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Mein Tagebuch

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Offline Olli

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #75 am: 12 Dezember 2020, 08:50:13 »
Guten Morgen Helga!

Ich denke, dass jeder Mensch mal einen guten und dann wieder einen schlechten Tag hat.
Die Frage ist eben, ob er sich dessen bewusst wird, wie Dir jetzt. So habe ich diese Schwankungen des Wohlseins damals als Anlass zum Spielen genutzt - sowohl die eine, als auch die andere Seite.
Wenn ich heute mal mies drauf bin, dann halte ich es entweder aus, oder ich tue mir etwas Gutes. Ich bestelle mir was zu essen oder besuche mal eben meine Schwester mit Familie - es ist ja nur eine Tür weiter ... ;)

Ich finde es gut, dass Dennis das Thema des unentgeldlichen Zockens anschneidet, wird es doch meist aus Scham gerne verschwiegen, wenn es ausgeführt wird.
Jeder kann sich da frei entscheiden, ob er es macht oder nicht. Doch ich möchte demjenigen nahe legen, sich dabei genau zu beobachten. Klar, eigentlich will man ja darin eintauchen und alles um sich herum vergessen. Doch genau das Gegenteil von dem empfehle ich hier nun. Was macht es mit Euch? Was denkt ihr? Was fühlt ihr? Schrteibt es auf ...
Und dann vergleicht es mit Euren Erinnerungen an das "echte" Glückspiel. Welche Unterschiede gibt es?

Klar, es wird kein echtes Geld verbraten. Aber mal ehrlich - wem von Euch war Geld im Moment des Spielens eigentlich wirklich wichtig? Damit meine ich nicht das Symptom des Chasens nach dem großen Gewinn, dem Wunsch, all den finanziellen negativen Ballast mit einem Schlag aus der Welt zu schaffen. Das Symptom gehört zur Sucht dazu.
Nein, wem war es wirklich wichtig? Keinem von uns, behaupte ich mal dreist.
Das Geld auf dem realen Konto steigt auch nicht, weil ihr diese Demospiele spielt. Es steigt, weil ihr es Euch in Eurem Job verdient habt.

Ich löse die Frage nach den Unterschieden im Denken und Fühlen direkt mal auf - es gibt keine marginalen Unterschiede.
In Euch passiert das Gleiche, was ihr auch beim echten Glückspiel erlebt. Wenn ihr diese Angebote nutzt, dann bleibt Ihr dem Glückspiel genau so nahe, als hättet Ihr nie das Spiel um echtes Geld eingestellt.

Diese Spiele sind dafür konzipiert, die echten Spieler bei der Stange zu halten. Dazu werden die Gewinnwahrscheinlichkeiten erhöht. Der Spieler soll denken; Alles sieht gleich aus - alles fühlt sich gleich an! Und wenn ich hier so viel Dussel habe, dann klappt das garantiert auch im echten Glückspiel.
Diese Angebote wurden mit Hilfe Heerscharen von Psychologen genau dafür konzipiert - sie sollen triggern! Sie sollen Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte erwecken!

Aber mal ehrlich - ist dieses Spiel mit dem Feuer es wirklich wert?

Zitat
Wichtig im Leben ist es aber, nicht seine LebensZeit mit digitalen Spielen zu vernachlässigen, sondern sie wieder zurück zum Wesentlichen zu führen. Familie, Freunde, Partner.
Das ist doch das Wesentliche! Nein, nicht ganz, denn das Wichtigste fehlt noch, das "Ich". Ich kann nämlich Familie, Freunde und Partner pflegen, wenn ich die Angebote nutze - ich funktioniere.
Doch mich pflege ich dabei nicht. Ich bin es mir bei Nutzung der Spiele nicht wert, auf mich zu achten - auf mich aufzupassen. Ich halte mich außen vor.

