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Warum? Wieso ich ?

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Somewhere87

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #75 am: 20 März 2021, 20:17:04 »
Hi Rosa. Habe mir deine Beiträge mal durchgelesen.

Schade, dass dein Mann und du beide resigniert habt.

Zum Thema Geld: Hatte auch lange die Einstellung, die du aktuell vertrittst. Aktuell bin ich aber einfach froh, wenn ich mir spontan, so wie du, mal für 800 Euro tolles Home Gym Equipment kaufen kann, ohne dass es mir weh tut.

Weiter bespare ich mit rund 400 Euro monatlich einen ETF. Die allgemeine Abneigung vieler gegen den Finanzmarkt kann ich nicht nachvollziehen. Wenn alles läuft wie geplant, werde ich zur Rente ein schönes 6stelliges Sümmchen mein eigen nennen, ohne dafür groß was getan zu haben.

Du schreibst, dass dir Aktien etc zu riskant seien. Steht das nicht in krassem Gegensatz zum Zocken, bei dem klar ist, dass du verlierst?


Ja genau ich möchte mit dem spielen aufhören - spielen ist - vielleicht hingt der vergleich - aber wie Drogen

Es is der schnelle Kick und der rausch - ich denke so ist mein Gefühl - wenn ich investiere und sehe wie das geld wächst - will man dann nicht noch mehr ? Ich weiß um mein Suchtproblem ist es dann irgendwie mit Aktien nicht das gleiche ? Also ist das nicht die gleiche Kategorie ? Euphorie wenn es steigt und Frust bis hin zu selbstmordgedanken bei Verlust ?


Süchtige haben ein massives problem mit geld umzugehen - also ich persönlich - ich habe die Relation zu geld verloren - und ich bin mir nicht sicher das wenn ich zum Beispiel in Aktien investiere der Anfang gut läuft dann auf einmal alles verliere ich nicht dann wieder Gefahr laufe um an dieses geld wieder ran kommen zu wollen oder zurückzuholen oder wie auch immer

Weißt du was ich meine ?

Ich persönlich habe einfach zu viel Angst das ich einfach nur das suchtproblem auf andere „ Automaten „ projektiere

Hi Rosa.

Natürlich gibt es auch an der Börse Instrumente, die für Zocker sind.
Aktien oder ein ETF (Fond aus ganz vielen Aktien) sind aber eher eine langfristige Geldanlage. Natürlich besteht immer die "Gefahr" mehr zu wollen, ich für meinen Teil komme gut damit klar, dass einmal im Monat ganz automatisch ein Betrag in meinen ETF überwiesen wird. Dann schaue ich ab und zu rein und freue mich, dass es gut läuft.

Durch die Zinsen weiß ich, wieviel ich in 20-30 Jahren ungefähr aus dem Geld gemacht habe. Ein Totalverlust ist ausgeschlossen.

Ich investiere mittlerweile lieber mein Geld, als dass es auf dem Konto rumdümpelt, es durch Inflation weniger wird oder ich am Ende doch in Versuchung komme, es zu verspielen.

Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Zum Thema zurückblicken etc. Also zu dem was Born meint, hatte ich mir auch neulich Gedanken gemacht. Ich glaube, dass man als Süchtige/r nie im Hier und Jetzt lebt.

Entweder man jagt dem verlorenen Geld hinterher oder ärgert sich gestern gespielt zu haben. Gleichzeitig wartet man auf die nächste Chance zu spielen oder auf den nächsten Gehaltseingang.

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #76 am: 20 März 2021, 23:54:04 »
@Rosa

Du sollst weder vergessen und dir sicherlich nichts nehmen lassen aber ständig  ins OC zu flüchten kann auch keine Lösung sein denn spielfrei erlangst du so sicher nicht, und vor allem auch bleiben oder? Dafür müsstest du komplett los lassen aber irgendwann zieht es dich immer zurück ins OC. Stellt sich nur die Frage warum!?

@Somwhere

Zitat
Ich glaube, dass man als Süchtige/r nie im Hier und Jetzt lebt.

Dies kommt immer darauf an ob man es auch wirklich geschafft hat den CUT zu machen und man zu 100% gänzlich los gelassen hat. 99,999% reicht dafür nicht.

