tag schwerer..

Du sagst du hattest es geschafft, dann aber dass es nur 3 Monate waren, also sorry, nach 3 Monaten hat man leider noch
nichts überwunden um zu sagen ,,ich habe es geschafft". Natürlich Fehlgeburt ist sehr hart und das tut mir sehr leid für dich, aber
es werden immer wieder Schicksalsschläge im leben kommen, sie dürfen kein Grund sein wieder zu spielen.

Es gibt eben nur die Möglichkeit es alleine zu schaffen wo du sagst du weißt heute schon dies nicht zu schaffen, oder dir
hilfe zu holen.

Ich sehe in deinem Fall auch am ehesten ne shg als sinnvoll, Therapie würde doch überhaupt nicht gehen wenn du denkst du
verlierst deinen job wenns rauskommt. Sollte in der shg jemand sein der bei dir arbeitet sitzt er doch genau im selben boot, die
wahrscheinlichkeit ist mmn aber sehr gering..

Alternative ist eben weiterhin zu lügen, weiterhin tausende verzocken und irgendwann mal richtig dumm auffallen und dann
knallt es richtig und du wirst es bitter bereuen das kann ich dir versichern.

Noch nen wiederspruch, du sagst du hast dich nirgends verschuldet weil du genug verdienst, im gleichen Atemzug sagst
du aber deine mutter hat dir lange finanziell den rücken freigehalten  ???

Ist das kein  verschulden ? Oder willste es garnicht erst zurück zahlen nachdem du es solange ausgenutzt hast bis es
wie du sagst ,,bei deiner Mutter finanziell nicht mehr ging " ?

Ich verstehe die angst davor dich nochmal zu offenbaren und zuzugeben das du sie weiter solange belogen und hintergangen
hast, bin mir auch nicht sicher ob du das machen solltest, nachher alleine dastehst obwohl du es jetzt vielleicht
schaffen würdest daher hier mal ne Notlüge die du aber wirklich als letzten Strohhalm nutzen solltest, danach geht an der
Wahrheit nämlich kein weg mehr vorbei sonst fällt es irgendwann ohnehin von selbst auf und dann knallt es richtig.

Du könntest einfach sagen das du wieder vermehrt übers spielen nachdenkst und zb denkst dass es daran liegt das du
die Fehlgeburt nicht verarbeitet hast (oder was anderes wenn  du das nich möchtest) und das du dir hilfe suchen willst
weil du angst hast rückfàllig zu werden, ohne zu sagen das du es bereits monate bist...

Dann hättest zumindest die unterstützung zuhause, wärst weniger eingeschränkt in sofern das du aufpassen musst das
niemand mitbekommt wenn du zur shg, Therapie, Beratung oder was auch immer gehst und könntest was dich ab dann
beschäftigt auch mit deinem mann offen besprechen ohne deine lügen gleich offen legen zu müssen..

Wenn du es dann schaffst kann man mmn nach nem jahr Abstinenz immer noch reinen wein einschenken und rettet seine
und deine, bzw eure beziehung.

Wenn du aber wieder scheiterst, ist es fairer und einfacher die Wahrheit zu sagen bevor dich das lügengerüst und
Doppelleben irgendwann erdrückt.

Alles Gute und herzlich willkommen hier :)

*

Zero80

Re: Zwickmühle
« Antwort #4 am: 15 Mai 2018, 20:14:24 »
Bevors wieder ne riesen Diskussion gibt, ehrlich währt bekanntlich am längsten, mein Gedanke dabei ist halt, ich weiß
nicht wie die Situation wirklich ist, kenne den mann nicht, kenne die summen nicht, kenne die verpflichtungen nicht usw..

Eins ist aber klar, was passiert ist ist passiert. Eine Trennung würde ihr die sache deutlich erschweren und an der
Situation auch null ändern.
Es gibt sicher Menschen wo man ne Trennung nur befürworten kann und auch Fälle wo ne Trennung notwendig ist damit
der Spieler überhaupt die chance hat Abstinenz zu werden. Also Extremfälle, keine einsicht, evtl sogar dem partner die
schuld geben, geld der kinder klauen, dennoch nich aufhören wollen.. und sowas halt.

Hier aber ist der Wunsch aufzuhören genau wie die Erkenntnis ja voll vorhanden, denke mir halt das es hilfreicher ist
erstmal einen weg zu finden und sich selbst zu festigen bevor man alles übers knie bricht, dann im schlimmsten fall
ganz alleine da steht und evtl komplett untergeht. Rückgängig ist ohnehin nix mehr zu machen.

Aber das sind halt meine persönlichen Gedanken, völlig unprofessionell und einfach nur mal in den Raum geworfen, was jemand
davon annehmen will, komplett anders sieht, null gebrauchen kann usw steht ja jd frei ;)

*

Zero80

Re: Zwickmühle
« Antwort #5 am: 18 Mai 2018, 19:59:20 »
Gerade bei ,,Bares für Rares" 2 Spielautomaten aus den 60ern. Höchstgewinn 1 DM !
Da würde man nie im leben tausende von euro reinwerfen, heute Höchstgewinn 10.000 € und der staat
macht nix ausser das er sich über die steuern freut..

Diese Zeiten heute sind einfach nur noch zum kotzen, der mensch is nix mehr wert heute..  ::)

 

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