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Und der dritte Versuch...

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Und der dritte Versuch...
« am: 30 Juni 2020, 15:58:59 »
Nun - vor paar Monaten hatte ich mich dazu entschieden mit dem Spielen aufzuhören. Allerdings habe ich einen Rückschlag erleben müssen. Fast 1.500 EUR in 2 Tage sind flöten gegangen. Da ich bald eine höhere Verantwortung tragen werde, habe ich mich entschlossen meinen finalen Versuch zu starten. Ich werde das Forum nutzen, um täglich oder wöchentlich darüber zu schreiben. Auf Antworten bin ich nicht aus - eher, um mich selbst zu reflektieren.

Ich habe mich in der Zwischenzeit auch neben meiner Hauptarbeit selbständig gemacht und werde meine ganze Kraft und Zeit in mein Vorhaben investieren. Ob ich Schulden habe? Ja - fast 10.000 EUR, die ich aber in Raten begleichen werde und will - dazu war ich auch bei einer staatlichen Schuldenregulierung.

Zu Beginn des Jahres war ich bei fast 20.000 EUR Schulden.

Warum ich gespielt habe? Eigentlich habe ich nicht viel Zeit zum Spielen, allerdings habe ich die freie Zeit dann immer genutzt um zu spielen, um ggf. die Schulden mit einem "Big Hit" zu tilgen. Das ist mir sogar einmal passiert, ich habe fast alles gehabt, durch die Gier aber alles verloren - dann habe ich es noch paar mal probiert - aber es bringt nichts. Die Schulden müssen und sollen auf eine ehrliche Weise zurückgezahlt werden.

Zwischenzeitlich habe ich mir auch eine App runtergeladen, die die Tage festhält, an denen ich spielfrei bin. Habe ich aber gelöscht, ich bevorzuge es dann doch hier offen zu schreiben und andere eventuell motivieren zu können.

Bleibt gesund und spielfrei!

*

Offline Olli

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Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #1 am: 30 Juni 2020, 17:04:23 »
Ach James ...

Schwinge Deinen Hintern in eine SHG und/oder in eine Suchtberatungsstelle. Wie viele Versuche soll es denn noch geben?
Wie oft, damit Du vor Deiner Sucht kapitulierst?

Du bist nicht nach Antworten aus? Sorry, damit kann ich nicht dienen, wenn ich sehe, wie Du Dich bewusst blockierst.
Es reicht nun mal nicht "nur nicht zu spielen". Das hat noch nie geplappt und wird es auch nie.

Wenn Du Dir ein Bein brichst, dann lässt Du Dich von einem Arzt versorgen,
Wenn Du spielsüchtig bist, dann gehst Du in eine SHG oder/und in eine Beratungsstelle.

Wieso machst Du es Dir nur so schwer?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #2 am: 30 Juni 2020, 17:28:52 »
Hi Olli. Mit Antworten habe ich mich falsch ausgedrückt, natürlich freue ich mich über jede Antwort.

Du sagst es - ich denke, ich muss diesen Schritt machen.

Die Tatsache ist, dass ich mich selbst als „Nicht-Spielsüchtig“ ansehe und deshalb eine SHG - in meinem Kopf nicht in Frage kommt.

Aber vielleicht probiere ich es mal. Ich schaue mal, ob ich für morgen etwas finde oder dort mal anrufe.

Danke.

Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #3 am: 30 Juni 2020, 19:46:24 »
Hi Olli. Mit Antworten habe ich mich falsch ausgedrückt, natürlich freue ich mich über jede Antwort.

Du sagst es - ich denke, ich muss diesen Schritt machen.

Die Tatsache ist, dass ich mich selbst als „Nicht-Spielsüchtig“ ansehe und deshalb eine SHG - in meinem Kopf nicht in Frage kommt.

Aber vielleicht probiere ich es mal. Ich schaue mal, ob ich für morgen etwas finde oder dort mal anrufe.

Danke.

Die Frage ist nicht, ob du dich als "Nicht-Spielsüchtig" siehst und daher Hilfsangebote kategorisch ausschließt.

Du hast dich hier an ein Forum gewandt, in der du eben deine Gedanken offenlegst und insgeheim um Meinungen/Gedanken/Hilfe und Erfahrungen bittest.

Eine SHG ist nichts anderes, nur das sie persönlicher und somit sicherlich viel effektiver sein wird.

Also was hindert dich daran?

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Offline Wolke

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Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #4 am: 30 Juni 2020, 20:11:37 »
Hey,

nur Tagebuch führen ,führt dich nur zum nächsten Rückfall. Du musst dein  Verhalten ,deine Denkweise ändern,dass geht mit einem Therapeuten ambulant ( Verhaltenstherapie zahlt die Kasse,brauchst auch keine Überweisung,aber 6 Monate Wartezeit),zusätzlich eine SHG und wenn gar nichts geht ,dann eine Klinik.