Ich, für meinen Teil, bin immer dem Geld hinterher gelaufen und obwohl man mich auch zig mal beschissen hatte habe ich weiter gespielt, immer in der Hoffnung das ich es schaffen kann. Wunschdenken! Erst der komplette CUT hat dafür gesorgt das ich nicht mehr spielen "muss" - Mein 100%iges los lassen hat mich erst dazu in die Lage versetzt, dass ich die Kontrolle erlangt habe. Ohne diesen Schritt wäre es mir nicht möglich gewesen!

Nachdem ich wieder klar denken konnte habe ich eben den Kampf aufgenommen was auch Spuren bei mir hinterlassen hat. Die letzten 20 Monate habe ich versucht mich mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen und die notwendigen liquiden Mitten irgendwie zusammen zu kratzen damit ich die OC endlich packen kann - leider habe ich es bisher nicht geschafft - was mich auf der einen Seite ziemlich ärgert denn immer wenn das finanzielle geklärt war musste die Kohle für wichtigere Dinge ausgegeben werden.

Corona trägt auch derbe dazu bei das es seit Monaten einen finanziellen Engpass gibt und ich gegenwärtig wieder nicht weiß ob ich die Kohle für die Klagen überhaupt zusammen bekommen. Ergo versuche ich nun die PKH - warte nur noch auf die Unterlagen von meiner alten Bank... dann schauen wir weiter...

Und ja, ich hab auch in der Letzten Zeit darüber nachgedacht, die Kohle im OC zu beschaffen aber schnell wieder verworfen denn ich habe meiner Frau ein Versprechen gegeben das ich nicht mehr spielen werde und ich stehe zu meinem Wort und hab auch nicht vor dies zu brechen. Und durch den CUT fällt mir das auch nicht schwer!

Gut, man kann nun sagen das ich dem Geld wieder hinterher laufe doch ich sehe es ums verrecken nicht ein das die wo mich beschissen haben auch noch damit durchkommen sollen  und solange es Mittel und Wege gibt, sich dagegen zur Wehr zu setzen, kämpfe ich dagegen eben an.
« Letzte Änderung: 21 März 2021, 00:09:30 von Born4Nothing »
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Offline Rosa

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #77 am: 26 März 2021, 17:18:47 »
Ich wünschen einen schönen guten Tag 😃

Wir haben Tag 12
Ich muss gestehen meine Gedanken heute drehten sich relativ häufig um das spielen, Seite suchen - registrieren und spielen „ nur 500 €) - und denn Kahm mir des öfteren in den Sinn was in den letzten tagen hier so gepostet wird - da eine Verhandlung gewonnen und da verboten - das rüttelt mir etwas den kopf zurecht muss ich sagen - klar war es die ganze zeit nicht legal aber hmm schwer zu beschreiben


Naja auf jedenfalls habe ich aktuell eine Sache gefunden was ich mit meinem Geld mache - vermutlich kommen gleich alle mit „ Waaaas, nein wieso oh Gott da is doch das spielen vorprogrammiert „

Zur Vorgeschichte aktuell ist ja aufgrund von lockdown nicht möglich real spielen zu gehen - online leider doch

Nun zu meiner Idee

Ichhabe mir ein buch gekauft und versuche jeweils

10€ ; 20€ ; 50€ ; 100€ ; 200€; jeweils 100 scheine in bar zu sammeln - ich fühle mich aktuell mit dem bar geld wohler als mit geld auf dem Konto ich habe mit meinem auch drüber gesprochen - er meinte hmm is ja keine gute Idee - bis ich ihm das versucht habe zu erklären das aktuell bar geld besser ist als auf dem Konto  sobald die Casinos etc wieder aufmachen muss ich mir was anderes überlegen oder ich habe dann schon eine große Hürde geschafft - aufjedenfall kommt das Geld dann in den Safe aber aktuell find ich es toll in diesem Hefter es zu sammeln und mir mein „ werk“ regelmäßig anzuschauen - was ich mit dem geld dann mache wenn ich mein Ziel erreicht habe weiß ich nicht - vielleicht einen piloten Führerschein mal schauen aber aktuell packt mich der Ehrgeiz die Geldscheine zu sammeln - ist jetzt bestimmt nicht die Idee aber besser als es auf dem Konto liegen zu lassen oder eben zu verzocken


Ansonsten geht es mir gut - mache Sport und dümpel so rum - versuche von Corona fernzubleiben und gesund zu bleiben


Ich hoffe euch geht es auch allen gut
Blicke nicht zurück - nur nach vorn - du fühlst dich wie neu geboren

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Somewhere87

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #78 am: 26 März 2021, 19:18:46 »
Hi Rosa, schön, dass es dir gut geht.