Summa summarum rate ich eindringlich von der Nutzung solcher Spiele ab! Das Gleiche gilt auch von der Nutzung der Boni, die Euch zugesandt werden.
Die Glückspielanbieter denken nämlich immer nur an Euer Bestes - für sie ist es Euer Geld! Der Rest - der Mensch, der dahinter steckt, ist ihnen vollkommen Schnuppe.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Ilona

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    • Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Re: Mein Tagebuch
« Antwort #76 am: 12 Dezember 2020, 08:55:09 »
Hm,

@Dennis, den Tipp halte ich für äußerst problematisch. Das ist ein bisschen so, als wenn du mit dem Trinken aufhören willst und guckst dir eine Bierreklame nach der nächsten an. Eigentlich sogar noch schlimmer, denn die Schauspieler aus der Bierreklame werden an deinem Rückfall nicht finanziell beteiligt. Die Streamer in der Regel schon. Das nennt sich Affiliate Marketing. Wer über die Links auf den Seiten der Streamer bei den Onlinecasinos landet, wird am Einsatz/Verlust der Spieler beteiligt. Es mag ja sein, dass dir das geholfen hat, ich würde es aber niemandem empfehlen. In erster Linie aus Gründen des Selbstschutzes aber auch, weil man solche schäbigen Geschäftsmodelle nicht unterstützen sollte.
Ich weiß von Spielern, dass selbst Filme, in denen Automaten gezeigt werden, sie stark triggern. Das lässt nach, je länger man davon weg ist.
LG Ilona
« Letzte Änderung: 12 Dezember 2020, 08:57:49 von Ilona »
Juristische Beratung: Kanzlei Kraft, Geil und Kollegen / Bielefeld http://www.kguk.de/
Ansprechpartnerinn: Dr. Iris Ober und Juliane Brauckmann  (Fachanwältinnen für Bankenrecht)  Terminanfragen: 0521-529930
Weitere Infos  hier: https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php?topic=3737.0

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #77 am: 12 Dezember 2020, 09:09:43 »
Danke für eure Antworten.

@Dennis...mit dem Spielen ohne Geld (nur Bonis oder Freispiele) hatte ich schon früher Erfahrungen gemacht ich hatte mir ja schon öfter vorgenommen spielfrei zu sein. Und jedes mal wenn ich diese Angebote nutze zahlte ich selbst wieder 1-2 Tage später ein. Leider ist diese Methode nichts für mich soviel weiß ich schon von früher missglückten Versuchen. Jedes Mal dachte ich dann Aaaach 50 Euro wird schon klappen und ich muss sagen ich gewann auch jedes Mal aber leider verspielte ich immer wieder alles oder stornierte Auszahlungen - darum muss ich Olli recht geben um das Geld kann es dann irgendwie ja nicht gehen.

@ Olli

Ja das stimmt schlechte Tage gibt es wohl immer und bei mir waren es wie bei dir genau diese Zeiten wo ich spielte als so eine Art Belohnung ... Helga das hast du dir ja verdient.
Ich bin ja nur froh das ich das nun sehe das ich daran arbeiten kann und im Vorfeld dagegen arbeiten kann. Gestern Abend habe ich dann Kekse gebacken und ich muss sagen ich hatte mich damit gut abgelenkt. Außerdem bin ich so glücklich darüber im Monat Dezember noch keinen Cent verspielt zu haben und ich möchte das es bis Ende Dezember so bleibt und natürlich noch weiter Monate.
Helga

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Wolke

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #78 am: 12 Dezember 2020, 09:56:31 »
Hallo Helga,hallo Dennis,

ich habe mir auch YT Filme von Zockern mit meinem Lieblingsspiel angesehen,als ich Suchtdruck hatte. Dachte,danach geht es mir besser. Das Gegenteil trat ein. Der Druck wurde  größer,ich redete schon mir dem Typen am Bildschirm: bist du doof,drück die Leiter ordentlich hoch. ,wechsel die Einsätze,ich kann das besser......
Nach ein paar Tagen zog ich mich an und ging zocken. Der Druck wurde durch die Filme zu groß.

Später habe ich verschiedene Skills eingesetzt,die ich jetzt auch immer weniger brauche. Trotzdem habe ich immer noch meine Chilis in getrockneter Form und in Weingummis im Auto,in der Tasche und zuhause liegen,für den schlimmsten Fall.

