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Klage gegen die Bank

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Klage gegen die Bank
« am: 30 Juli 2020, 13:50:50 »
Ich habe eine Kanzlei beauftragt, gegen vier Casinobetreiber sowie vier Zahlungsdienstleister vorzugehen. Insgesamt sind es 11.000 Euro. An zwei Casinos wurden keine Briefe versendet, auf einer Webseite wurde ein unbekannter Zahlungsdienstleister für eine geringe Summe verwendet. An eine sehr bekannte Webseite, die man aus dem Sportwetten kennt, wurde ebenfalls kein Brief versendet, aber an den sehr bekannten Zahlungsdienstleister. Die Fälle liegen nicht weit zurück, sondern passierten dieses Jahr. Über den Zahlungsdienstleister habe ich hohe Summen an zwei Betreiber sofort überwiesen. Ich warte bis nächste Woche auf Rückmeldungen, wovon die Fristen bereits vor einer Woche abgelaufen sind. Ich habe im letzten Gespräch mit Anwältin auch die Frage gestellt, ob überhaupt der Vorgang gegen den Zahlungsdienstleister einen Erfolg haben könnte und ob man sich Hoffnung machen kann. Die Antwort lautete, dass es bestätigte Fälle gäbe. Ich sehe in dieser Hinsicht anders und habe das Gefühl, das ich das Geld umsonst für außergerichtlichen Vorgang hingeschmissen habe. Hatte auch am Anfang als auch später nachgefragt, ob gegen die Bank vorzugehen nicht einfacher und effektiver ist. Die Antwort lautete ja und die Begründung, wieso viele Mandanten nicht vorgehen, sei die Sorge und Angst bei der Hausbank schlecht da zu stehen und schlechte Karten in Zukunft zu haben. Ich habe solch eine Sorge nicht und bin bereits Kunde bei einer anderen Bank.

Nun habe ich vor, gegen meine Hausbank ( der erste Gedanke vor diesem anwaltlichem Briefverkehr gegen Casino und Zahlungsdienstleister) vorzugehen. Meine Frage ist, ob es nicht besser ist, direkt mit einer Klage gegen die Bank agieren statt außergerichtlichen Schreiben?

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #1 am: 30 Juli 2020, 14:12:30 »
Die größten Chancen, meiner Meinung nach, hast du wenn du gegen die Casinobetreiber Klage einreichst.

Gegen die Hausbanken hast du geringe Chancen, und gegen den Zahlungsdienstleister warten noch einige auf das Urteil gegen PayPal in Ulm....

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #2 am: 30 Juli 2020, 14:16:34 »
Hat jemand Erfahrung mit Hausbanken oder gibt es Beispiele dafür, dass die Chancen in diesem Bereich niedrig sind? Laut CLLB hat auch ein Nutzer erst sein Geld zurückerhalten, als er gegen die Betreiber gerichtlich vorgegangen ist. Beispiel:

https://www.lifepr.de/pressemitteilung/cllb-rechtsanwaelte/Erfolg-fuer-Online-Casino-Spieler/boxid/805203

Zitat
"Entsprechend dem Auftrag des Spielers wurde sodann von der Kanzlei CLLB vor dem zuständigen LG Frankfurt Oder eine Zahlungsklage gegen den Betreiber der Casino Seite eingereicht. Der Spieler hatte im Laufe der letzten drei Jahre Verluste in Höhe von mehr als € 7.000,00 erlitten. Unmittelbar vor dem Termin zur mündlichen Verhandlung im Frühsommer des Jahres 2020 wurde von Seiten des Casinobetreiber die volle Klageforderung nebstZinsen, Rechtsanwalts- und Gerichtskosten überwiesen. Der Spieler hat damit seinen erlittenen Schaden nebst Anwalts- und Gerichtskosten in voller Höhe erstattet bekommen."

Ich weiß nicht genau, ob eine Klage gegen die Betreiber erfolgversprechend ist. Wenn ich gegen die Betreiber klagen sollte, dann müsste ich möglicherweise gegen zwei Betreiber klagen, wo die meisten Geldbeträge eingezahlt worden sind. Das ist in meinem Fall Tipico (3.500), Twin (6.500). Wenn der Zahlungsdienstleister reagieren würde und eine Einigung getroffen werden könnte, hätte ich die Hälfte zurückbekommen. Die Sache wäre für mich auch erledigt.
« Letzte Änderung: 30 Juli 2020, 14:33:21 von jensgoldberg »

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #3 am: 30 Juli 2020, 14:43:50 »
Also ich würde auch abraten gegen die Dienstleister vorzugehen oder Banken und auf das Urteil gegen Paypal abwarten.