Wenn dein Mann denkt, dass das keine gute Idee ist, wird er das nicht aus Spaß sagen, sondern seine haben. Oder siehst du das anders?

Was mich aber mehr interessiert: Woher kommt denn deine volle Fokussierung auf Geld? Irgendwas scheint dich ja total zu reizen.

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Offline Rosa

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #79 am: 26 März 2021, 19:45:50 »
Hmm , ich vermute mal weil ich nie viel hatte - da wo Ichlaute stehe habe ich mir hart erarbeitet

Ich habe als ich mit 17 ausgezogen bin ganzen unten angefangen - eine tüte von Aldi voll mit Klamotten - habe so wie vermutlich die meisten jugendlichen angefangen Dinge auf raten zu kaufen und handyveträge gemacht - irgendwann waren die ausgaben höher als die einnahmen - das ganze wurde so extrem das ich 20.000 Euro schulden hatte knausrige Wohnungskündigung  bis hin zur Obdachlosigkeit mit Kind - da habe ich mich wieder rausgeboxt mit mehreren jobs und naja diese Gefühl das einer kommt ( ein gläubiger ) hat sich ganz schön manifestiert bei mir oder sobald geld da war war immer irgendwas - ich habe aktuell keine schulden - meine Schufa is seit ca 7 Jahren sauber - keine Handyverträge, keine Ratenzahlungen nichts dennoch ist diese Angst im Nacken das wenn zu lange geld da ist einer kommt und es sich nimmt

Glaube ich also wenn es sichtbar ist meine ich

Ich verdiene auch seit ca 7 Jahren vernünftig - also so das ich mehr als nur leben kann - seit ca 1 Jahr mit „ nur „ 1 job ich versuche mich Stück für Stück an Dinge zu gewöhnen - man entwöhnt sich nicht von heute auf morgen von Dingen oder legt einfach so irgendwelche Angewohnheiten ab - das bedarf zeit


Das mit dem wenn dein Mann meint es ist keine gut Idee - war eher in der Richtung bevor ich ihm meine Denkweise mitgeteilt habe - nachdem ich ihm erzählt habe wie ich es mir denke fand er die Idee nicht verkehrt und unterstütz mich dabei



Wie ich die ganze zeit schon schriebe

Ich habe keine Geldproblme - bin nicht am Boden - ich habe keine schulden

Mein problem ist und das ist vermutlich für keinen so wirklich verständlich - das ich „ zu viel „ geld habe

Klar kann man es verschenken , spenden aber das kann doch nicht Sinn der Sache sein ich versuche auf verschiednen Wegen irgendwie mit dem geld klarzukommen , es existiert, es kommt jeden Monat und es wird sich regelmäßig steigern meine Aufgabe muss es sein , es zu genießen und entspannt zu werden und sich endlich eingestehen das kein Heinzelmännchen kommt und es weg nimmt oder das es io ist geld auf dem Konto zu haben , wie sagt man so schön es wird ja nicht schlecht , es ist mir klar denn macht es mir ein mulmiges Gefühl

Ich kann es schwer erklären

Aktuell hab ich das geld lieber zu Hause - da eben durch den lockdown spielen für mich nicht möglich ist - klar jetzt kommen hier bestimmt wieder irgendwelche Leute - klar man findet immer einen weg - ich bin nie straffällig geworden oder so ( ich rede nicht von OC ) aber aktuell fühle ich mich so wohler

Und darum geht es doch auch auf dem weg der spielfreiheit - ich kann doch nicht Dinge machen oder über mich ergehen lassen mit denen ich mich nicht wohlfühlen ? Sonst entsteht wieder druck und schon rutsche ich wieder in irgendwelchen mustern die ich versuche zu durchbrechen

Ich lerne aus jedem Rückfall und ich habe für mich festgestellt das druck und Dinge mit denen ich mich nicht wohlfühlen oder eben auf zwang mich eher wieder in alte Muster rückt


Genau wie die aussage hmm du musst an deinen Mann denken, was sagt er dazu, er hat resigniert

Mein Mann und ich wir reden viel, viel und offen , er unterstütz mich auf meinem weg, er ist auch für mich ( mental nicht finanziell) wenn ich einen Rückfall habe , er hilft mir meine Denkweisen und Sichtweisen auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten , denn jeder kennt den Spruch es gibt immer zwei Seiten