Ich habe auch nach über 3 Jahren noch Druck. Wenn ich gestresst bin,Probleme habe merke ich den Druck stärker. Aber so ist das Leben. Ich muss den Druck aushalten,an den Problemen arbeiten,den Stress reduzieren,meine Gefühle zulassen.
Früher hat mir das alles nix ausgemacht,jetzt schon,es löst Suchtdruck aus.

 Gute Tage lösen  keinen Druck mehr aus. Ich kann mit Freude,Langeweile,Übermut,Erfolgen umgehen,ohne zocken zu wollen.
Das muss ich jetzt noch mit den schlechten Tagen besser schaffen.

Und du schaffst das auch,Helga. Das Leben besteht  nunmal aus Höhen und Tiefen und wir werden dieses  auch wieder ohne Zocken leben und genießen können.

LG Wolke




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Lakota

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #79 am: 12 Dezember 2020, 10:57:25 »
Moin Verrueckt , interessanter Nick , vielleicht finden wir einmal zueinander , ich bin schwachsinnig ... wir würden vllt gut zueinander passen ^^ .

Ironie aus

Versuche den Focus deiner Aufmerksamkeit neu auszurichten , es gibt so viel Schönes , - an was findest Du noch Heute Gefallen , versuche dich zu erinnern , was inspiriert dich ? , - suche nach Dingen , primär aber nach Menschen die dich beleben , gedankenreiche Interaktion ist wichtig und lassen dich zu einem Teil vergessen , d.h. deine Gedanken in Bezug auf das Spielen verlieren nach und nach ihre Emotionalität .

LG

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #80 am: 12 Dezember 2020, 12:32:50 »
Danke für eure Worte es ist immer sehr aufbauend zu lesen das man nicht alleine ist.

Den Nicknamen Verrueckt habe ich gewählt als ich mich anmeldete weil ich wieder so viel verspielt hatte 😀 wenn man sowas macht muss man doch verrückt sein 🤣🤣🤣

Ja Wolke du hast recht auch ich werde einen Weg finden und ich bin denke ich auch auf einen guten Weg, Selbsteinsicht ist da schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung 😊

Ich bin heilfroh dieses Forum gefunden zu haben immer wenn ich hier schreibe fühle ich mich sicherer, nicht alleine und mir geht es danach immer viel besser.
Helga

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #81 am: 16 Dezember 2020, 19:27:28 »
Hallo an Tag 27...

Ich bin noch immer spielfrei:-) schon knapp 1 Monat und ich bin sehr stolz auf mich über diesen kleinen Erfolg.

Allerdings hatte ich heute bei meinem Mittagsschläfchen einen schrecklichen Traum.

Ich träumte das ich 50 Euro eingezahlt habe und einen Big Win machte ( 5000 Euro ). Die Freude war riesig aber bereits 3 Stunden später hatte ich den ganzen Gewinn verzockt und weitere Einzahlungen getätigt. Dann war ich plötzlich wach. Der Traum war so real und eben genauso wie es immer bei mir ablief. Den ganzen Tag verfolgt mich dieser Traum nun schon und lässt mich nicht mehr los.
Ich bin ja  heilfroh das ich den Gewinn in meinen Traum auch verspielte denn auch in der Realität weiß ich zu 1000% das ich es verspielt hätte - man verliert einfach immer!

Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Tag :-)

Helga

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Wolke

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #82 am: 16 Dezember 2020, 20:53:05 »
Hallo Helga,

ich träume auch viel vom Spielen und ja ,die Träume sind sehr real !

Ich finde diese Träume sehr angenehm. Sollten sie nicht,aber is leider so.

Ich gewinne und verliere im.Traum,ich spiele heimlich und manchmal werde ich erwischt,mal schaffe ich es abzuhauen. Alles dabei.

Die Träume habe ich nach 3 Jahren Spielfreiheit immer noch,früher 2-3 Woche,jetzt wird es langsam weniger,vielleicht  noch 3x im Monat.

Du träumst,du spielst nicht,auch wenn es wie trockenes zocken ist. Man erlebt es im Traum. Du verarbeitest einiges,hast Sehnsucht danach. Den Traum wirst du aushalten können.