Meiner Meinung nach ist der sinnvollste weg gegen die Casinos selbst und das direkt klagen ohne vorherigen abwältlichen vergleichsversuch (den kannst du selbst versuchen ohne anwalt), ist sonst raus geschmissenes Geld.

Aber frag deinen Anwalt oder mehrere die wissen das besser bescheid

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #4 am: 30 Juli 2020, 14:50:43 »
Leider habe ich bereits Anwalt eingeschaltet für außergerichtlichen Vorgang, betrachte das Geld schon als sinnlos verschwendet an. Wenn die Gerichtskosten nicht zu hoch sind, werde ich gegen zwei Betreiber vorgehen. Bei dem dritten Betreiber lohnt es sich nicht denke ich, für 1600 Euro zu klagen.

Merkwürdig war für mich, dass auf einer Webseite eine Einzahlung nicht als Guthaben sichtbar war und ich über die Bank die größte Summe zurückgeholt hatte (andere Beträge wurden Recalls mit der Begründung von der Bank der Gegenseite abgelehnt), als ich von den Möglichkeiten der Rückbuchung und juristischer Mitteln erfuhr. Trotz der Rückbuchung war alles so dargestellt, als sei die Summe nicht eingezahlt worden oder zurückgebucht worden. Auf der Webseite hatte ich sogar 400 Euro als Guthaben Als Online Casino Betreiber einen Brief von der Kanzlei erhielt, wurde das nicht mehr verwendete Konto gesperrt. Anscheinend hatten sie kein Problem mit einer Rückbuchung und hofften, dass ich weiterhin dort zocken werde, bis auf Anwaltsschreiben.
« Letzte Änderung: 30 Juli 2020, 15:02:32 von jensgoldberg »

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #5 am: 30 Juli 2020, 15:06:26 »
Meine Anwältin meinte, dass der Weg gegen die Bank einfacher sei, weil die Bank nicht mit solch einem Thema ins schlechte Licht rücken möchte und sie schneller reagieren würden. Aber viele Mandanten würden zu diesen Mitteln nicht greifen, weil sie dann direkt bei der Hausbank gekündigt wären und im System bei der Bank für immer schlechte Karten haben würden. Inwiefern gegen die Bank das erfolgversprechend ist, ist mir auch unklar, wenn ich ein paar negative Urteile vs Nutzer lese. Bin echt verzweifelt, wie ich am besten vorgehen soll. Bis jetzt hat sich nur die Datenschutzabteilung des Zahlungsdienstleisters gemeldet und nach Bankdaten gefragt, um zuzuordnen. Ansonsten kam keine andere Meldung.

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #6 am: 30 Juli 2020, 20:15:09 »
Keine Ahnung wer deine Anwältin ist aber bei mir siehts in Hinblick auf eine aktuelle Verhandlung gegenüber der Hausbank eher schlecht aus. Mein Verhandlungstermin steht zwar aber die Bank wehrt sich in regem Schriftwechsel und der Richter Hand auch schon schriftlich signalisiert eher für die Bank zu stimmen...

Re: Klage gegen die Bank
« Antwort #7 am: 31 Juli 2020, 12:22:32 »
Ich weiß nicht wie meine Bank reagieren würde, bestimmt würden sie sich wie Zahlungsdienstleister von jeglicher Verantwortung freisprechen. Während ich von einem erfuhr, wie seine Postbank den Zugriff bzw. eine Überweisung ablehnte oder nicht gewährte, hat bei mir die Bank weiter zugesehen wie tausende Gelder rausgeflossen sind. Als ich KFW-Kredit in Anspruch nehmen wollte, hatte die Bank nicht die geringste Ahnung, wie das zustande kommt und was da unternommen werden muss, obwohl es sich hierbei um eine sehr bekannte Bank handelt. "Es sind doch nur paar Euros aber KFW macht das Ganze umso bürokratischer", war die Aussage der Mitarbeiterin. Die paar Euros, die mir eine große Hilfe sind. Allgemein halte ich schon lange von dieser Bank nichts, unabhängig von der Sache.

 

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