Mein Mann ist enttäuscht und findet es traurig wenn ich einen Rückfall habe, ich glaube dennoch das da ich nicht seine Ersparnisse oder unser gemeinschaftskonto plünder es em wie schreib ich das naja nicht ganz so dramatisch ist wie als wenn ich unser hab und gut verspiel

Es ist mein geld - komplett mein geld - wir haben ein gemeinschaftskonto und teilen uns alle kosten und es bleibt von meinem geld eben geld übrig und ich kann damit machen was ich will, klar ist das spielen nicht schön, klar verändert es meine Persönlichkeit und ja ich bin kein Mensch wenn ich spiele oder gespielt habe , dennoch ist es meine Entscheidung , meine Entscheidung was ich mit meinem geld mache

Ich sage meinem Mann aber auch nicht was er mit seinem geld machen darf oder nicht - ich persönlich würde es jetzt nicht in Werkzeug investieren sondern eher in Schuhe und andersrum genauso - also versteht ihr was ich meine ?

Ich für mich persönlich will aus anderen gründen mit dem spielen aufhören nicht wegen dem geld , sondern weil diese Gefühl nach dem spielen ( Magenschmerzen, volle blase, Kopfschmerzen, Übelkeit , Abgeschlagenheit usw.) das ist das was ich nicht möchte - ich will auch wieder entspannter werden , Dinge wieder mit anderen Augen wie eben entspannt ein Eis essen und auf der Bank gammeln und andere Menschen beobachten - das sind Dinge die ich wieder haben möchte und die mir durch das spielen nicht möglich sind

Das ist meine Motivation und mein antrieb um weitere 24 std nicht zu spielen

Das mit dem geld auf dem Konto entspannt lassen ist ein Lernprozess und das passiert nur stück für stück jeden tag ein bisschen mehr

Also geld ist. Auf dem Konto aktuell aber ich Taste mich stück für stück ran mal sind es 20 Euro mal 50 aber mehr ist einfach aktuell naja schwierig ( ich rede von meinem Konto Giro Konto ist alles entspannt bei mir )
Ich kann auch meine Konto Daten nicht abgeben ich kann sie teilen aber ich schaue bestimmt 10 mal am tag auf mein onlinbanking , wie ich sage es sind Dinge die muss man erst lernen und da ich nach dem ich damals alle meine schulden bezahlt habe und keine kontopfändungen mehr drauf hatte nicht wirklich lange geld auf dem Konto hatte wegen dem spielen habe ich es nie wirklich gelernt
Also machich es eben jetzt stück für stück und jeden tag wird es besser

So nun is aber Schluss ich fange anmachen zu wiederholen ;-) ick bin aber och ne labertasche manchmal naja wenn der Motor erst in fahrt ist

Blicke nicht zurück - nur nach vorn - du fühlst dich wie neu geboren

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #80 am: 27 März 2021, 00:29:42 »
Von dem, was du nicht brauchst, hast du zu viel, aber von dem was du suchst, und dir sehnlichst erhoffst, und auch benötigst, um los lassen zu können, fehlt gänzlich und stattdessen klammerst du dich an materielle Dinge und kommst auf wahnwitzige Ideen mit ich "Ich sammle jeweils 5, 10, 20, 50, 100 und 200 EUR Scheine und begründest es damit das dir mit Bargeld besser geht als wenn es "nur" auf deinem Konto, als Zahl, liegt. Ob nun hier oder Dort der Wert ist der Selbe und verändert nichts - nur optisch.

Kauf dir davon besser Gold als sich Papier auf Halde zu legen^^

Alleine schon die Differenzierung hinsichtlich "Deinem" und "Seinem" Geld, sowie die vehemente Verteidigung und Rechtfertigung dessen finde ich befremdlich. Auch sagst du, das es deine Entscheidung ist was du mit dem Geld machst. Stimmt aber ein Buch mit Geld füllen?

Eine Miteinander ist ein Geben und Nehmen doch momentan gibt dein Mann weitaus mehr. sehr viel mehr als du es ihm gegenüber tust. Er unterstützt dich; gleichzeitig sagt er dir das er enttäuscht und traurig ist doch es scheint dir ziemlich egal zu sein denn sonst würdest du bemerken, wie dein Mann unter diesem Umstand zu leiden hat aber da du so sehr auf dein Geld fixiert bist siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr - deinen Mann der eigentlich an erster Stelle, wie euer Kind, stehen sollte doch ganz oben thront einzig und allein das Geld und es beherrscht dich - Gollum lässt grüßen: Mein Schatz!