Warum lässt dich der Traum nicht mehr los? Was fühlst du?

LG Wolke

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #83 am: 16 Dezember 2020, 21:04:04 »
Hi Wolke, ist ja schon mal gut zu wissen das nicht nur ich so Träume habe.

Momentan war ich total aufgekratzt, und danach dachte ich immer wieder einmal daran ob ich nicht vielleicht wirklich 50 Euro einzahlen sollte, vielleicht war es ja ein Zeichen bezüglich des Big Wins...

Aber natürlich holte ich mich wieder auf den Boden der Tatsachen und zahlte nichts ein weil ich ja weiß wie es bei mir immer abläuft. Würde ich wirklich gewinnen und auch auszahlen dann würde es nicht beim letzten Mal einzahlen bleiben. Dessen bin ich mir nun endlich bewusst darum will ich das nicht mehr. Ich will spielfrei bleiben !!!

Hattest du nach deinen Träumen nie einen Drang wieder zu spielen?
Helga

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Wolke

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #84 am: 16 Dezember 2020, 22:06:03 »
Zitat
Hattest du nach deinen Träumen nie einen Drang wieder zu spielen?

Durch das angenehme Gefühl,habe ich natürlich öfters an das Spielen gedacht,aber der Suchtdruck war danach nie so hoch,dass ich sofort in die Halle gelaufen wäre.
Da gibt es andere Dinge ,die viel höheren Suchtdruck auslösen,da ist der Spieldrang enorm.

Wenn ich Videos auf YT gucke,die eigentlich auch wie ein Traum sind,da  ist mein Suchtdruck sehr hoch und ich muss sehr aufpassen,dass ich dann nicht gehe. Vor ca 4 Wochen habe ich leider nochmal
einige Filme angesehen,aber davor schon Monate nicht mehr.
Mit den Träumen verarbeite ich was,mit den Filmen baue ich Druck für einen Rückfall auf.

Der Leidensdruck ,wenn du die 50€ verzocken würdest,wäre enorm. 5 min Glücksgefühl/Ablenkung/Vergessen der Sorgen gegenüber Schlafstörungen,Geldsorgen,du belügst dich selber,das verheimlichen beginnt wieder,bei mir tat es danach sogar körperlich richtig weh.
Wenn man sich diese Gefühle wieder vorstellt,hilft  es, sich mehr dagegen zu wehren.

LG Wolke

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #85 am: 16 Dezember 2020, 22:30:10 »
Genau an die Dinge die du schreibst an diese habe ich gedacht.
Diese Scharm, die Verzweiflung und dieser Selbsthass, all diese Gefühle möchte ich nicht mehr haben. Und wie oben geschrieben ich bin knapp 1 Monat spielfrei jz heißt es drann bleiben um die 2 Monate zu knacken
Helga

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #86 am: 16 Dezember 2020, 23:00:01 »
Danke für eure Antworten.

@Dennis...mit dem Spielen ohne Geld (nur Bonis oder Freispiele) hatte ich schon früher Erfahrungen gemacht ich hatte mir ja schon öfter vorgenommen spielfrei zu sein. Und jedes mal wenn ich diese Angebote nutze zahlte ich selbst wieder 1-2 Tage später ein. Leider ist diese Methode nichts für mich soviel weiß ich schon von früher missglückten Versuchen.

Ich betone hier nochmal, "ohne Geld" heißt, Spielen im "Demo Modus". Ohne Registration. Demzufolge meine Ich auch keine Inanspruchnahme von Werbemittel wie Freispiele oder Bonusangebote

Hm,

@Dennis, den Tipp halte ich für äußerst problematisch. Das ist ein bisschen so, als wenn du mit dem Trinken aufhören willst und guckst dir eine Bierreklame nach der nächsten an. Eigentlich sogar noch schlimmer, denn die Schauspieler aus der Bierreklame werden an deinem Rückfall nicht finanziell beteiligt. Die Streamer in der Regel schon. Das nennt sich Affiliate Marketing.