Die Dinge sind unangenehm,du hast Angst,aber wenn du den ersten Schritt gewagt hast,tun sie dir gut,die Angst,die Nervosität verschwindet. In einer SHG wirst du gespiegelt,sie zeigen dir,was du nicht siehst,nicht sehen willst und dadurch macht es Klick und du arbeitest an dir. Das ist Arbeit,braucht Mut,aber wer gesund werden will muss was tun.

LG Wolke


Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #5 am: 30 Juni 2020, 21:22:53 »
Danke für die Nachrichten. Ich werde morgen früh direkt mal googlen was bei mir in der Gegend ist. Danke. Ich werde berichten.

Zunächst denke ich, dass ich mich telefonisch beraten lassen werde (habe ich eben gesehen)

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Offline Wolke

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Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #6 am: 30 Juni 2020, 21:26:22 »

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Offline Olli

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Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #7 am: 30 Juni 2020, 22:08:09 »
Das ist doch schon mal ein guter Ansatz, James.

Ich habe mich mal bei der Onlineberatung außerhalb des Themas Glückspiel gemeldet.
Verena am anderen Ende der Leitung hat mich da gut beraten.

Als ich schon drei Monate spielfrei war, habe ich mal gesagt: Mir kann keiner helfen.
Ich wollte ja auch alles selber regeln. So wurde es mir beigebracht und so wollte ich es auch umsetzen.
Letztlich saß ch doch in einer SHG. Dieses dreiviertel Jahr in der Gruppe möchte ich nicht mehr missen.
Es gibt da so viel Input von unzähligen Charakteren. Es ist Arbeit, das Richtige für sich selbst heraus zu finden.
Du sitzt weiter am Steuer Deines Lebens. Dir wird nichts aufgedrängt. Du alleine entscheidest, wie Du weiter verfährst.
Aber Du hast Alternativen, die Dir alleine vielleicht gar nicht eingefallen wären. Sei es, weil es Dir bisher zu lapidar erschien, um sich weiter damit zu beschäftigen, oder weil Dir der entsprechende Erfahrungsschatz einfach fehlte.
Es eröffnen sich Dir schlicht Möglichkeiten.

Wenn Du versuchen würdest, und das ist leider sehr verbreitet, es "alleine" durchzustehen, beraubst Du Dich selbst dieses Potentials.
Selbst mit, je nach Grad der Erkrankung, wird Dich die Abstinenz immer noch genug fordern.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #8 am: 01 Juli 2020, 18:03:30 »
Tag 2 - heute habe ich meine ganze Zeit für Arbeit und meine Firma investiert. Ein Telefonat blieb aus (hole ich versprochen nach :)).

Mal sehen, wie es in Zukunft wird. Ich war eben duschen und gemerkt, wie schön das Leben eigentlich ist, wie konnte ich nur so viel ZEIT (und Geld) in soetwas stecken. Ich meine, unsere Tage sind gezählt. Leben sollte man. Leben muss man - Leben genießen.

An die Freunde und Freundinnen - bleibt stark, wir schaffen es!

Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #9 am: 05 Juli 2020, 21:04:58 »
Du hast eine gute Einstellung zu dem Thema. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung, allerdings muss ich Olli recht geben. Professionelle Hilfe ist nie verkehrt. Sie stärkt dich und sie zeigen dir einen Weg, wie du das ganze endgültig hinter dir lassen kannst. Also schieb es am besten nicht auf die lange Bank, sondern kümmer dich wirklich schnell um Hilfe, dann wird das alles ;)
« Letzte Änderung: 06 Juli 2020, 06:30:53 von Olli »

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Offline Ilona

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    • Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Re: Und der dritte Versuch...
« Antwort #10 am: 05 Juli 2020, 21:15:47 »
Hallo Knappe,
willkommen in unserem Forum. Du hast jetzt schon einige Beiträge kommentiert. Wie wäre es, wenn du einen eigenen Thread aufmachst und dich kurz vorstellst.
Und noch ein kleiner Hinweis: um den Lesefluss nicht zu sehr zu stören, bitte nicht die vorangegangenen Beiträge zitieren.
Alles Gute und viele Grüße
Ilona
Juristische Beratung: Kanzlei Kraft, Geil und Kollegen / Bielefeld http://www.kguk.de/
Ansprechpartnerinn: Dr. Iris Ober und Juliane Brauckmann  (Fachanwältinnen für Bankenrecht)  Terminanfragen: 0521-529930
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