Lass dir gesagt sein, der wahre Schatz, dem du eigentlich Beachtung schenken solltest, ist nicht das Geld sondern dein Mann und Kind!


« Letzte Änderung: 27 März 2021, 00:35:25 von Born4Nothing »
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Offline Olli

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #81 am: 27 März 2021, 06:50:05 »
Hi Rosa!

Ich kann Deine Fixierung auf Geld durchaus nachvollziehen.
Nachdem ich über 20 Jahre lang mein Konto immer in den Miesen hatte, auch einmal einen Kredit aufgenommen und einen BSP ausgezahlt hatte für das Glückspiel, horte ich es heute lieber. Horten aber nur insoweit, dass ich mir Sachen anschaffen kann ohne Schulden zu machen.
Im nächsten Jahr stehen Straßenbaukosten an. Ich habe noch keine Ahnung, was da auf mich zukommt.
Daher zögere ich gerade mein Zahnimplantat und zwei weitere Kronen, die erneuert werden müssen, hinaus. Habe hier am Haus auch noch so einige Dinge zu erledigen, das macht auch noch mal ein schickes Sümmchen. Selbst den Dartautomaten, dessen elektronische Einzelteile schon hier liegen, lasse ich mir noch nicht bauen. Wenn der Straßenbau nicht wäre ... für den gesamten Rest habe ich das Geld auf dem Konto.
Ich möchte keine Schulden mehr machen. "Beeile" mich über Jahre schon auch meinen Hausbaukredit frühzeitiger zu tilgen. Werde da ca. 6 Jahre vor der geplanten Zeit mit fertig werden.
Jetzt weiss ich auch, was eine Bestattung kostet. Und so kam in mir der Gedanke auf, auch dieses Geld erst einmal zu sparen, damit meine Erben diese Kosten nicht an der Backe haben. Das habe ich aber schnell wieder ad akta gelegt, denn sie würden jetzt Vermögen in Höhe von ca. 350.000 erben - Immobilie und Lebensversicherung plus Kontohaben. Was soll ich mir also Gedanken über die Kosten meiner Entsorgung machen?
Trotzdem pendele ich bisher immer aus, was ich mir gönne oder eben nicht.
Die letzten Jahre habe ich da immer einen Weg gefunden und es macht auch Spaß die Früchte der eigenen Arbeit zu genießen.
Es steht ein Plan, wann was angeschafft wird. Und so schaue ich einmal monatlich auf meine Kontoauszüge und gleiche dies mit meinem Plan ab.
Die Bestellung eines Schreiners wird der nächste Punkt auf meiner Liste sein.
Die damaligen Zeiten sind vorbei! Ich habe mir bewiesen, dass ich spielfrei sein kann und das Leben genieße.
Wenn ich noch einmal Schulden machen muss, dann nicht durch Glückspiel. Es wird eher etwas Unerwartetes sein. Wenn ich dieses Jahr noch fleissig spare, dann werde ich wohl auch die Straßenbaukosten angespart haben.

Hier enden aber auch die wenigen angesprochenen Gemeinsamkeiten. Schaue Dir doch mal an, mit welchen hanebüschenen Argumenten Du Deine Fixierung rechtfertigst. Hinter jedem einzelnen kann ich Dir sofort ein aber schreiben.
Du möchtest nicht für den Vater aufkommen wollen. Verständlich, aber rechtfertigt das Deine Fixierung und Dein selbstzerstörerisches Handeln?
Was wäre denn, wenn es so käme? Das Geld wäre weg - genauso wie durch das Spielen. (Übrigens erinnere ich mich schwach an ein Gerichtsurteil, wo ein Kind, dessen Vater sich nie um es gekümmert hat und auch seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, von der Verpflichtung nun für den Vater aufzukommen, frei gesprochen wurde!) Doch welchen Vorteil hast Du nun, wo Du es verspielst? Die Befriedigung der Genugtuung? Der Rache?
Und basiert das Spielen nicht vielleicht aus einer Bestrafung Deiner Person, weil Du abgewiesen wurdest? Nicht liebenswert erscheinst? Weil Du das fortführen möchtest, was Dir Dein Vater in Deiner Suggestion angetan hat?

Dein Mann kann mit seinem Geld machen, was er möchte und Du ebenso. Na logisch, aber gibt es nichts Wichtigeres? Musst Du Dir eine Herausforderung stellen Geldscheine in Büchern zu horten? Ist dies nicht auch wieder nur ein Glückspiel der besonderen Art?