Illona, dein Beispiel kann ich so nicht stehen lassen, denn eine Bierreklame hat wenig mit dem zu tun wovon ich gesprochen habe.
Wovon ich spreche sind Streams, in der wer anderes genau dies praktiziert, wovon man selbst lange Zeit abhängig war. Ob sie nun finanziell selbst durch die Verluste profitieren (Bei Twitch z.B. durch Abonnements der Nutzer oder durch besondere Bonusgelder) ist dabei unerheblich. Denn die Situation des Geld-Setzen und Gewinnen- welches fast immer wieder durch enormes Verlieren von Guthaben begleitet ist, hat zumindest bei mir, ganz subjektiv betrachtet, ein Lernprozess in Gang gebracht. Beim Spiel mit eigenem Geld empfindet man die enormen Totalverluste anders als beim Zuschauen der gleichen Ideotie bei jemand anderes, dem man beim Spielen und verlieren, also lediglich durch das reine Zuschauen nachempfindet. In der letzteren erwähnten Situation entwickelt man Gedanken wie "Wie dumm bist?" ... oder "Wieso zahlst du nochmal ein?" gegenüber dem Streamer und entwickelt damit auch eine andere Haltung bzw Selbsterkenntnis.
Denn in den damaligen Situationen wo man aber in der von mir zuvor noch kritisierten gleichen Situation war, kann ich mich jedenfalls nicht dran erinnern so selbstkritisch nachgedacht zu haben.

Grundsätzlich bleibt aber festzuhalten: Jeder Mensch ist natürlich verschieden. Jeder hat sicherlich auch psychologisch andere Voraussetzungen wie er mit gewissen Dingen umgeht. Meine Idee ist keine Wunderwaffe, sondern spiegelt halt nur meine eigene Erfahrung wieder, wodurch ich von diesem Unsinn losgekommen bin

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Wolke

Re: Mein Tagebuch
« Antwort #87 am: 17 Dezember 2020, 02:03:34 »
Hey,

wenn ich früher und auch vor kurzem noch solche YT Filme gesehen habe,hab ich eher gedacht,wie spielt der denn,warum.drückt er so,mach das anders,dann gewinnst du auch.......also es war bei mir nicht abschreckend ,sondern Druckaufbauend,obwohl ich es zum Druckabbau nutzen wollte.

Ja,jeder Mensch ist anders,deswegen muss sich jeder sein eigenes Hilfspaket schnüren und alles ausprobieren. Was bei dem einen nen Rückfall provoziert,hilft dem anderen Spielfrei zu werden/bleiben.

LG Wolke

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Offline Olli

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #88 am: 17 Dezember 2020, 07:02:32 »
.... wenn es denn nicht ein Selbstbetrug ist!

Guten Morgen!

Dieses Wort klingt hart, nicht wahr? So ist es aber gar nicht gemeint. Wir wissen alle, wie stark uns diese Sucht beeinflusst und unsere Gefühle und Gedanken manipuliert. Zu welchem Zweck, wissen wir ja alle.

Gestern habe ich mir ein Stück Käsesahne mitgebracht. Gerne hätte ich dazu noch Schlagsahne gehabt. Doch es hätte nicht nur Aufwand bedeutet sie zu schlagen, nein, ich dachte auch an mein Körpergewicht. Denn wenn ich einmal welche da habe, haue ich mir nur allzugerne den Teller voll damit.
Das Stück Kuchen muss darin versinken ...

Nun bin ich weder esssüchtig, noch esse ich pausenlos Käsesahne. Die kommt nur ca. 2 Mal im Jahr vor. Und doch steckt in dem kleinen Beispiel schon ein Selbstbetrug. Das Stück Kuchen setzt auch an! Es ist nicht nur die Sahne.
Eigentlich ist mir der Selbstbetrug ja sogar bewusst. Ich verdränge ihn nur all zu gerne, weil es sonst hieße, dass ich auf das Stück Kuchen verzichten müsste. Dabei läuft mir alleine bei dem Gedanken an das Verzehren wieder das Wasser im Mund zusammen. Das Stück war aber auch einfach zu lecker. Selbst der Boden, der bei einigen Konditoren eher hart und damit kontraproduktiv für den Genuss ist, war ziemlich weich und ließ sich am Gaumen zerdrücken mit der Käsesahnemasse. Was wollte ich doch gleich verdrängt haben?