So kann ich weiter machen ... unterlasse es aber mal. Da gibt es nämlich Wichtigeres zu sagen:
Es geht dabei um das Heute - nicht das gestern und schon gar nicht das Vorgestern. Heute, und da schaue Dir nur mal die Reaktionen Deines Mannes an, der sicherlich nicht Deiner "Logik" gefolgt ist, wirst Du geliebt! Du wirst angenommen, so wie Du bist. Mit Deinen Vorzügen und all Deinen Macken. Er nimmt sich zurück, damit Du Zufriedenheit erlangst. Damit Du glücklich bist.
Schaue Dir diesen Schatz an, über den Du verfügst! Stattdessen schaust Du mehrfach am Tag auf Dein Onlinebanking?
Dein Mann und Dein Kind sind die wahren Reichtümer! Hier hast Du alles, was Du Dir ersehnst, erhoffst und was Du brauchst!
Ist Dir das überhaupt "wirklich" bewusst?
Mir scheint, dass Du zu sehr unbewusst im Gestern verweilst, anstatt das Heute aufrichtig zu genießen.

Ich denke mir, liebe Rosa, dass Du beim Loslassen mal ein wenig Hilfe in Anspruch nehmen solltest.
Kannst es ja aus eigener Tasche bezahlen ... :)
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #82 am: 27 März 2021, 15:30:08 »
Hallo Rosa,
lange habe ich nur mitgelesen, mir immer wieder die gleichen Fragen gestellt wenn ich deine Beiträge gelesen habe. Wohlmöglich fehlt es mir auch an der gewissen Empathie um das nachvollziehen zu können.

Zitat
"Ich habe keine Geldproblme - bin nicht am Boden - ich habe keine schulden
Mein problem ist und das ist vermutlich für keinen so wirklich verständlich - das ich „ zu viel „ geld habe"
Der Gedanke der dahinter steckt, ist schwer nachvollziehbar, weil er schlicht keinen Sinn macht. Jedoch erlaube ich mir aufgrund der Aussage doch mal was zu schreiben.

Du schreibst über Probleme, aber erwähnst dabei ständig, das du stark bist und bisher alle beschriebenen Probleme, zumindest was das Spielen betrifft einige Zeit laut eigener Aussage sogar erfolgreich, gemeistert hast.

Kaum ein Beitrag von dir beinhaltet nicht das Thema Geld, dein eigenes Geld, was du ja selber verdienst. Du weißt nicht wie du mit Guthaben auf dem Konto umgehen sollst. Du verdienst ja sehr viel Geld, schadest mit dem Umgang deines eigenen Geldes niemanden und deine Schufa ist sauber. Du sagst das du mehrfach am Tag dein Kontostand checkst.

Du bunkerst mittlerweile Geldscheine, man könnte meinen dass das Geld den größten Sinn deines Lebens ausmacht.
Dein gesamter hier erkennbarer Fokus, wie auch von anderen hier bereits erwähnt, deutet darauf hin. Zum Teil wirken manche Probleme die du damit gedanklich in Verbindung bringst für mich abstrus und extrem realitätsfern.

Geld ist nur physisch betrachtet Papier, auf dem Konto sind es Zahlen, deren Wert jederzeit gegen Null sinken kann. Ein Tauschmittel halt was dazu dient, den Austausch bzw. Erwerb von Gütern und Dienstleistungen zu ermöglichen. Der Wert ist streng genommen reine Fiktion und vor allem ist der Wert dessen für dein Leben nicht ansatzweise messbar wie dem z.B. deiner Familie, deiner Freunde und vor allem deiner Partnerschaft mit deinen Ehemann.
Du erwähnst sehr oft das dein Mann enttäuscht ist, um es im gleichen Wortlaut wieder zu relativieren und zu rechtfertigen. Es ist aber bemerkenswert wie sehr er dich unterstützt und versucht zu intervenieren, jedoch stets an deine Seite bleibt. Das ist ein wahrer Wert im Leben der im Fokus stehen sollte.
Manchmal muss man vielleicht den Fokus in seinem Leben neu ausrichten und sich auf die Dinge konzentrieren, die aus dem Blickfeld geraten sind, wofür es sich wirklich zu leben lohnt.

Zitat
" Ich für mich persönlich will aus anderen gründen mit dem spielen aufhören nicht wegen dem geld , sondern weil diese Gefühl nach dem spielen ( Magenschmerzen, volle blase, Kopfschmerzen, Übelkeit , Abgeschlagenheit usw.) das ist das was ich nicht möchte "
Hier, vorsichtig ausgedrückt, zeigt sich aber auch dass da viel mehr hinter steckt als nur eine reine Glücksspielproblematik.
Vielleicht ... oder ich drück es mal anders aus: Wenn ich all diese Gedanken hätte wie du sie hier beschreibst, würde ich meinem vertrauten Hausarzt um ein Termin bitten, mit ihm drüber sprechen was vor allem innerlich so vorgeht und ihm um Rat beten.

Ich hoffe das ich nun nicht negativ rüberkomme, wünsche dir und deiner Familie nur das Beste :)

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Offline Olli

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #83 am: 27 März 2021, 16:15:51 »
Hi Rosa!

Dennis hat mich da an etwas erinnert bezüglich des Geldes. Geld als gesetzliches Zahlungsmittel, von mir aus auch Tauschmittel, funktioniert nur, wenn wir Vertrauen in das Geld haben. Aber nicht nur das, wir benötigen Vertrauen in das System, in dem Geld kursiert.
Das System wiederum besteht aus vielen natürlichen und juristischen Personen.

Nun erinnerst Du Dich einerseits an die dunklen Zeiten zurück, als die Gerichtsvollzieher "hinter Dir her" waren. Einmal unabhängig vom Verursacher betrachtet, hat dies Dein "Urvertrauen" in das System aus der Bahn geworfen. Ich kann mir da gut vorstellen, wie unsicher Dich die Situation gemacht hat und welche Ängste damit einher gingen.
Dafür spricht auch der Argwohn, dass Du einmal für Deinen leiblichen Vater aufkommen müsstest.
Bis zu 38.000 € lieber im Hause aufzubewahren schließt sich ebenfalls dieser Logik an, denn Du denkst ja, dass es bei Dir sicherer aufgehoben ist.
Auch das Geld lieber zu verspielen, passt dazu, denn dann hast Du "etwas" für Dein Geld erhalten - hast es schnellstmöglich eingetauscht, um nu ja nicht "hintergangen" zu werden.

Auch wenn ich damit vielleicht nerve, ich denke, dass die Auflösung dieses in meinen Augen schon (fast) Zwanges, gehört in die Hände von Profis.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
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Offline Rosa

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #84 am: 27 März 2021, 18:09:27 »
Hallöchen, ich gebe euch beiden mit eurer Denkweise und Ansicht gar nicht so unrecht. Wie ich auch geschrieben habe muss ich lernen damit umzugehen, ich muss lernen dass es mir nicht weggenommen wird – gepfändet wird – oder es für Dinge ausgegeben wird die nicht auf dem Plan standen. Ich weiß das GeldIn meinem Leben eine große Rolle spielt, denn ich hatte nie welches. Jetzt fange ich an Stück für Stück es zu lernen – lernen das Geld auch einfach mal ruhen kann – es nicht gegen irgendetwas eingetauscht werden muss.
Ich will das jetzt hier nicht so verallgemeinern aber die Leute die durch das Spielen am Boden sind (Kontopfändung – Haus und Hof verloren ) können eventuell das nachempfinden was ich empfinde, ich hab es geschafft aus meinen Schulden raus zu kommen jedoch vergessen es zu verinnerlichen, es zu veränderlichen das Geld sobald es auf das Konto kommt nicht sofort ausgegeben werden muss. Ob ich professionelle Hilfe brauche streite ich nicht ab,Es ist nur nicht so einfach an einen Termin für einen Psychologen zu kommen, meine Hausärztin ist was das Thema angeht der falsche Ansprechpartner, sie gibt mir bestimmt einen Überweisungsschein die Gespräche an sich müssen aber mit einem Profi passieren. Ich weiß dass die meisten jetzt sich denken das sind nur ausreden, aber Psychologen sind bei uns in der Hauptstadt mehr als Mangelware mehr als Mangelware, so wie Physiotherapeuten.

Ich blicke weiter positiv in die Zukunft. Das mit dem Geldschein sammeln ist vermutlich nicht meine beste Idee und ich denke auch dass diese Idee wo ich anfänglich  voller Euphorie war nicht meine beste ist. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und ein schönes Wochenende

Lg
Blicke nicht zurück - nur nach vorn - du fühlst dich wie neu geboren

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Somewhere87

Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #85 am: 27 März 2021, 19:23:38 »
Hey Rosa.

Du brauchst keine Überweisung vom Hausarzt. Und ich würde wenn eher einen Psychotherapeuten empfehlen.