Sich irgendwelche Streamer anzuschauen hat den gleichen Effekt. Natürlich habe ich das auch schon getan. Mir erging es da ähnlich wie Dennis, ich hatte das Gefühl mich zu diestanzieren. Anstelle der negative Gefühle durch das verspielte Geld und den damit verbundenen Auswirkungen, dachte ich nicht mehr wie blöde ich doch war, sondern wie blöde die waren!
Das sind aber weder die, noch ich - wir sind süchtig! Wir leben wahrhaft unseren Selbstbetrug!
Und genau das machen wir beim Zuschauen auch. Ebenso durch das Spielen der kostenlosen Games oder sogar brandgefährlich durch das Verspielen irgendwelcher "Boni". Was für ein Wort, als hätten wir es uns durch unsere Kompetenzen "verdient" beschenkt zu werden.

Wie immer, erst kürzlich habe ich darüber gesprochen, geht es um die Frage "Warum?", die ich bei einer gefundenen Antwort wieder und wieder zur Hinterfragung nutze,

Warum nutze ich also solche Angebote? - Zur Distanzierung!

Warum zur Distanzierung? Suchst Du nicht eher die Nähe zum Glückspiel? - Jetzt fallen mir sofort nur erst mal diese "nicht"-Antworten ein. Also: Ich fühle mich danach nicht so mies, wie ich es sonst erlebt habe. Ich brauche nicht die negativen Auswirkungen des verlorenen Geldes verspüren.
Ich möchte nicht mehr so sein, wie ich war. Hmmm gut ... das reicht ... und die Antworten ohne "nicht" oder sonstigen verneinenden Worten?
Ich bin weiterhin spielfrei! - Alarm! Selbstbetrug! Stichwort: gleiche Prozesse im Gehirn! Jetzt beantworte doch mal die Frage ... also ... warum?
Warum mache ich im Grunde immer noch das Gleiche? Weil ich es gewohnt bin? Weil ich eine Sehnsucht verspüre? Weil ich nicht weiss, was ich sonst in der Zeit mit mir machen soll? Weil ich ,,, es gar nicht weiss?
Jetzt sind bereits die Antworten zu eigenen Fragen geworden!
Was das Ziel der Macher der Angebote ist, dürfte bekannt sein - aber was will ich eigentlich? Was sind meine Ziele? Hier beginnt die Arbeit an sich selbst!
Kann ich meine Ziele mit oder besser noch durch die Angebote erreichen? Die Antwort ist suggestiv ... Also ... Warum?
Es bleibt nur eine Antwort übrig: Weil ich süchtig bin und meine Sucht befriediegen möchte.
Ich will Käsesahne ohne Sahne ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Helga5

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Re: Mein Tagebuch
« Antwort #89 am: 18 Dezember 2020, 20:36:50 »
Tag 29  :) und immer noch spielfrei

Schönen Abend

Der Tag Heute startete eigentlich richtig gut und ich hatte auch sehr gute Laune. Doch auf einen Schlag am späten Nachmittag überkam mich der Gedanke Heute Abend zu spielen. (Ist natürlich nicht möglich weil ich meine Möglichkeiten an Geld zu kommen abgegeben habe) allerdings tüftelte ich wie ich an Geld kommen könnte und überlegte sogar mir wo was zu borgen.... komplett krank.

Auf alle Fälle startete ich gleich mit einem Ablenkungsprogramm und fing an zu putzen. Danach ging ich 1 Stunde joggen und lief wie eine Irre...

Nun ist der Suchtdruck vorbei und ich fühle mich gut, stark und bin stolz! Stolz über die kleinen Fortschritte, denn vor 1 Monat hätte ich mir bestimmt noch wo Geld geborgt!

Ich bleib stark und solche Tage machen einen bestimmt noch stärker!
Helga

 

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