Einfach mal alle anschreiben. Mit etwas Glück hast du in absehbarer Zeit einen Termin :-)

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Offline andreasg

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Re: Warum? Wieso ich ?
« Antwort #86 am: 28 März 2021, 09:22:11 »
Einen schönen Sonntag, Rosa,

wenn ihr noch ein paar Neurologen übrig habt, sag' mir bitte umgehend bescheid,
ich möchte gerne in eine Psychosomatische REHA,
aber bekomme diese nicht ohne ein Psychiatrisches Gutachten ...

Manchmal ist es schwer, seine Krankheit zu verstehen.
Heute Morgen habe ich über das Kirchencafe meiner Gemeinde nachgedacht: Wie schön ist es , in einem Zweier Team Tee und Kaffee zu kochen, die Tische zu decken, zu dekorieren, Gebäck mitzubringen. Und wenn sich nach dem Gottesdienst die Gemeindemitglieder dort einfinden, wird keinesfalls über die Predigt, sondern vielmehr über das Schrebergärtnern gespochen. DEr Kaffeekocher wird umständehalber an den Katzentisch gesetzt.
Wer soll solche Unabwägbarkeiten verstehen?
Wenn ich nicht dazu gehören will, bleibe ich eben draußen, habe halt keinen Schrebergarten.
Und wenn am Katzentisch sich ein Theologe dazu setzt, haben wir ein wunderbares Gesprächsthema, welches mir eingedenk des Gottesdienstes gegenwärtig sehr nahe ist.

Ich wünschte, der Sonntag wäre schnellstmöglich vorbei, es ist der problematischste Wochentag für mich, weil ich mir dann meiner chronischen Einsamkeit bewußt werde.

Wenn ich an die Literarische Figur: "Ebenazer Scrooge" denke, denke ich an einen alten verbitterten, magersüchtigen geizigen alten Mann, der im Geldspeicher baden könnte, aber seinen Reichtum verleugnet. Geld kann nicht glücklich machen, wenn es nicht sinnvoll eingesetzt wird.
Als ich noch gespielt habe, war ich geizig, habe jeden Groschen 3 X umgedreht, und wenn ich dann in die Spielstätte eilte, beides mit vollen Händen ins Grab geschmissen. Nicht der Geldverlust hat mich unglücklich gemacht, obwohl ich mich strafbar gemacht habe, sondern die Zeit, die ich verspielt habe, meine Lebenszeit.

Spielen gehen war eine Traumwelt, in der ich mich vor meinen Unzulänglichkeiten, meiner Selbstverwerfung, meinen destruktiven Verhaltensmuster - unbewußt - schützen wollte. In der Therapie, dh. in der Klinik sind diese Fesseln aufgebrochen, und ich durfte meine Wirklichkeit erkennen.
Mr. Scrooge hat uns eine Weihnachtsgeschichte hinterlassen, eben eine Wandlung im Geiste erlebt, und sein Geld bekam eine neue Wertschätzung.

Mir fehlt das Kirchencafé, traurig blicke ich auf den Schlüssel des Gemeindehauses meiner Gemeinde, und wenn ich zu den Gottesdiensten finde, freut sich meine Helferin riesig. Ich habe so oft Situationen an denen ich zu verzweifeln drohe, die ich aber gewaltig aufbausche, wie eine Wetung anderer Menschen, ohne Wertschätzung. Ja, auch ich habe Schrebergärten durchgepflügt, und freute mich darüber, weil durch die Arbeit im Garten mein Körper fit wurde. Auch das waren Gemeinschaftsprojekte.

Wenn ich Liebe durch Leitung für mich beanspruchen will, bin ich ein Armes Seelchen, weil ich dabei nur verlieren kann. Da nenne ich einmal das Mittagessen an der Gartenlaube: da wird serviert, was der Garten hergibt, das braucht in erster Linie keinen finanziellen Reichtum, vielleicht ein Liebe zur Natur, Freundschaften, Herzlichkeit, und alles weitere wird gegeben.

Der Weg in die Selbsthilfe ist für mich ein Weg, mich kennen lernen zu dürfen. Ich hatte Glück, 3 Psychosomatische Kliniken besuchen zu dürfen, ich bin dankbar für meine Spielfreiheit,
auch Heute an einem grauen Sonntag im März.

Liebe Grüße
Andreas
« Letzte Änderung: 28 März 2021, 09:40:22 von andreasg »
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

 

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